Mi., 19.06.2019

Bisher ist erst eine Quote von 30 Prozent erreicht – 1000 Verträge fehlen noch für den Ausbau in der Stadt Glasfaser: Bürger schwer zu überzeugen

Am Wochenende besteht die letzte Möglichkeit für den Glasfaseranschluss bis ins Haus. Dafür werben (von links) Christof Martin Milek, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Manfred Bonensteffen (Fachbereich Tiefbau) und Melanie Becker.

Am Wochenende besteht die letzte Möglichkeit für den Glasfaseranschluss bis ins Haus. Dafür werben (von links) Christof Martin Milek, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Manfred Bonensteffen (Fachbereich Tiefbau) und Melanie Becker. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Uns war bewusst, dass es schwierig wird.« Bürgermeister Hubert Erichlandwehr appelliert an alle Bürger, noch einmal darüber nachzudenken, mit einem Vertragsabschluss mit der Deutschen Glasfaser die Weichen für die digitale Zukunft der Stadt zu stellen.

Die Deutsche Glasfaser will 15 Millionen Euro in Schloß Holte-Stukenbrock investieren, um Glasfaser von der Straße bis ins Haus zu bringen. Die Bürger bezahlten bei Vertragsabschluss mit der monatlichen Gebühr nicht mehr als bei ihrem bisherigen Anbieter. Es gebe keine Umstände, weil die Deutsche Glasfaser den Vertrag beim bisherigen Anbieter kündigt – und zwar erst dann, wenn die Versorgung über Glasfaser sichergestellt ist.

Stichtag verstrichen

Wie berichtet, ist für Schloß Holte der Stichtag am 15. Juni gewesen, für Stukenbrock, Stukenbrock-Senne, Sende und Liemke ist der Stichtag am Montag, 24. Juni. Bisher ist die erforderliche Quote von 40 Prozent aller Haushalte noch nicht erreicht. »Wir haben knapp mehr als 30 Prozent mit 3000 Verträgen erreicht«, sagt Christof Martin Milek, Projektmanager bei der Deutschen Glasfaser. 1000 Verträge fehlen also noch.

Richtig Werbung soll deshalb noch mal von Freitag bis Montag, 21. bis 24. Juni, am Büro an der Hauptstraße 30 gemacht werden. Geöffnet ist am Freitag von 14 bis 19 Uhr, am Samstag von 9.30 bis 15 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr und am Montag von 10 bis 19 Uhr. Auch Nachzügler aus Schloß Holte haben bis Ende des Monats noch Zeit, einen Vertrag abzuschließen. Auch der Info-Punkt im Elli-Markt in Schloß Holte bleibt besetzt.

Infrastrukturprojekt

»Das ist ein wichtiges Infrastrukturprojekt für die Stadt. Ziel ist, die Stadt flächendeckend zu versorgen«, sagt der Bürgermeister, der hofft, dass sich am Wochenende noch Menschen dafür entscheiden. Das Problem sei, dass die Bürger denken, die Stadt sei ausreichend mit Glasfaser versorgt. »Das stimmt auch, aber eben nicht bis auf den letzten Meter bis ins Haus.« Und da viele mehr als 30 MBit/s haben, reiche ihnen das. Die meisten hätten 50 bis 100 MBit/s. »In Stukenbrock-Senne und Liemke, wo das Internet langsam ist, haben mehr als 50 Prozent unterschrieben«, sagt Erichlandwehr.

Deutschland fast Schlusslicht

»Wenn man sich ein bisschen mit Technik beschäftigt, weiß man, dass das auf Dauer nicht ausreicht.« Im europäischen Vergleich habe Deutschland mit einem Abdeckungsgrad von 1,6 Prozent den vorletzten Platz. Japan führt vor Estland und Schweden, die zu 75 Prozent die neueste Technik haben. »Man erwartet in zehn Jahren mehr, als einen Film ruckelfrei zu sehen.«

Erichlandwehr und Milek weisen darauf hin, dass Häuser im Wert steigen. Auch wenn bisher noch kein Internet benutzt werde. »Man muss in die Zukunft denken und der nachfolgenden Generation alle Möglichkeiten bieten. Die Digitalisierung ist noch nicht an ihr Ende gestoßen und schreitet weiter voran.«

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