Europawahl: Ausländer müssen aktiv werden – Briefwahl ganz einfach
Markierte Stimmzettel für die Statistik

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wie sagt man so schön? Der Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Es könnte was dran sein. Anja Lüke-Kassen, die seit 1999 im Rathaus an der Organisation der Wahlen beteiligt ist, glaubt, einen Trend zu erkennen, nämlich eine für EU-Verhältnisse gute Wahlbeteiligung.

Mittwoch, 01.05.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 15:38 Uhr
Die Kandidaten haben den Wähler im Blick. Wahlplakate vorm Rathaus, wo alle gut vorbereitet sind. Foto: Matthias Kleemann
Die Kandidaten haben den Wähler im Blick. Wahlplakate vorm Rathaus, wo alle gut vorbereitet sind. Foto: Matthias Kleemann

»Wir haben bereits jetzt schon 1047 Anträge auf Briefwahl.« Das sei viel, dafür, dass die Wahlunterlagen erst vor kurzem verschickt wurden. Bis zum 26. Mai geht noch viel Zeit ins Land. »Ich glaube, den Leuten wird bewusst, dass Europa doch wichtig ist«, vermutet Lüke-Kassen.

 

Infratest interviewt Wähler

Wenn das so ist, dann wissen die Wahlforscher am Wahlabend gleich nach der ersten Hochrechnung genaueres. Die Zahlen, die Jörg Schönenborn in der ARD präsentiert, werden dann auch auf Aussagen von hiesigen Wählern beruhen. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap wird seine Interviewer nämlich unter anderem nach Schloß Holte-Stukenbrock schicken. Dort werden sie vor dem Wahllokal des Bezirks 6 (Pollhansschule) und 12 (Grundschule Stukenbrock) stehen und die Bürger bitten, sich an ihrer Umfrage zu beteiligen.

 

Repräsentativer Wahlbezirk

Die Stadt wird aber noch in einer zweiten Statistik auftauchen, nämlich in der repräsentativen Statistik des Bundeswahlleiters. Dafür muss der Wahlbezirk 15 (Grundschule Stukenbrock) herhalten. Alle, die dort ihre Stimme abgeben, werden einen markierten Stimmzettel erhalten. Ein Großbuchstabe zwischen A und M kennzeichnet Alter und Geschlecht.

Es bleibt anonym, die Auswertung lässt jedoch zu, herauszufinden, wie bestimmte Altersgruppen oder Vertreter eines Geschlechts gewählt haben. »Alles schon mal dagewesen«, sagt Anja Lüke-Kassen. Sie hat auch eine Erklärung für alle, die sich wundern, warum an den Stimmzetteln oben rechts eine Ecke fehlt. »Dort können Sehbehinderte eine Schablone anlegen.«

Freilich, ob die Schablone für diesen Stimmzettel langt, weiß Lüke-Kassen nicht. 40 Parteien bewerben sich um die Gunst des Wählers. Der Stimmzettel ist so lang wie nie.

 

Superteam im Rathaus

Acht Mitarbeiter sind im Rathaus mit der Europawahl beschäftigt. »Wir sind ein Superteam und jeder packt an.« Es sei nicht so turbulent wie bei einer Bundestags- oder Kommunalwahl, aber trotzdem sei genug zu tun, zumal diesmal eine neue Software zum Einsatz kommt.

 

Was gilt für EU-Bürger?

Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass Unionsbürger hier wählen können. Dafür müssen sie aber im Wählerverzeichnis stehen, und das funktioniert nicht automatisch. Nur wer sich seit 1999 schon einmal um die Aufnahme in dieses Verzeichnis bemüht hat, steht drin, in Schloß Holte-Stukenbrock sind das 23 Personen.

Etwa 500 wahlberechtigte EU-Bürger leben in der Stadt, man weiß jedoch nicht, ob sie vielleicht in ihrem Herkunftsland zur Wahl gehen. Wer hier wählen gehen will, hat nicht mehr viel Zeit. Bis einschließlich Freitag geht die Frist, um sich im Wählerverzeichnis eintragen zu lassen.

 

Was machen die Briten?

Was machen eigentlich die Briten, die hier leben? »Viele haben inzwischen die Einbürgerung beantragt«, sagt Anja Lüke-Kassen. Karin Buschmann vom Standesamt kann das bestätigen. Seit Herbst vergangenen Jahres zählt sie 15 Briten, die so einen Antrag abgegeben haben. »Sonst kam nie jemand.« Und es dürften nicht alle sein, weil der eigentliche Ansprechpartner für Einbürgerungswillige ist der Kreis Gütersloh. Die Stadt gibt die Anträge nur weiter.

Von den erwähnten 23 wahlberechtigten EU-Bürgern sind 5 übrigens aus Großbritannien. Außerdem gibt es 4 Briten mit doppelter Staatsbürgerschaft. Die sind fein raus, zumindest, wenn Großbritannien am 10. Mai doch noch aus der EU austreten sollte.

 

Briefwahl mit dem Handy

Auch wer die Briefwahl beantragen will, muss aktiv werden. Das ist so einfach wie nie. Man muss mit seinem Handy nur den QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung scannen, dann landet man auf einem vorausgefüllten Formular, das man nur noch versenden muss, vorausgesetzt, man hat ein Smartphone und eine E-Mail-Adresse.

Wahlberechtigt sind in Schloß Holte-Stukenbrock 20.400 Personen. Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung übrigens bei 52 Prozent. Da war aber gleichzeitig Kommunalwahl.

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