Do., 20.12.2018

Umweltministerin stellt Förderung des Herdenschutzes in Aussicht Landesregierung weist in der Senne zweites Wolfsgebiet in NRW aus

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Schloß Holte-Stukenbrock/Augustdorf/Bielefeld/Hövelhof/Höxter (WB). Nach dem »Wolfsgebiet Schermbeck« am Niederrhein weist das Umweltministerium nun ein weiteres Wolfsgebiet in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Senne aus.

Hier lägen genügend Nachweise und Anhaltspunkte vor, so dass von einem standorttreuen Wolf ausgegangen werden könne, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung. Gemeint ist die Wölfin mit der Kennung GW1044f, die sich in dem Gebiet aufhält. Anhand genetischer Analysen konnte das Tier seit Ende Juli dieses Jahres mehrfach nachgewiesen werden.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) geht davon aus, dass dieses Tier mittlerweile standorttreu geworden ist. Es ist der erste territoriale Wolf in OWL.

Maßnahmen zum Herdenschutz

Hintergrund

1995 wurde der erste Wolf, im Jahre 2000 das erste Rudel in Ostdeutschland nachgewiesen. Denn der Osten Deutschlands grenzt seit jeher an eine Region, in der der Wolf nie ausstarb. Entsprechend der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ist der Wolf heute nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt (§ 44 BNatSchG), damit genießt der Wolf den höchsten Schutz. 2009 erfolgte der erste Nachweis eines einzelnen, durchziehenden Wolfs in Nordrhein-Westfalen, auch hier gab es seitdem keine Gefahr für einen Menschen.

NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser sagt dazu: »Ab heute können Maßnahmen zum Herdenschutz auch in Ostwestfalen, in den Kreisen Lippe, Höxter, Paderborn, der Stadt Bielefeld und Teilen des Kreises Gütersloh gefördert werden.«

Die Umweltministerin weiter: »Vor diesem Hintergrund weisen wir hier in der Senne auf der Grundlage unserer Förderrichtlinien Wolf mit Wirkung zum 20. Dezember nun auch das zweite Wolfsgebiet in Nordrhein-Westfalen, das ›Wolfsgebiet Senne‹ aus. Das Wolfsgebiet ist zugleich Förderkulisse, denn hier erhalten Tierhaltungen mit Schafen und Ziegen sowie Wildgehege ab sofort Förderungen für Maßnahmen zum Herdenschutz.«

Das Wolfsgebiet Senne ist 922 Quadratkilometer groß und umfasst Teile der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld.

Beide Wolfsgebiete, »Schermbeck« und »Senne«, werden von einer großzügig dimensionierten Pufferzone umfasst, in der künftig ebenfalls Präventionsmaßnahmen gefördert werden sollen – dazu werden zurzeit die aktuellen Förderrichtlinien angepasst.

Wolfsportal informiert

Das Wolfsportal Nordrhein-Westfalen informiert künftig auch zum »Wolfsgebiet Senne«. Das Portal wird vom Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LANUV) regelmäßig aktualisiert. Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV betonte: »Mit unserem Wolfsportal informieren wir die Bürgerinnen und Bürger über Nachweise, Nutztierrisse, sowie über das Verhalten und die Biologie von Wölfen. Mit Hilfe von interaktiven Karten und Listen können alle Ereignisse rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen unmittelbar nachvollzogen werden.«

Darüber hinaus sind für Anfang 2019 im Wolfsgebiet Senne Informationsveranstaltungen vor Ort vorgesehen.

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