Mi., 13.02.2019

Sitz der Schornsteinfeger-Innung OWL in SHS – Experten für Energie und Brandschutz Mehr als ein Glücksbringer

Einer von 196 Schornsteinfegern in Ostwestfalen-Lippe ist Frank Dieckmann aus Stukenbrock-Senne, der hier an einem Kaminrohr den Einsatz von Kehrhexe, Stoßbesen und Kugelleine zeigt, mit denen er täglich unterwegs ist.

Einer von 196 Schornsteinfegern in Ostwestfalen-Lippe ist Frank Dieckmann aus Stukenbrock-Senne, der hier an einem Kaminrohr den Einsatz von Kehrhexe, Stoßbesen und Kugelleine zeigt, mit denen er täglich unterwegs ist. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Glück wohnt in Schloß Holte-Stukenbrock. Die Schornsteinfeger-Innung Ostwestfalen-Lippe ist vergangenes Jahr von Bielefeld umgezogen und hat ihren Sitz jetzt an der Görlitzer Straße 10.

»Die Erwartungshaltung der Kollegen an die Innung ist hoch«, sagt der Geschäftsführer und stellvertretende Obermeister Rainer Wulfmeier. »Wir sind die Interessengemeinschaft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und müssen unsere 196 Mitglieder unterstützen«, sagt Wulfmeier, der gerade das Haus voll hat, um die neuesten Anforderungen und technischen Regeln zu Bauvorschriften und Feuerungsverordnung zu vermitteln.

Die ständig notwendige Weiterbildung der Schornsteinfeger war auch der Grund für den Umzug von Bielefeld. »Wir hatten eine eigene Geschäftsstelle in einem Zwei-Familienhaus und Schulungsräume in einer Handwerkerbildungseinrichtung, die wir aber abgegeben haben, als der Campus Handwerk neu gebaut worden ist«, berichtet der Geschäftsführer. Es es habe sich aber herausgestellt, dass gerade in der Zeit der Gesellenprüfungen in allen Innungen der Platz begrenzt ist. »Wir mussten flexibler sein«, sagt Wulfmeier, der neben der Ausbildung auch der Weiterbildung großen Raum einräumen muss.

Büros, Schulungsräume und Platz für Prüfstände

Kaufen oder neu bauen – das haben die Mitglieder der Innung entschieden. Gekauft wurde das Haus an der Görlitzer Straße, dass allerdings auch noch mal nach den Bedürfnissen der Innung umgebaut werden musste. Hier war ehemals ein Reinigungsbetrieb zu Hause, die Schornsteinfeger brauchen allerdings Büros, Schulungsräume und Platz für Prüfstände.

Das Schornsteinfeger-Handwerk ist keins wie jedes andere, sondern nimmt eine Sonderstellung ein. Als staatlich beliehener Unternehmer und zugleich selbstständiger Gewerbetreibender führt der Schornsteinfeger in seiner Eigenschaft als Bezirksschornsteinfegermeister in einem Kehrbezirk öffentliche und handwerkliche Tätigkeiten aus. Der gesetzliche Auftrag umfasst Feuersicherheit (Betriebs- und Brandsicherheit), Umwelt- und Klimaschutz, Schonung der Energiereserven und Gesundheitsschutz.

Damit das erreicht wird, hat sich das Schornsteinfegerhandwerk entschlossen, sich als einziges Handwerk komplett zu zertifizieren – vom einzelnen Betrieb bis hin zu den Abläufen, der Weiterbildung und dem Umweltmanagement in der Innung (DIN EN ISO 9001 und 14001).

2000 bis 3000 Heizungen pro Bezirk gilt es zu kontrollieren

»Wir sind die Sachverständigen für Feuerungsanlagen und Schornsteine und müssen den Brandschutz gewährleisten. Das gilt für Anlagen im privaten und gewerblichen Bereich, für Holz-, Gas- und Ölfeuerungsanlagen, für Pizza- und Kachelöfen«, sagt Wulfmeier. 2000 bis 3000 Heizungen pro Bezirk gilt es zu kontrollieren. »Kaum jemand weiß, dass die Klimaziele nur erreichbar sind, wenn die Feuerungsanlagen die Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten. Der Feinstaub aus dem Hausbrand macht dem Klima mehr zu schaffen als der aus der Dieselverbrennung.«

Die Schornsteinfeger-Innung gibt auf ihrer Internetseite Tipps zu Neuigkeiten aus dem Bereich Energie (Dämmung, Solarstrom, Fotovoltaik, Wärmepumpen), aber auch zum Energieausweis für Wohnbauten und zum Energiesparen. Zu sehen ist dort auch ein Video zu Kohlenmonoxid (das lebensgefährliche Gas entsteht bei der Verbrennung). Tipps zu Rauchwarnmeldern sind dort ebenfalls erhältlich.

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