Neue Serie »Unternehmer im Unruhestand«: Heinrich Fromme aus Liemke
Ein Tüftler und Querdenker

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Vom Nichtstun hat das Tüftlergenie mit Erfindergeist noch nie viel gehalten. Auch im Ruhestand fällt es ihm heute »sehr schwer«. Wenn Heinrich Fromme, Unternehmensgründer der Froli Kunststoffwerke, zu erzählen beginnt, was er noch alles bewerkstelligt, mag man kaum glauben, dass er schon das 85. Lebensjahr vollendet hat.

Samstag, 01.06.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 06:50 Uhr
Heinrich Fromme in seiner privaten Werkstatt. Dort baut er viel aus Holz und setzt seine Ideen um. Foto: Manuela Fortmeier
Heinrich Fromme in seiner privaten Werkstatt. Dort baut er viel aus Holz und setzt seine Ideen um. Foto: Manuela Fortmeier
Heinrich Fromme mit seiner Lebensgefährtin Heidi Knoke. Gemeinsam sind sie sehr aktiv.

Heinrich Fromme mit seiner Lebensgefährtin Heidi Knoke. Gemeinsam sind sie sehr aktiv. Foto: Manuela Fortmeier

Erst 2008 ist der Liemker aus dem Unternehmen mit 300 Mitarbeitern, das er mit Leidenschaft aufgebaut hat, ausgeschieden. Sein Leben lang zeichnen ihn Kreativität, Wissbegierigkeit, Experimentierfreudigkeit und Schaffenskraft aus, verwoben mit einer gehörigen Portion Idealismus. Er ist offen für neue Ideen, Inspirationen und den technischen Fortschritt. Und so schaut Fromme mehrmals wöchentlich »zum Klönen« im Unternehmen vorbei.

Auch jetzt als Rentner, gesundheitlich etwas eingeschränkt, legt der Senior seine Hände nicht in den Schoß. »Nur rumsitzen kann ich nicht«, sagt Fromme. »Schlafen kann man nachts, wenn man dann nicht gerade vor lauter guter Ideen ins Grübeln gerät.« Selbst im Urlaub ist sein Zeichenbrett stets in greifbarer Nähe. »Wenn ich etwas Interessantes sehe, was nicht gut funktioniert, mache ich mir sofort Gedanken, wie man es besser machen könnte.«

Wohnmobil seniorengerecht umgebaut

In all den Jahren hat sich seine ständige Tüftelei vielseitig ausgezahlt. Bis zum Eintritt in den Ruhestand hat er 120 Patente und Schutzrechte auf seinen Namen angemeldet. Heute zählt das Unternehmen zu einem der größten Arbeitgeber in der Stadt. »Klotzen, nicht kleckern und bodenständig bleiben, das war immer mein Motto«, blickt Fromme auf »stressige Zeiten und oft sehr lange Arbeitstage« zurück.

Und während andere Senioren seines Alters nach Wohnungen im Betreuten Wohnen oder in einer Seniorenresidenz Ausschau halten, hat Fromme sein Wohnmobil altengerecht geplant, konzipiert und umgebaut. Ein echtes Fromme-Unikat: Darin eingebaut auch eine seiner Erfindungen, nämlich die Bettsysteme, die täglich im Unternehmen produziert und weltweit verkauft werden.

Heute kann der Seniorchef im Ruhestand, der das Management 1998 in die Hände seiner Tochter Margret gelegt hat, stolz auf seine Lebensleistung zurückblicken: Auf sein Unternehmen, aber auch auf die Gründung des Spielmannszuges St. Michael Liemke, die Mitbegründung des gleichnamigen Schützenvereins, sein Engagement als Ratsherr und das Anlegen eines eigenen Wohnmobil-Stellplatzes, der »sehr gut angenommen wird«.

Mit »Holzhäuschen« einen Traum erfüllt

Heinrich Fromme hat sich seinen Traum verwirklicht und ein Holzhäuschen in Liemke gebaut. »Es ist der Werkstoff Holz, der mich so fasziniert«, erklärt Fromme den Grund. Daneben stehen zahlreiche Hühnerställe, in denen gerade 65 Küken geschlüpft sind. Sehenswert ist seine gut ausgestattete Werkstatt, in der regelmäßig gewerkelt wird. »Wenn er tüftelt, geht es Heinrich gut«, sagt Heidi Knoke, seine Lebensgefährtin. Außerdem koche er leidenschaftlich gerne.

Mit Ehefrau Maria, die er 1954 in Kaunitz heiratete und die vor neun Jahren verstorben ist, hatte er die Frau an seiner Seite gefunden, die ihm die Kinder Johannes, Rita und Margret schenkte und ihm stets den Rücken stärkte. »Die Familie ist und war für mich immer das Wichtigste«, sagt der Unternehmer im Unruhestand.

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