Do., 15.08.2019

Sommer-Akademie mit Flüchtlingskindern Kunst stärkt Selbstvertrauen

Die Flüchtlingskinder lernen und haben viel Spaß bei der Sommer-Kunstakademie auf dem Hof Peitzmeier/Obermeier: Avin, Mariam, Gjulizar, Karin Puce, Lava, Drita, Eilyan, Paula van der Woude, Rojin und Amina.

Die Flüchtlingskinder lernen und haben viel Spaß bei der Sommer-Kunstakademie auf dem Hof Peitzmeier/Obermeier: Avin, Mariam, Gjulizar, Karin Puce, Lava, Drita, Eilyan, Paula van der Woude, Rojin und Amina. Foto: Bernd Steinbacher

Von Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Buntstifte, Ölkreide und Acrylfarben – die Kinder lernen unterschiedliche Maltechniken kennen. Was aber noch viel wichtiger ist: »Das Selbstvertrauen der Kinder wächst.« Das sagt Christa Peitzmeier als Projektleiterin.

Zehn Flüchtlingsmädchen im Alter von 8 bis 14 Jahren sind in dieser Woche bis Samstag auf dem Hof Peitzmeier/Obermeier an der Kaunitzer Straße, um gemeinsam in der Sommer-Kunstakademie zu malen. Danach besteht das Angebot an vier Samstagen weiter. Die Teilnehmerinnen kommen aus unterschiedlichen Ländern, zum Beispiel aus Syrien, der Türkei, dem Iran und Irak.

Nur still sitzen geht natürlich nicht, deshalb bieten Alexandra Pesce und Paula van der Woude auch Bewegungsspiele an. Bei Alexandra Pesce geht es um Ausdruckstanz, aber auch um kreatives Arbeiten mit Material aus der Natur. Beispielsweise Holz, Steine und Blätter werden für Collagen verwendet. Und wie könnte es anders sein: Bei Paula van der Woude sind auch Tennisbälle im Spiel. »Gemeinsame Übungen stärken den Zusammenhalt«, sagt sie.

Beim Bilddiktat wird noch die deutsche Sprache angewendet

Karin Puce aus Gütersloh bringt den Mädchen verschiedene Maltechniken und Materialien nahe. Beim Bilddiktat wird auch gleich noch die deutsche Sprache angewendet. »Der Tisch steht in der Bildmitte.« Eine solche Vorgabe kann schnell umgesetzt werden. Ein Erfolgserlebnis stellt sich ein.

Christa Peitzmeier erklärt, dass der Veranstalter die Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit, Bildung, Kultur NRW in Bochum ist. Peitzmeier hat das Konzept geschrieben. Die ehemalige Ganztagskoordinatorin der Lisa-Tetzner-Schule hat sich nach Schließung der Hauptschule beruflich umorientiert und ist jetzt in ihrem Hauptberuf in der Flüchtlingsbetreuung in Gütersloh tätig.

Kooperationspartner für dieses Sommerferienprojekt ist die Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist Stukenbrock. Giesela Hörster kümmert sich um die Verpflegung, kocht das Mittagessen und hat im Vorfeld viel Arbeit geleistet. »Ich kenne die Flüchtlingsfamilien in der Stadt, habe sie angesprochen, ob die Kinder Interesse haben.«

Kritzelbilder auf Betttüchern

Die zehn Mädchen, die sich angemeldet haben, malen mit Freude. »Die Kinder malen themenorientiert«, sagt Christa Peitzmeier. »Ich bin stolz auf meinen Namen«, war das Thema am Montag. So ist auf jedem Bild der eigene Namen ein zentrales Element. »Bei mir gehen die Mädchen beim begleiteten Malen auf eine Fantasiereise. Sie können dabei ihre Vorstellungen zu Papier bringen.«

Am Mittwoch stand das Ferienangebot unter dem Thema Entspannung. Auf Betttüchern sind Kritzelbilder entstanden. Diese Banner sollen als Wegweiser dienen, wenn die Besucher zur Vernissage kommen. Das Sommerfest findet am Samstag, 21. September, ab 15 Uhr auf dem Hof statt. Es gibt es ein Programm für Kinder und Erwachsene: Trecker- und Quadrundfahrten sind geplant, und natürlich können sich alle die entstandenen Bilder anschauen.

Ein Kommentar von Bernd Steinbacher

Die Flüchtlingskinder haben Freude am Malen und Gestalten und lernen dabei zusätzlich Deutsch. Solche Projekte sind sehr wichtig, denn das Beherrschen der Sprache des Landes, in dem sie leben, ist die wichtigste Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration. Gemeinsames Spielen verbindet, die Verständigung funktioniert, auch wenn die Betreuerinnen manchmal auf Englisch zurückgreifen müssen. Die Mädchen helfen sich zudem untereinander – so entsteht Erfolg. Das ist ebenfalls eine wichtige Erfahrung.

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