Wie die Produkte der Holter Hütte präsentiert werden können
Der Ofen ist noch nicht aus

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Industriemuseum gibt’s in absehbarer Zeit nicht. Dennoch ist der Ofen nicht aus. Die Produkte der Holter Hütte (1842 bis 1966) stehen zurzeit im zweiten Foyer des Rathauses nur herum. Drei Konzepte gibt es, wie sie gewinnbringend präsentiert werden können.

Freitag, 05.07.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 05.07.2019, 06:50 Uhr
Klaus Meinders stellt für »Museumsreif« ein Raum-in-Raum-Konzept vor. Die Textildrucke an den Wänden zeigen Glut oder das Foto der Fassade der Alten Gießerei. Die Eingangstür könnte als Ofenklappe gestaltet sein. Foto: Museumsreif
Klaus Meinders stellt für »Museumsreif« ein Raum-in-Raum-Konzept vor. Die Textildrucke an den Wänden zeigen Glut oder das Foto der Fassade der Alten Gießerei. Die Eingangstür könnte als Ofenklappe gestaltet sein. Foto: Museumsreif
Michael Falkenstein, Agentur Syrex, stellt Beziehungen her. Links eine Hörstele, auch mit einer Kinderversion.

Michael Falkenstein, Agentur Syrex, stellt Beziehungen her. Links eine Hörstele, auch mit einer Kinderversion. Foto: Syrex

Im Kulturausschuss haben die Politiker Konzepte von drei Büros gehört und im Entwurf gesehen. Alle drei finden die Öfen als Ansatzpunkt zum Erzählen einer Geschichte oder der Geschichte spannend. Der Raum muss entrümpelt werden. »Zurzeit ist das zweite Rathausfoyer ein Ofenlager«, sagen die Experten.

Kessler & Co.

Helmut Kessler vom Mülheimer Büro Kessler & Co. wartet mit Referenzen aus der Region auf: Das Widukind-Museum Enger, das Doberg-Museum Bünde, das Hexenbürgermeisterhaus Lemgo – die Konzeptionen für die Ausstellungen kommen aus seinem Büro. »Zurzeit sind die Öfen nicht sinnlich erfahrbar, der Kontext fehlt«, sagt Kessler. Er schlägt vor, einige wenige Exemplare Geschichten erzählen zu lassen und in Modulen darzustellen. – wie zum Beispiel die Geschichte der Familie Tenge, Infos über die Rohstoffe, Gussöfen und wie sie genutzt werden.

Helmut Kessler arbeitet mit Modulen.

Helmut Kessler arbeitet mit Modulen. Foto: Kessler & Co.

Museumsreif

Klaus Meinders von »Museumsreif« will einen Raum im Raum inszenieren. Die Glastür kann zur Ofenklappe umdekoriert werden, vor die Fenster und Wände werden auf Zwischenwänden Textiliendrucke gespannt, die Glut zeigen. Innerhalb dieses Raumes kommen modulare Aufsteller mit Öfen, einen kleinen Textteil und einer Stele dazu, an der eine Geschichte gehört wird. Zum Beispiel die des Arbeiters, der in der Holter Hütte gearbeitet hat. Sinnliche Erfahrungen sind wichtig: Wie riecht Feuer? Wie klingt ein Ofen? Leuchtwände, die die Fassade der Alten Gießerei zeigen, stellen Beziehungen her. Ein heißer Tipp an einer Station gehöre dazu.

Agentur Syrex

Michael Falkenstein von der Agentur Syrex hat bereits die Ausstellung der Öfen der Holter Hütte im Historischen Museum Bielefeld konzipiert. »Die Sammlung trägt Geschichte«, sagt er. Ihm schweben Themenbühnen vor, die die Öfen in Beziehung setzen zu Schloß Holte-Stukenbrock, zum Wandel in Politik und Gesellschaft, zur Weimarer Republik, zur Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, zur Industrialisierung oder auch zu Themen wie Wärme, Klima, Nachhaltigkeit.

Alle Büros wissen, dass der Förderverein Industriemuseum viel Vorarbeit geleistet hat, die zur inhaltlichen Gestaltung der Ausstellung genutzt werden soll. Schloß Holte-Stukenbrock könne sich als Ofenstadt einen Namen machen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6749572?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann ist tot
Thomas Oppermann zog 2005 in den Bundestag ein. Von 2013 bis 2017 war der Jurist Vorsitzender der SPD-Fraktion.
Nachrichten-Ticker