Fr., 24.05.2019

Jugendparlament organisiert erstmals »Fridays for Future«-Demo Stadt soll den Notstand ausrufen

Die Jugendlichen haben ihre Einschätzungen und Forderungen für eine verantwortungsvolle Politik auf Plakate gemalt. Eine schreibt: »Ich bin so sauer, ich hab sogar’n Plakat gemalt«. Die Generation ist mit der Umweltpolitik extrem unzufrieden.

Die Jugendlichen haben ihre Einschätzungen und Forderungen für eine verantwortungsvolle Politik auf Plakate gemalt. Eine schreibt: »Ich bin so sauer, ich hab sogar’n Plakat gemalt«. Die Generation ist mit der Umweltpolitik extrem unzufrieden. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt, und die letzte, die den Klimawandel abwenden kann.« Franka Fockel und Edona Hasani vom Jugendparlament hatten zur Demonstration »Fridays for Future« aufgerufen – und etwa 100 Schüler haben vor dem Rathaus demonstriert.

Überwiegend waren es Gymnasiasten, die an der Demo teilgenommen haben. Sie haben gleich ihre Gäste aus Polen mitgebracht. »Jugendliche der ganzen Welt setzen sich für den Klimaschutz ein, sagte Paulina aus Stettin. Franka Fockel verlas den Antrag des Jugendparlaments, in der Stadt den Klimanotstand auszurufen. Konstanz, Münster und Herford seien diesen Weg bereits gegangen. In Schloß Holte-Stukenbrock werden die jungen Leute von Bündnis 90/Die Grünen und SPD unterstützt. Der Antrag hat das Ziel, dem Klimaschutz höchste Priorität im politischen Handeln einzuräumen.

»Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut«, skandierten die Jugendlichen vor dem Rathaus. Laut ja, aber rücksichtsvoll: Standesbeamtin Karin Buschmann berichtet, dass die jungen Leute gewartet hatten, bis sie ein Paar getraut hatte. »Das Brautpaar unterstützt das Engagement Jugendlicher. Einer der Jugendlichen brachte dem Paar einen Strauß blauer Blumen als Entschuldigung, weil es auf ein Glas Sekt in den Bürgerpark ausweichen musste. Vor dem Rathaus war ja die Demonstration.«

Unterstützung von Eltern

Unterstützung bekamen die »Schulschwänzer« von den Eltern. Elternvertreter Jens Oppitz beunruhigt ebenso wie die Jugendlichen, dass der Meeresspiegel steigt, Hamburg im Wasser versinken könnte, bislang in Deutschland unbekannte Naturkatastrophen wie Tornados das Land heimsuchen (2016 waren es 488 Tornados). Wegen der Dürre steige der Brotpreis um 7 Prozent, das bedeutet allein für Deutschland Mehrkosten von einer Milliarde Euro. Oppitz bietet den Schülern an, sich eventuell in einer Arbeitsgemeinschaft verstärkt um den Klimaschutz zu kümmern.

Dialog mit Politikern

Politiker demonstrieren, dass sie die Jugendlichen ernst nehmen. »Wir unterstützen, dass ›Fridays for Future‹ endlich auch unsere Stadt erreicht«, sagte Marion Herzog (SPD). Maik Dück (CDU) lobt, dass junge Leute die Stimme erheben und mit den Politikern in einen Dialog treten. Bruno Reinke (Grüne): »Gut, dass ihr die Schule schwänzt. Das habe ich in den 68ern und 80er-Jahren auch getan. Kommt in den Ausschuss, um zu sehen, wie das Klima vergiftet wird.« Christian Hayk (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses, berichtet, wie viel die Stadt für die Umwelt tue und mit dem Energy-Award in Silber ausgezeichnet wurde. Dass die Stadt eine Klimaschutzmanagerin habe, sei Schülern kaum bekannt.

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Grüße aus Falkensee

Glückwunsch zur erfolgreichen Demo und beste Grüße aus Falkensee! Ihr seid bei mir in den Ecosia-News gelandet.

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