Fr., 21.12.2018

Blumen für Stukenbrock: Lange war das Gedenken ideologisiert Kalter Krieg und Antikommunismus

Der Vorsitzende des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock«, Hubert Kniesburges (links).

Der Vorsitzende des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock«, Hubert Kniesburges (links). Foto: Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock« unterstreicht sein Angebot, an der Schaffung der Stalag-326-Gedenkstätte von nationaler Bedeutung mitzuarbeiten. Das sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hubert Kniesburges.

Die mehr als 50-jährige ehrenamtliche Arbeit des Arbeitskreises sei vor allem davon geprägt gewesen, die Stätte Stalag 326 mit dem sowjetischen Soldatenfriedhof als Gedenk- und Erinnerungsort zu erhalten und den Kontakt zu den Überlebenden zu pflegen. Zahlreiche Überlebende sind bis vor einigen Jahren auch immer wieder Gäste der jährlichen Veranstaltungen des Arbeitskreises gewesen.

Wissen und Erfahrung

Die Kontakte haben dazu geführt, dass der Arbeitskreis einen tiefen Einblick in das unermesslichen Leiden der Gefangenen erhalten hat. Von den Lebenserinnerungen der Gefangenen oder Kopien der Lagerzeitung »Die Heimat ruft« wurde ein Teil in Publikationen des Arbeitskreises veröffentlicht.

Dieses Wissen und die Erfahrungen hat der Arbeitskreis in konzeptionellen Überlegungen und »Erwartungen des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock an die Gestaltung einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung« zusammengefasst. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht der Gedanke, dass die Gedenkstätte eine Einrichtung sein muss, die der Mahnung und des Gedenkens an die Verbrechen des NS-Regimes dient. Sie soll eine Stätte der öffentlichen Bildung sein.

Geschichte der Gedenkkultur

Zur Darstellung der Nachkriegsgeschichte in einer Ausstellung gehöre neben der Nachnutzung des Lagers als Internierungslager und später als Auffanglager des Sozialwerks Stukenbrock natürlich auch der Umgang mit dem Stalag 326 und dem Friedhof durch die Behörden und durch die Bevölkerung. »Es muss dargestellt werden, wie der Kalte Krieg und der damit einhergehende Antikommunismus eine sachliche Behandlung des Lagers und des Friedhofs mit seinem von den Überlebenden errichteten Obelisken verhinderte, was zum Verschweigen geschichtlicher Tatsachen und Nichtbeachtung in der Nachkriegs-Gedenkkultur führte«, sagt Kniesburges.

Ebenfalls zur Nachkriegsgeschichte gehöre das Jahrzehnte lange Wirken des Arbeitskreises in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit, das nationale und internationale Beachtung fand. Hier liegen zahlreiche Literaturbeiträge und Filmberichte vor. Mit Dokumenten beteilige sich der Arbeitskreis gerne an den Planungen.

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