Sa., 02.02.2019

Günter Potthoff gibt Nachlass und Fundstücke weiter Bücherschatz fürs Museum

Heimatforscher Günter Potthoff, Gedenkstättenleiter Oliver Nickel und wissenschaftlicher Mitarbeiter Jens Hecker in der Bibliothek (von links) mit Kartons voller gespendeter Bücher. Hecker hält die Glocke aus einer Geschosshülse, die für die Ausstellung bestimmt ist.

Heimatforscher Günter Potthoff, Gedenkstättenleiter Oliver Nickel und wissenschaftlicher Mitarbeiter Jens Hecker in der Bibliothek (von links) mit Kartons voller gespendeter Bücher. Hecker hält die Glocke aus einer Geschosshülse, die für die Ausstellung bestimmt ist. Foto: Matthias Kleemann

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Bestand der Bibliothek der Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) ist um rund 1000 Exemplare gewachsen. Heimatforscher Günter Potthoff überreichte jetzt die Bücher aus den Nachlässen zweier Personen.

Es handelt sich dabei nahezu ausschließlich um Fachliteratur, die sich mit dem Dritten Reich, dem Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. »Wir freuen uns über jede Bücherspende«, sagt Gedenkstättenleiter Oliver Nickel. Teilweise seien ältere Bücher zu einem bestimmten Thema schwer zu bekommen, weil sie etwa nicht mehr aufgelegt werden. »Wir haben nur einen begrenzten Etat, da ist solch eine Spende ein kleiner Schatz.«

Potthoff berichtet, dass er Kontakt zur Witwe des 2016 verstorbenen Wolfgang Wrobel hatte. »Da waren Bücher vom Keller bis zum Dachboden.« »Nehmen Sie sich, was Sie wollen«, habe Helga Wrobel gesagt. Grünen-Politiker Wrobel hatte sich schon in den 80er-Jahren im Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock« engagiert und alles rund ums Thema gesammelt. Das gilt auch für den zweiten Verstorbenen, aus dessen Nachlass etwa die gleiche Zahl an Büchern stammt.

»Für uns sind die Sachen aus wissenschaftlicher Sicht auch dann interessant, wenn es sich um überholte Lehrmeinungen handelt«, sagt Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter Jens Hecker. Am interessantesten sei jedoch die unglaublich umfangreiche Regionalliteratur.

Um die Bände unterzubringen, hat die Gedenkstätte jetzt einen Raum in einem Gebäude der Polizeischule sowie einige ausrangierte Schränke zur Verfügung gestellt bekommen. Auch Potthoff hatte noch Regale übrig.

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»Jetzt muss das alles nur noch sortiert werdenv«

Oliver Nickel

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»Jetzt muss das alles nur noch sortiert werden«, sagt Nickel und hofft, dass demnächst eine Bibliothekarin diese Aufgabe übernehmen kann. Die Bücherei wird nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Bei Studenten, die Material für eine Facharbeit brauchen oder Wissenschaftlern sei man jedoch kooperativ.

Günter Potthoff kann außerdem durch Kontakt zu Zeitzeugen diverse Exponate für das spätere Museum zur Verfügung stellen, unter anderem einen von den russischen Gefangenen selbst gebauten Bohrer und eine Alarmglocke aus einer Geschosshülse, die sich Anwohner nach der Befreiung des Lagers gebaut hatten, um sich bei Plünderungen zu warnen.

Schließlich gibt es da noch die Fotografen Johann und Norbert Altemeier (Vater und Sohn) aus Hövelhof, denen im Kulturforum in diesem Jahr eine Ausstellung gewidmet werden soll. Der Vater hat im Sozialwerk unzählige Passfotos von den Neuankömmlingen gemacht, vom Sohn stammt eine Postkartenserie, von der es noch mehrere Hundert Exemplare gibt, die Potthoff jetzt ebenfalls Nickel übergeben hat.

Last but not least hat Bringfried Schubert, der einige Jahre Lehrer im Sozialwerk war, eine umfangreiche Diaserie zur Verfügung gestellt.

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