Fr., 14.06.2019

Projektwoche: Pollhansschule wird zum »Haus der kleinen Forscher« Grundschüler programmieren Roboter

Der von David und Florian (von links) programmierte Lego-Roboter wird mit dem iPad gesteuert. Er kann mit seinem Greifer Legosteine zusammenschieben. Die 262 Schüler der Pollhansschule arbeiten jahrgangsübergreifend zusammen.

Der von David und Florian (von links) programmierte Lego-Roboter wird mit dem iPad gesteuert. Er kann mit seinem Greifer Legosteine zusammenschieben. Die 262 Schüler der Pollhansschule arbeiten jahrgangsübergreifend zusammen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Lego-Roboter hat Ähnlichkeit mit der Trickfilm-Figur Wall-E, der auf der verlassenen Erde eigenständig Müll sammelt. Der Roboter von David und Florian, Viertklässlern der Pollhansschule, bewegt sich auch. Gesteuert über ein iPad haben die Jungs den Roboter programmiert.

Das ist aber nicht nur etwas für Viertklässler. Auch Erstklässler sind schon dabei und bewältigen komplexe Steuerungen. »Dieses Projekt ist ein Selbstläufer. Die Kinder wollen gar nicht mehr aufhören«, sagt David Clausen, der zusammen mit Carolin Thiele und Timo Herwald das Projekt betreut. Einige iPads hat sich die Pollhansschule für die Projektwoche bei der Michaelschule geliehen.

Manche Kinder stecken die Nasen zusammen und überlegen, wie sie Steuerungen verbinden können. »Vier Schüler haben sich auf die Treppe gesetzt und gemeinsam ausgetüftelt, wie sie mit Sensoren bewerkstelligen, dass der Roboter nicht gegen die Wand fährt.« Einige haben zu Hause mit Mindstorm ein ähnliches System, viele haben aber noch nie etwas mit Programmieren zu tun gehabt. »Ich habe das beim Tag der offenen Tür im Gymnasium das erste Mal gesehen«, sagt Florian.

»Haus der kleinen Forscher«

Die Pollhansschule hat sich die ganze Woche ins »Haus der kleinen Forscher« verwandelt. Schwerpunkt sind naturwissenschaftliche Themen. »Jeder Schüler durfte drei Wunschprojekte nennen. Ein Wunsch wurde erfüllt«, sagt Schulleiterin Irmgard Heimbrodt. Die Schüler haben die Projekte selbst geplant und bei einem Vortreffen festgelegt, in welche Richtung sie forschen wollen. »Erstmals machen wir keinen Präsentationstag für die Eltern. Deshalb brauchen wir keine Ergebnisse, Schwerpunkt ist die Arbeitsweise.«

Neben den Robotern war der Weltraum beliebt. Die Sonne wurde aus Papier gebastelt, 1,40 Meter im Durchmesser. Der Merkur hat maßstabsgerecht zwei Millimeter Durchmesser und ist 58 Zentimeter von der Sonne entfernt. Der Neptun wäre allerdings schon 4,5 Kilometer entfernt. »Wir wollen die Entfernungen abgehen bei einem Marsch durchs Sonnensystem. Neptun schaffen wir nicht, aber den Uranus, der wäre 2,6 Kilometer entfernt«, sagt Vera Grolms, die mit Uwe Strunk und Heiko Janßen das Projekt betreut.

Um Raketen und um Vulkane, die mit Zitronensäure und Brausepulver angetrieben werden, kümmert sich die Gruppe »Chemie im Alltag«. Es brodelt und zischt. »Das ist der schönste Tag in meinem Leben«, jubelt der Erstklässler Leon. Mika, auch in der ersten Klasse, schaut schon eine Stunde lang seinem brodelnden Vulkan zu.

Luft und Wasser (Lebensformen in den Sammelteichen), die Schrift mit Kalligrafie und Hieroglyphen, der Körper mit Skelett und Innenleben, Lieblings- und Tarnfarben, die Umwelt-Zukunftswerkstatt, reden, Testessen und selbst kochen und Kugelbahnen sind weitere Projekte.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Wenn es zischt, brodelt und knallt, sind die Naturwissenschaften beliebt. Über Experimente können alle Kinder begeistert werden. Da sprechen Erstklässler vom schönsten Tag in ihrem Leben. Diese Begeisterung muss man nutzen und pflegen. Denn Außenstehende glauben kaum, was sie sehen: Erstklässler, die Roboter programmieren, altersgemischte Gruppen, die in Teams komplexe Probleme lösen, ohne dass man sie dazu ermahnen muss. Schule muss genau so sein – immer öfter und nicht nur bei Projektwochen.

 

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