Fr., 09.11.2018

Radweg an der Paderborner Straße (L756) ist derzeit nicht geplant Erneuter Vorstoß scheitert

Wer vom Campingplatz Am Furlbach kommt, und nach links auf die L756 abbiegen will, hat nach rechts schlechte Sicht wegen der Kurve und außerdem den Gegenverkehr aus Richtung Safaripark vor sich. Für Radler ist die diese Gemengelage gefährlich.

Wer vom Campingplatz Am Furlbach kommt, und nach links auf die L756 abbiegen will, hat nach rechts schlechte Sicht wegen der Kurve und außerdem den Gegenverkehr aus Richtung Safaripark vor sich. Für Radler ist die diese Gemengelage gefährlich.

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Dass es lange dauern kann, bis ein seit Jahrzehnten gewünschter Radweg gebaut wird, kennen die Stukenbrock-Senner inzwischen. Ein erneuter Vorstoß des Vereins »Unser Dorf Stukenbrock-Senne«, auf der Paderborner Straße (alte B68, jetzt Landesstraße L756) einen Radweg bauen zu lassen, ist vom Landesbetrieb Straßen NRW abgelehnt worden.

Radweg

»Als die Landesstraße zwischen dem Kreuzkrug und der Ortseinfahrt Stukenbrock mit einem einseitigen Radweg ausgebaut worden ist, haben die Stukenbrock-Senner Hoffnung geschöpft«, sagt Dietmar Gebauer vom Dorfverein. Genauso stellen sich die Stukenbrock-Senner die sechs Kilometer Straße zwischen dem Ortsausgang Stukenbrock und der Autobahnauffahrt Stukenbrock-Senne vor. Hier müssen Radfahrer auf dem Mehrzweckstreifen fahren, was angesichts der hohen Geschwindigkeiten der Autofahrer gefährlich sei. Die Straße sei die direkte Verbindung, touristische Radwege seien Umwege durch die schöne Landschaft, aber nicht alltagstauglich. »Dazu kommt, dass fünf touristisch Radwege die Paderborner Straße kreuzen.«

Ein Ausbau wie in der Verlängerung der Straße Richtung Bielefeld kommt für Straßen NRW nicht infrage. Das liegt auch an neuen Regeln für den Querschnittsausbau. Zwischen Stukenbrock und Kreuzkrug sei damals nach den »Empfehlungen für Radverkehrsanlagen« in der Ausgabe von 1995 ausgebaut worden. Die Gesamtbreite von 14 Metern konnte beibehalten werden.

Bei zukünftigen Umgestaltungen werden für den Rad-/Gehweg 25 Zentimeter mehr benötigt (2,50 Meter), außerdem 50 Zentimeter mehr für den Trennstreifen (1,75 Meter) und 50 Zentimeter mehr Fahrbahnbreite. Das sind 1,25 Meter mehr auf der kompletten Länge. Zudem müsste jeder Knotenpunkt (Einmündungsbereich) überarbeitet werden. Nach Wegfall der Seitenstreifen müssten Bushaltebuchten eingeplant werden. Und drei Brücken (über den A33-Anschluss Stukenbrock-Senne), über den Furlbach und über den Rahmkebach) müssten verbreiter werden. Angesichts des hohen Aufwands und der geringen Unfallhäufigkeit sei das nicht vertretbar, zumal die Fahrbahn gut in Schuss sei.

Geschwindigkeitsbegrenzung

Der Dorfverein hat nachgezählt: Von der Autobahn bis Stukenbrock gebe es auf den sechs Kilometern 15 wechselnde Geschwindigkeitsbeschränkungen, in Gegenrichtung zehn. Nach Meinung von Dietmar Gebauer verleite das Autofahrer zum Schnellfahren. Wenn Tempo 70 aufgehoben werde, treten sie aufs Gaspedal, wenn von 100 auf 70 beschränkt werde, seien sie noch zu schnell.

Auch den Wunsch, an den Einmündungen des Lippstädter Weges, an der Straße Am Furlbach und an der Hövelrieger Straße das Tempolimit auf 50 Stundenkilometer zu drosseln, findet kein Gehör. Mit knapp 6400 Fahrzeugen in 24 Stunden und einem Schwerlastanteil von 7,3 Prozent müsse für den Verkehrsfluss gesorgt werden. Der Streckenverlauf sei übersichtlich und größtenteils geradlinig. Dieser Ansicht schließt sich die Straßenverkehrsbehörde der Stadt an. »Zur weiteren Verbesserung der Verkehrssicherheit werden regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen«, sagt Pascal Lideck.

Ein Funken Hoffnung bleibt den Stukenbrock-Sennern, allerdings nur in Verbindung mit dem geplanten Gewerbepark. Dabei handelt es sich um den Ausbau des so genannten Alltagsradwegenetzes im Kreis Gütersloh, mit dem sich der Arbeitskreis Mobilität beschäftigt. Eine Radwegeverbindung über die L756 durchgehend von Bielefeld bis Hövelhof ist nach Ansicht des Arbeitskreises eine wichtige Maßnahme vor dem Hintergrund des geplanten Industriegebietes mit neu geschaffenen Arbeitsplätzen und deshalb in das Alltagsradwegenetz einzuarbeiten.

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