Bürgermeister Hubert Erichlandwehr zieht als Kandidat der CDU in die Kommunalwahl
»Ich brenne für die Aufgabe«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Vorstand der CDU will mit Hubert Erichlandwehr als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl 2020 antreten. Die Mitgliederversammlung der CDU wird aber erst Anfang nächsten Jahres darüber entscheiden.

Donnerstag, 07.03.2019, 18:07 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 19:42 Uhr
Hubert Erichlandwehr (Mitte) will 2020 wieder als Bürgermeisterkandidat der CDU antreten. Diese Entscheidung freut CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Klaus Dirks (rechts) und CDU-Fraktionschef Lars Pankoke. Foto: Monika Schönfeld
Hubert Erichlandwehr (Mitte) will 2020 wieder als Bürgermeisterkandidat der CDU antreten. Diese Entscheidung freut CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Klaus Dirks (rechts) und CDU-Fraktionschef Lars Pankoke. Foto: Monika Schönfeld

»Wir von der CDU freuen uns über die Entscheidung, dass Hubert Erichlandwehr sich wieder zur Wahl stellt«, sagten am Donnerstag CDU-Stadtverbandsvorsitzender Klaus Dirks und CDU-Fraktionsvorsitzender Lars Pankoke, als sie die Personalentscheidung gemeinsam mit dem Bürgermeister bekannt gegeben haben.

Wir sind es leid, ständig ausweichend auf die Fragen antworten zu müssen, ob Hubert ­Erichlandwehr als Bürgermeister weiter zur Verfügung steht.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Klaus Dirks

Obwohl es noch anderthalb Jahre bis zur Kommunalwahl (September oder Oktober 2020) sind, hält der Stadtverband es für angemessen, die Entscheidung jetzt öffentlich zu machen. »Wir sind es leid, ständig ausweichend auf die Fragen antworten zu müssen, ob Hubert ­Erichlandwehr als Bürgermeister weiter zur Verfügung steht«, sagt Dirks. Außerdem sei es ein Zeichen der Verlässlichkeit. »Hubert Erichlandwehr ist unser CDU-Bürgermeister.«

Offenbar war sich Hubert Erichlandwehr nicht sicher, ob er das fünfte Mal seinen Hut in den Ring werfen soll. Der 53-Jährige ist seit 1999 hauptamtlicher Bürgermeister Schloß Holte-Stukenbrocks. Und zwar der aller Einwohner, betont er. »Ich bin die letzten Monate offener durch den Ort gegangen und habe geguckt, ob vielleicht der ein oder andere mein Gesicht nicht mehr sehen kann. Man merkt, ob es bei den Bürgern Ermüdungserscheinungen gibt, ob sie sich freuen, wenn der Bürgermeister kommt oder sie denken, ›oje, der schon wieder‹.«

Nachgedacht beim Wandern

Er habe beim Wanderurlaub im Herbst Zeit zum Nachdenken gehabt. »Ich habe die Entscheidung getroffen, dass es genau das Richtige für mich ist. Ich habe Spaß an der Arbeit. Die Mitarbeiter sind mir ans Herz gewachsen. Denen habe ich es im Dezember gesagt, dass ich mich wieder zur Wahl stellen werde. Sie haben gemerkt, dass ich überlege. Ich bin Kandidat der CDU. Das ist mir wichtig. Ohne die Partei wäre ich 1999 nie gewählt worden.« Erichlandwehr sagt, er brenne für die Aufgabe. Es stehen Themen an wie die Gesamtschule, Offener Ganztag, Flüchtlingsfragen, der Gewerbepark Senne und die Digitalisierung.

Hubert Erichlandwehr ist 2014 mit 74,3 Prozent der Wählerstimmen und damit mit seinem besten Ergebnis in seine vierte Amtszeit gewählt worden (die CDU bekam 54,1 Prozent der Wählerstimmen). Seine Frau Natascha und seine Kinder (21 und 20 Jahre alt) unterstützen eine erneute Kandidatur.

Was die anderen planen

Bisher ist noch keine andere Partei so weit, dass sie sagen kann, ob sie einen Kandidaten fürs Amt des Bürgermeisters ins Rennen schickt. 2014 hatte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr von der CSB Uwe Thost und von den Grünen Daniel Greitens als Gegenkandidaten. SPD und FDP hatten keinen eigenen Kandidaten.

Marion Herzog (SPD) : »Wir sind noch in der Planung. Wir suchen einen geeigneten Kandidaten. Eine Frau wäre gut, ich habe da jemanden im Auge. Ich selbst werde nicht kandidieren.«

Britta Rusch (CSB) : »Wir sind noch nicht so weit und haben noch gar nicht darüber gesprochen.«

Bruno Reinke (Grüne) : »Meine persönliche Meinung ist, wir müssen einen Kandidaten aufstellen. Ich selbst trete noch mal für den Rat an, nicht aber als Bürgermeisterkandidat. Wir haben viele gute junge Leute für diese Aufgabe, sind aber noch in der Phase der Überlegungen.«

Gerhard Blumenthal (FDP) : »Wir werden das kurzfristig entscheiden.« FDP-Fraktionsvorsitzender Thorsten Baumgart : »Wir waren bisher immer zurückhaltend. Das wird von Wahl zu Wahl entschieden. Noch ist alles komplett offen. Mit einem Kandidaten kann man Themen besser transportieren.«

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Es wurde schon gemunkelt, Hubert Erichlandwehr gebe einen guten Landrat ab. Gerüchten und Spekulationen hat er jetzt den Wind aus den Segeln genommen. Es ehrt ihn, dass er offenbar lange darüber nachgedacht hat, ob er sein Gesicht den Bürgern noch zumuten kann. Seit fast 20 Jahren ist er Bürgermeister. Es ist immer gut, wenn jemand seine eigene Position überdenkt.

Klaus Dirks sagt, »wir haben einen Bürgermeister, um den uns andere Kommunen beneiden«. Erichlandwehr sei die Idealbesetzung. Dirks bemüht sich aber gleichzeitig, auf das eigene, kritische Profil der Partei zu verweisen. Nähe ist gut, aber bitte nicht zu nah.

Erichlandwehr versteht sich als Bürgermeister aller, nicht nur der CDU-Wähler. Eine Wahrnehmung, die das Wahlergebnis von 2014 eindeutig beweist.

 

 

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