Die Rückkehr des Wolfes: Film und rege Diskussion
Wer hat Angst vorm Wolf?

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Auf der Jagd – Wem gehört die Natur«? Mit dieser Frage befasst sich der aktuelle Dokumentarfilm von Alice Agneskirchner. Etwa 50 Zuschauer haben sich die Vorführung im Rhythmus Filmtheater angesehen.

Montag, 18.02.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 06:50 Uhr
Der Film »Auf der Jagd – Wem gehört die Natur«? greift ein gesellschaftlich brisantes Thema auf. Vergangenen Mittwoch lief er im »Rhythmus«: Marcel Voike, Hegeringsleiter Wilfried Schmelter Rainer Rösch-Lamberts, Jutta Meier und Gesche Fuhrmann vom Rhythmus Filmtheater. Foto: Uschi Mickley
Der Film »Auf der Jagd – Wem gehört die Natur«? greift ein gesellschaftlich brisantes Thema auf. Vergangenen Mittwoch lief er im »Rhythmus«: Marcel Voike, Hegeringsleiter Wilfried Schmelter Rainer Rösch-Lamberts, Jutta Meier und Gesche Fuhrmann vom Rhythmus Filmtheater. Foto: Uschi Mickley

Das facettenreiche Thema wird von allen Seiten beleuchtet. Es folgte eine Diskussion mit dem Schwerpunkt »Die Ansiedlung des Wolfes in der Senne«. Jäger, Landwirte, Naturschützer und interessierte Bürger haben kontrovers, aber sachlich debattiert. Hegeringsleiter Wilfried Schmelter stand für Fragen zur Verfügung.

Zunächst stellt er klar, dass die Jagd kontrolliert und nachhaltig ausgeübt werde. »Es wird streng darauf geachtet, dass keine Wildart überbejagt wird.« Der Experte bezieht Stellung zum »Wolfsgebiet Senne«. Seiner Meinung nach gibt es in Schloß Holte-Stukenbrock für den Wolf keinen geeigneten Lebensraum, denn das Gebiet sei stark zersiedelt, habe wenige große zusammenhängende Naturflächen und biete keine ausreichende Nahrung.

Schmelter geht von Rudelbildung aus

Auf dem Truppenübungsplatz hingegen könne das Großraubtier sesshaft werden. Schmelter geht davon aus, dass sich in Kürze Rudel bilden werden, von denen eine Gefahr für Schafe und andere Weidetiere ausgeht.

»In diesem Fall wird man auf lange Sicht nicht umhinkommen, den Wolf zu bejagen und Maßnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern«. Schmelter möchte keinen Zeitpunkt nennen, zu dem der Schutzstatus zu ändern wäre. »Das ist auch nicht unsere Aufgabe«.

Im Falle eines Wolfsrisses erhalten Schäfer eine Entschädigung, Milchviehhalter bekommen bislang keinen Ausgleich. Das Aussterben von Insekten- und Vogelarten war ein weiteres zentrales Thema der Diskussion.

Der Wolf steht unter strengem Naturschutz. Durch die Aufnahme einer Wildkamera und eine anschließende Experten-Analyse ist im Spätsommer 2018 eine Wölfin in Stukenbrock-Senne im Jagdrevier Welschof nachgewiesen worden.

Zwischenzeitlich gab es laut Wilfried Schmelter verschiedene Meldungen über die Sichtung weiterer Exemplare, vorwiegend am Randgebiet des Truppenübungsplatzes.

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