Di., 16.04.2019

Stadt schneidet schlecht ab: ADFC-Test gibt der Stadt die Note 3,9 Radfahrer fühlen sich bedrängt

Was Radfahrer müssen und dürfen, zeigt Pascal Lideck auf der Homepage der Stadt, wo die Verkehrsschilder erläutert werden.

Was Radfahrer müssen und dürfen, zeigt Pascal Lideck auf der Homepage der Stadt, wo die Verkehrsschilder erläutert werden. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Eine Schulnote von 3,9 im ADFC-Fahrradklima-Test, das ist keine Glanzleistung. Im Vergleich der Städte gleicher Größenordnung steht Schloß Holte-Stukenbrock auf Platz 166 von 311 Städten. Pascal Lideck, in der Stadtverwaltung für Verkehrsangelegenheiten zuständig, kann Kritik nachvollziehen – allerdings nicht jede.

Die Aktion ist vom Fachbereich Tiefbau und Umwelt ins Leben gerufen worden. »Wir haben uns beim ADFC beworben und haben dafür Werbung gemacht. Die Fragebögen lagen bei uns aus und konnten auch online ausgewertet werden. Leider war die Resonanz bei 58 Teilnehmern nicht so hoch wie erhofft«, sagt Lideck.

Konflikte

Dem ADFC geht es um das tägliche Radfahren. Und hier sehen die Teilnehmer viele Konflikte. »Das kann ich bestätigen. Mich erreichen viele Beschwerden. Radfahrer werden bedrängt, der Abstand nicht eingehalten, die Vorfahrt genommen. Es ist schwierig, die Autofahrer zu erziehen, gerade wenn wenig Platz ist. Natürlich machen auch Radfahrer Fehler, fahren, wo sie nicht fahren dürfen. Aber sie sind immer die Schwächeren«, sagt Lideck. Wo Radfahrer und Fußgänger auf einem Weg geführt werden, kommt es auch zu Konflikten. In diesem Fall sind die Fußgänger die Schwachen. »Es ist gut, dass die Polizei jetzt eine Radfahr-Kampagne macht, um das Bewusstsein zu schärfen.«

Straßenbelag

Kritik gibt es an den Belägen der Fahrradwege. »Extrem fällt mir das an der Kaunitzer Straße auf. Es gibt Pläne des Kreises, die Straße auszubauen, allerdings nicht vor 2021. An der Ostritzer Straße haben wir neu gepflastert, positiv ist die Situation vor dem Rathaus. An der Bahnhofstraße werden Radfahrer künftig wählen können, ob sie auf dem Schutzstreifen auf der Straße oder auf dem Geh-/Radweg fahren.« Lideck kann sich auch auf der Holter Straße Schutzstreifen vorstellen – damit Radfahrer auf beiden Seiten in Fahrtrichtung fahren können.

Fahrradstraße

Überhaupt nicht akzeptiert sei die Fahrradstraße Pollstraße und Marktweg. »Die Autofahrer wissen gar nicht, was das ist. Das liegt vielleicht daran, dass dieses Instrument zu selten genutzt wird.«

Einbahn

Positiv beurteilt wird, dass die Einbahnstraße Bachweg/Forellenweg vor der Michaelschule von Radfahrern auch gegen die Fahrtrichtung benutzt werden darf. Und Lob gibt es dafür, dass der Bauhof die Radwege im Sommer wie im Winter säubert und räumt.

Abstellmöglichkeit

Laut Fahrradklima-Test gibt es zu wenige Fahrradständer. Lideck verweist auf 210 am Bahnhof plus die 12 Fahrradboxen, Ständer an jeder Bushaltestelle, die ausgebaut wird, an Schulen. Die Tester beklagen zu wenig Werbung fürs Radfahren. »Stimmt, wir werben nur punktuell, wenn wir etwas für Radfahrer tun.«

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