Di., 21.05.2019

Realschule wird aufgelöst: Abschied vom letzten Jahrgang Digitaler Fußabdruck bleibt

Christel Kuch (rechts) ist Schulleiterin der Gesamtschule und des letzten Jahrgangs der Realschule. Ihre Stellvertreterin ist Daniela Hartmann, die von der Realschule kommt. Beide stellen die Schüler und deren Zukunft in den Mittelpunkt.

Christel Kuch (rechts) ist Schulleiterin der Gesamtschule und des letzten Jahrgangs der Realschule. Ihre Stellvertreterin ist Daniela Hartmann, die von der Realschule kommt. Beide stellen die Schüler und deren Zukunft in den Mittelpunkt. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Ende der Realschule wird keine Trauerfeier. Im Gegenteil: Der Abschlussjahrgang steht im Mittelpunkt, denn um die Zukunft der Schüler geht es. Das sagen Schulleiterin Christel Kuch und Stellvertreterin Daniela Hartmann, die neben der Gesamtschule auch den letzten Jahrgang der Realschule ins Ziel führen.

»Wir haben mit der Schulpflegschaft und den Eltern besprochen, dass es ein feierliches Rahmenprogramm geben wird«, sagen Christel Kuch und Daniela Hartmann. Besondere Herausforderung sei, gleichzeitig zur Gesamtschule im Aufbau die Realschule abzuwickeln. »Die Wertschätzung der Realschule darf nicht zu kurz kommen. Für den 10. Jahrgang ist es aber wichtig, die Weichen für die Zukunft zu stellen.«

»Es gibt nichts Schlimmeres als ein leeres Schulgebäude«

Es hatte einen Vorteil, dass die Schüler der Realschule und der Gesamtschule in einem Gebäude waren. »Es gibt nichts Schlimmeres als ein leeres Schulgebäude, in dem sich nur noch ein Jahrgang bewegt«, sagt Christel Kuch. Die Realschüler, so wie auch die Hauptschüler im Gebäude an der Jahnstraße, waren immer mitten im Leben und hätten deshalb niemals den Eindruck gehabt, aufs Abstellgleis geschoben worden zu sein. Die große Würdigung der Realschule gab es 2017 zum 40-jährigen Bestehen, weitere Aktionen sollen den Ehemaligen vorbehalten werden.

Die Schulleitung schreibt den reibungslosen Verlauf dem hohen Maß an Flexibilität der Kollegen zu. es sind inzwischen 51 Lehrer an der Gesamtschule plus drei aus der Realschule, die auch schulformübergreifend gearbeitet haben. »Das haben die Kollegen gut hinbekommen. Wir haben schulübergreifend gemeinsame Regeln vereinbart, damit wir eine Sprache sprechen. Schule ist ein lebendiger Organismus.« Denn die gute Stimmung, die an den Schulen herrsche, sei nicht selbstverständlich und vor allem der Professionalität zu verdanken. »Alle ziehen an einem Strang, die Zusammenarbeit klappt gut. Wir haben viel Energie reingesteckt, dass sich Schüler und Lehrer als Gemeinschaft verstehen.

Abschlussfahrt nach Soltau

Ein krönender Abschluss wird der große Wandertag am Montag, 3. Juni. Der Jahrgang 10 der Realschule macht seine Abschlussfahrt nach Soltau in den Heidepark. Sporthelfer und die Freiwilligen des Sanitätsdienstes dürfen als Dankeschön auch mitfahren.

Die Gesamtschule wird das übernehmen, was sich an Haupt- und Realschule bewährt hat und in das Konzept passt. Das sind Kooperationen und Bausteine. »Wir werden Traditionen weiterführen, wenn wir Personen finden, die das betreuen«, sagt Christel Kuch. Beispiele sind die Kooperation mit dem Drei-Schulen-Theater, der Adventszauber, die Praktika und mehr. »Wir müssen uns als Schule breit aufstellen und stark ausdifferenzieren«, sagt Kuch.

Die Daten bleiben

Haupt- und Realschule werden dieses Jahr ihren letzten Jahrgang verabschieden, sind somit ausgelaufen, während die Gesamtschule im Aufbau war und jetzt die Jahrgänge 5 bis 7 am Standort Jahn­straße in einem Haus mit dem letzten Jahrgang der Hautschule, ab Jahrgang 8, die Schüler am Hallenbad mit den letzten Realschülern unterrichtet werden.

Aber etwas wird noch lange von Haupt- und Realschule bleiben, die Daten nämlich. Als »Asylschule« ist die Gesamtschule verpflichtet, das digitale Erbe beider Schulen zu bewahren. Das sind die Zeugnisse (50 Jahre Aufbewahrungspflicht), die Prüfungsunterlagen, Stammblätter der Schüler, Klassenbücher und Unterrichtsdokumente. Nach 50 Jahren gehen die Daten an die Stadtverwaltung. Die Daten der Lisa-Tetzner-Schule müssen getrennt von denen der Realschule geführt werden. »Wir haben von Stadtarchivarin Anja Martin eine gute Beratung bekommen«, sagt Christel Kuch. Auch die alten E- Mail-Adressen bleiben bestehen und werden umgeleitet auf die Gesamtschule.

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