Fr., 12.07.2019

Klimakundgebung vom Rathaus zum Holter Kirchplatz Jugend gibt schlechte Noten

Etwa 40 junge Leute waren dem Aufruf des Jugendparlaments gefolgt und sind am letzten Schultag vor den Sommerfreien nach Schulschluss vom Rathaus auf der Holter Straße zum Holter Kirchplatz gezogen, um das Zeugnis zu enthüllen, das sie selbst vergeben.

Etwa 40 junge Leute waren dem Aufruf des Jugendparlaments gefolgt und sind am letzten Schultag vor den Sommerfreien nach Schulschluss vom Rathaus auf der Holter Straße zum Holter Kirchplatz gezogen, um das Zeugnis zu enthüllen, das sie selbst vergeben. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Klimapolitik: 5. Generationsgerechtigkeit: 5. Nachhaltigkeit 6+. Zu viele versäumte und unentschuldigte Stunden. Das Jugendparlament stellt der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus. Die Versetzung ist gefährdet.

Andere waren schon auf dem Weg in die Ferien. Etwa 40 Schüler hatten gerade selbst ihr Zeugnis erhalten, wollten aber auch über die Bundesregierung urteilen und hängten quasi dafür zwei Stunden dran. »Fridays for Future« mal anders: Das Jugendparlament hatte zur Kundgebung aufgerufen. Am Rathaus trafen sich die Jugendlichen und einige Erwachsene und zogen von dort über die Holter Straße zum Holter Kirchplatz. Ihr Weg über die Straße bremste einige Autofahrer aus, die bereits nervös auf dem Weg in die Ferien waren. »Wir lassen hier niemanden die Schüler überholen«, sagte Polizist Tido Perret, der mit den Bezirksbeamten Claus Mikus und Michael Schulmann die jungen Leute absicherte und gefahrlos eine Fahrspur auf der Holter Straße benutzen ließ.

»Wir hatten mehr Leute erwartet«, sagte Franka Fockel, kommissarische Vorsitzende des Jugendparlaments, die gemeinsam mit Jennifer Kleinemas, Frederick Engelns-Runte, Livia Schultz und Franziska Gees die zweite »Fridays-for-Future«-Aktion vorbereitet hatte. »Es war Regen angesagt worden. Das hat vielleicht einige abgeschreckt. Viele sind auch direkt nach der Schule in die Ferien gefahren.«

Grüne unterstützen Antrag

Dennoch hat der kleine Demonstrationszug einige Aufmerksamkeit erregt. Auf dem Holter Kirchplatz bleiben dann auch einige stehen und hörten sich an, was die Jugendlichen zu sagen haben. Zwischen zwei Bäume hatten die Jugendlichen eine Leine gespannt, an der das Zeugnis für die Leistungen der Bundesregierung entrollt wurde. Wäre es ein Zeugnis, das einer der Schüler nach Hause gebracht hätte, hätte das Stress bedeutet – und vermutlich Nachhilfe.

Nicht nur junge Leute machen sich stark fürs Klima. Christa Silbernagel (67) ergriff das Mikrofon und sagte ihre Unterstützung zu. »Klimaschutz ist nicht nur Sache der Jugend. Das geht mich genau so an.« Udo Richter (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, die Grünen im Rat der Stadt werden den Antrag des Jugendparlaments unterstützen, für Schloß Holte-Stukenbrock den Klimanotstand auszurufen. »Das ist nötig und notwendig.«

CDU bringt Ideen ein

Im Hintergrund haben sich stellvertretender Bürgermeister Hans Schäfer und stellvertretender CDU-Stadtverbandsvorsitzender Maik Dück gehalten. »Ich unterstütze das Jugendparlament als Ordner«, sagt Dück, der selbst seine politische Karriere im Jugendparlament begonnen hat. Und obwohl er das Jugendparlament unterstützt, werde die CDU dem Klimanotstand nicht zustimmen. »Wir werden konkrete Maßnahmen und Ideen zum Klimaschutz auf den Weg bringen. Der Klimanotstand würde bedeuten, das Klima über alles zu stellen. In der Konsequenz hieße das, dass man Pollhans nicht mehr zulassen dürfte, weil das Volksfest ein riesiger Energiefresser ist.«

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