Mi., 07.08.2019

Unternehmer im Unruhestand: Klaus Niebel hat heimische Countryszene entwickelt Im Herzen ein Trucker

Klaus Niebel mit Jukebox und Truck: Zu seinem Geburtstag am Donnerstag beginnt der 34. Truck-Treff.

Klaus Niebel mit Jukebox und Truck: Zu seinem Geburtstag am Donnerstag beginnt der 34. Truck-Treff. Foto: Manuela Fortmeier

Von Manuela Fortmeier

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). In seiner Freizeit trägt Klaus Niebel Cowboystiefel, Chaps, Westerngürtel mit Buckles. Eine Bolotie, die Westernkrawatte, ziert den Ausschnitt des karierten Westernhemdes. Die Männer der Band »Truck Stop« und der Countrysänger Tom Astor gehören zu seinem engen Freundeskreis.

Zu seinem 70. Geburtstag, Klaus Niebel feiert am Donnerstag seinen 73., hat der legendäre, inzwischen verstorbene Countrysänger Gunter Gabriel gesungen. »Gunter war ein enger Freund unserer Familie. Wann immer er in der Nähe war, ließ er es sich nicht nehmen, uns zu besuchen. Er hatte eine wunderbare, tiefsinnige Seite, die nur wenige kannten. Dafür haben wir ihn sehr geschätzt.«

 

Festival in Kaunitz

Seit Beginn der 80er-Jahre hat Klaus Niebel sich der Trucker- und Countryszene verschrieben und sich mit seinen Westernkleidungs-Verkaufsständen und den Truckerfesten in Kaunitz einen Namen gemacht.

Als Kind ist der gebürtige Lüdenscheider, der als Einzelkind aufgewachsen ist, mit seinen Eltern nach Stukenbrock gezogen. Hier ist er zur Schule gegangen und aufgewachsen. »Ich hatte eine schöne Kindheit und Jugendzeit«, sagt Niebel.

 

Einst Werkzeugmacher

Nach dem Schulabschluss hat er eine Ausbildung als Werkzeugmacher beim Unternehmen Schilling in Sennestadt absolviert und drei weitere Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Danach war es ein Familienurlaub in Amerika, der insbesondere sein Arbeitsleben beeinflusste und veränderte.

»Ich war begeistert von den vielen großen, beeindruckenden Trucks, der Kleidung der Trucker und der Countryszene. So etwas gab es bei uns ja damals überhaupt nicht. Alles war neu, spannend, eine völlig neue Welt«, erinnert sich Niebel. Sofort sei die Idee entstanden, so etwas, ein Treffen für Trucker, wie es das in Amerika auf den großen Parkplätzen gab, müsste es in Deutschland auch mal geben.

Das Country- und Truckerfest war geboren. Anfänglich drei Mal auf dem Pollhans-Platz, seitdem inzwischen 30 Mal in Kaunitz, lockt dieses Fest jährlich Massen in die Region. Bereits zum 34. Mal findet es dieses Jahr von Donnerstag bis Sonntag, 8. bis 11. August, auf dem Gelände der Ostwestfalenhalle in Kaunitz statt.

Mit Peterbilt unterwegs

Schon damals, vor seiner Selbstständigkeit, hat Klaus Niebel nebenbei bestickte T-Shirts und Käppis auf Motorradtreffen an seinem Stand angeboten. Als er dann davon gehört habe, dass die Raststätte »Geiselwind« mit dem Stargast Gunter Gabriel eröffnet werden sollte, habe für ihn festgestanden: »Ich bin mit meinem Stand dabei und werde den Versuch wagen, auch Country-und Truckerbekleidung anzubieten.« Mit Erfolg. Seitdem nahm Niebel regelmäßig mit seinen Ständen an solchen Trucker- und Countryfesten teil, erwarb sogar selbst einen großen Truck der Marke Peterbilt, mit dem er über die Lande zog. Nachdem sein Geschäft an der Kaunitzer Straße zu klein geworden war, eröffnete er den Store für Country- und Westernbekleidung an der Hauptstraße und gleich nebenan die Eventhalle.

 

Kaufmännisch gedacht

»Bis Ende vergangenen Jahres haben wir in der Eventhalle unzählige Feste gefeiert, namhafte Größen der Country-Musikszene zu Gast gehabt, waren mit unseren Silvesterpartys und dem Store erfolgreich«, sagt Niebel. Allerdings hätten sich die Zeiten gewandelt, seien die Feste immer weniger gut besucht gewesen und sei die Nachfrage der Hobbyisten, die diese Kleidung tragen, gesunken.

»Da ich jetzt auch schon seit Jahren Rentner bin, wollten wir rechtzeitig handeln und kaufmännisch umdenken.« Heute wird die Eventhalle nur noch für private Feste vermietet, ist aus dem Store ein Onlinehandel geworden und Sohn Thorsten, der den Betrieb weiterführt und der auf die Hilfe seines Vaters Klaus und Mutter Gaby zählen kann, fährt wieder europaweit mit seinem Stand auf Countryfeste.

Klaus Niebel genießt seine neu gewonnene Freizeit für seine Hobbys. »Ich höre stundenlang Musik oder fahre über die Lande«, sagt er. Besonders alte Schlager, Rock-’n’-Roll- und Country-Musik laufen bei ihm fast den ganzen Tag. Und noch etwas hat er verraten. »Für meine Frau Gaby und meine beiden Enkelinnen habe ich jetzt richtig viel Zeit, und das genieße ich in vollen Zügen.«

Zur Serie:

Die Serie »Unternehmer im Unruhestand« beschäftigt sich mit Persönlichkeiten aus Schloß Holte-Stukenbrock. Bisher erschienen:

Heinrich Fromme (1. Juni),

Wolfgang Zindler (15. Juni),

Manfred Oekenpöhler (27. Juli).

 

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