Sa., 16.03.2019

Förderverein Industriemuseum leistet Archivarbeit und bestückt das »digitale Museum« Infotafeln sollen Geschichte erzählen

Friedrich Dransfeld, Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum, mit dem Entwurf einer Infotafel.

Friedrich Dransfeld, Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum, mit dem Entwurf einer Infotafel. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Den Bürgern bedeutet ihre Geschichte etwas. Diese Erfahrung schildert Friedrich Dransfeld, Vorsitzender des Fördervereins Industriemuseum. Deshalb will der Förderverein in Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinschaft Schloß Holte Tafeln aufstellen, die von der Geschichte des Ortes erzählen.

Zur Jahreshauptversammlung im Holter Schlosskrug hatte Dransfeld einige Beispiele mitgebracht, die sich vor allem auch aus dem historischen Fundus seines Stellvertreters, Günter Potthoff, speisen. Die Infotafeln sollen an den Stellen der Stadt die Geschichte des Bahnhofes, der Gasthöfe, der Versöhnungskirche, der nicht mehr existierenden Fachwerkhäuser, des Holter Kirchplatzes, der Maschinenfabrik Stölting und der St.-Ursula-Kirche beschreiben. Die Ortsgemeinschaft habe dafür bereits einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro bekommen. Die Tafeln sollen etwa 40 mal 60 Zentimeter groß sein Bilder und Text enthalten.

Dransfeld wies auf die Resonanz der Fotoausstellung über Josef Hörster hin. 800 Besucher hatten die alten Fotos gesehen, die Günter Potthoff zusammengestellt hatte. Die Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Kulturkreis sei erfolgreich, auch die Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinschaft am Tag des offenen Denkmals zur Geschichte des Bahnhofs sei erfolgreich gewesen.

Ausstellung über Pollhans

Für Sonntag, 29. September, ist die Eröffnung der drei Wochen dauernden Pollhaus-Ausstellung im Kulturforum vorgesehen. Es wird Führungen geben wie auch einen Pollhansfilm, den Schüler 1972 gedreht hatten. Michael Hallau, der auch die Zeitzeugenfilme dreht, wird den Film überarbeiten und mit neuen Szenen anreichern und eine Tonspur zufügen.

Der Förderverein Industriemuseum (151 Mitglieder) hat außerdem seine Mitarbeit angeboten bei der Neukonzeption für die Öfen der Holter Hütte, die zurzeit fast unbeachtet im oberen Rathausfoyer stehen. 10.000 Euro stellt die Stadt für das Konzept zur Verfügung, das ein externes Büro fertigen soll. »Danach ist die Mitarbeit des Fördervereins wieder erwünscht«, sagt Dransfeld. Er hätte sich auch vorstellen können, von Anfang an einbezogen zu werden. Der Förderverein hält ein Industriemuseum mittelfristig nicht für realisierbar. Das »digitale Museum« finde aber an Schulen starkes Interesse.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Wie kann man nach Rückschlägen so viel Elan in die Arbeit legen? Ein Industriemuseum zum Anfassen wird es wohl mittelfristig in dieser Stadt nicht geben, das digitale Museum allerdings wird beständig von der Archivgruppe aufgebaut.

Die eigene Geschichte ist spannend. Wo der Förderverein eigenständig handelt, ist er erfolgreich. Der Vorsitzende beklagt aber einen »bleiernden Stillstand im Rathaus«. Ohne die Arbeit Günter Potthoffs wäre das, was an Öfen im Rathaus steht, nur eine Ansammlung ziemlich rostiger Öfen. In der Tat ist es so, dass Gegenstände erst zu Exponaten werden, wenn die Geschichte dazu erzählt wird.

 

 

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