Do., 04.04.2019

Kunstprojekte aus den fünf Ortsteilen bilden eine Einheit Bürger formen Alltagsmenschen

Christel Lechner hat bereits in Rheda-Wiedenbrück und Rietberg Alltagsmenschen aus Beton geschaffen.

Christel Lechner hat bereits in Rheda-Wiedenbrück und Rietberg Alltagsmenschen aus Beton geschaffen. Foto: Wolfgang Wotke

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Trifft der Zigeuner demnächst mit dem Möckerländer, dem Liemker Schützen, dem Schäfer aus Stukenbrock-Senne und dem Heidebauern aus Sende zusammen? In einem Kunstprojekt sollen die Bürger in jedem Stadtteil eine Identität finden und nach Möglichkeit mit denen der anderen Stadtteile eine Einheit bilden. Das ist Ziel des Projekts zum Stadtjubiläum. Bis zum Stadtfrühstück im Juni 2020 sollen die »Alltagsmenschen« fertig sein und als Gruppe aufgestellt werden.

Stadtmarketing-Beauftragte Imke Heidotting stellte das Projekt am Dienstag im Ausschuss für Marketing und Stadtentwicklung vor. »Die Bürger werden aufgefordert, sich gemeinsam mit der Künstlerin Christel Lechner aus Witten zu überlegen, wofür sie stehen. Das kann sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft beziehen«, sagt Heidotting. Bisher sei geplant, die fünf Menschen auf dem Gelände am Kreisverkehr zwischen Marktkauf und Gesamtschule aufzustellen. Der Bereich werde überplant, vielleicht müssten die Menschen dann noch einmal umgestellt werden. 25.000 Euro sind bereits für das Projekt bewilligt, weitere 15.000 Euro seien für das kommende Jahr geplant.

"

Eine charmante Idee.

Astrid Zellermann (CDU)

"

»Eine charmante Idee«, sagt Astrid Zellermann (CDU). »Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Es ist eine Herausforderung, sich auf eine Identität zu einigen.« Allerdings möchte sie auch andere Standorte zur Wahl gestellt bekommen.

Imke Heidotting berichtet, dass mit der Künstlerin bereits sehr konstruktive Gespräche geführt worden seien. »Auch aus den Ortsteilen kommen äußerst positive Signale, da die Beschäftigung mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschen elementar für die Ortsgemeinschaften sind.« Beabsichtigt sei, das Wir-Gefühl und die Identität der fünf Ortsteile zu stärken und gleichzeitig Gemeinsamkeiten zu finden.

1970 lief nicht alles harmonisch

1970 sind im Rahmen der kommunalen Neugliederung die einst eigenständigen Gemeinden zur Bindestrich-Gemeinde zusammengefügt worden. Das verlief nicht immer harmonisch. Heute sind die Sticheleien zwischen den »Zigeunern« (Schloß Holte) und den Möckerländern (Stukenbrock) aber überwiegend scherzhaft gemeint und vor allem im Karneval gut für einen Lacher.

»Im schlimmsten Fall haben die fünf Alltagsmenschen nichts miteinander zu tun und stehen mit dem Rücken zueinander. Aber das glaube ich nicht«, sagt Imke Heidotting. Schließlich wollen ja alle zusammen das 50-jährige Bestehen feiern.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6516993?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F