Fr., 15.03.2019

Schüler-Workshop mit Aeham Ahmad, dem »Pianisten aus den Trümmern« – Mit Video Eine Sprache, die jeder versteht

Aeham Ahmad hat die Schüler sofort begeistert. Die Musik fungiert als Sprache, die jeder versteht. Am Freitagabend haben die Schüler beim Konzert mitgewirkt.

Aeham Ahmad hat die Schüler sofort begeistert. Die Musik fungiert als Sprache, die jeder versteht. Am Freitagabend haben die Schüler beim Konzert mitgewirkt. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Einmal die Tonleiter von oben nach unten. Mit der Stimme und am Instrument. Und noch mal. Die Verständigung zwischen den vielen Nationen klappt. Via Musik. Denn die ist universell.

Aeham Ahmad ist bereits am Vormittag in die Aula am Gymnasium eingetroffen. Mit zwei Sätzen auf Englisch und einem auf Arabisch hat er die Schüler gepackt. Da wird nicht viel geredet, sondern gleich geht’s auf die Bühne. Der Flügel steht bereit. Schnell haben sich die gefunden, die auf Deutsch einige Zeilen singen. Andere setzen auf Arabisch ein. Die Worte lesen viele vom Handy ab, auf dem sie die Datei mit dem text aufrufen.

Und dann sind da noch die Instrumente, eine Geige, einige Gitarren, eine Klarinette, eine Bassgitarre. Der Palästinenser, der aus Syrien stammt, scheint mit allen gleichzeitig und doch einzeln arbeiten zu können. Und das, ohne dass sich die Schüler langweilen.

Abends wird Aeham Ahmad ein Konzert in der Aula des Gymnasiums geben. Die Schüler werden ihn bei einem Lied unterstützen, das sie am Freitagmorgen mit ihm gemeinsam einstudiert haben. Jona und Judith Altemeier werden aus seinem Buch emotionale Passagen vorlesen.

 

»Ich habe Aeham Ahmad schon bei Auftritten gehört und ich habe ihn kennengelernt«, sagt Flüchtlingssozialberaterin Lana Odeh, die den Pianisten gefragt hat, ob er nach Schloß Holte-Stukenbrock kommen könnte. Ihre Tochter Darin Shammout hat bereits mit ihm gesungen und ist am Freitag auch wieder dabei gewesen.

In Flüchtlingslagern Klavier gespielt

Bekannt geworden ist Ahmad durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk 2014/15 während des Bürgerkriegs in Syrien. Für sein friedliches Engagement gegen den Krieg hat er 2015 den Beethovenpreis erhalten. Mit seiner Familie, der Ehefrau, zwei kleinen Kindern und seinen Eltern, lebt er jetzt in Wiesbaden.

Den Schülern vermittelt Ahmad in der Woche gegen Rassismus Selbstvertrauen. Viele sind wie er vor dem Krieg geflüchtet.

Die Internationale Klasse unter der Leitung von Tina Gellert ist dabei, außerdem von der Realschule und der Gesamtschule unter der Leitung von Daniela Hartmann: Vadim Rempel (Gitarre), Katharina Brill, Fabienne Globisch, Lujayen Mahmoud, Emily Heym, Theo Strachau, Christine Friesen (Violine),  Julian Reker (Klarinette), Martin Rempel (Gitarre), Vanessa Dylak (Gesang/Solo), Maiwand Bawari.

Vom Gymnasium kommen Jona Altemeier (Vorleser), Judith Altemeier (Vorleserin), Leonie Berenbrinker (Gitarre), Lena Koch (Bass) und Jonas Sykosch (Technik).

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