Fr., 13.09.2019

Kreisjugendpflegerin berichtet über die Arbeit der Häuser Offene Jugendarbeit durchbricht Teufelskreis

Kreisjugendpflegerin Wencke Meiertoberens (rechts) mit Sonja Mursch (Evangelisches Jugendhaus), Katharina Krowarsch (Jugendcafé St. Ursula) und Jürgen Bredenbröker (Jugendheim Stukenbrock, von links).

Kreisjugendpflegerin Wencke Meiertoberens (rechts) mit Sonja Mursch (Evangelisches Jugendhaus), Katharina Krowarsch (Jugendcafé St. Ursula) und Jürgen Bredenbröker (Jugendheim Stukenbrock, von links). Foto: Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). »Es steckt mehr hinter Billard spielen als nur Billard spielen.« Das hat Kreisjugendpflegerin Wencke Meiertoberens im Familien-, Demografie- und Integrationsausschuss während ihres Berichts zur offenen Kinder- und Jugendarbeit gesagt.

Der Bericht über die Jugendarbeit vor Ort steht jährlich auf der Tagesordnung. Dieses Mal hat Meiertoberens aber die Grundsätze erläutert. Das vor allem deshalb, um Politiker und Interessierte zu veranlassen, an der Auftaktveranstaltung am Dienstag, 8. Oktober, 17 bis 19.30 Uhr im Kreishaus Gütersloh teilzunehmen. Ziel ist, einen neuen Kinder- und Jugendförderplan für den Kreis Gütersloh zu formulieren, der bis 2025 Bestand haben soll. Anliegen der Veranstaltung ist es, die Anforderungen an die Arbeit aus der Perspektive der Fachkräfte, Träger, Politik und Verwaltung zu erfassen. Begleitet wird die Veranstaltung vom Landesjugendamt Westfalen-Lippe.

Jugendleiter-Schulung

Jugendhäuser sind in der offenen Arbeit vor allem auf Ehrenamtliche angewiesen. Meist sind es Jugendliche, die als Kinder die Angebote kennen und schätzen gelernt haben und etwas davon an die nächste Generation weitergeben wollen. Alle drei Jugendhäuser der Stadt schöpfen aus einem großen Pool Ehrenamtlicher. Die sollen auch Unterstützung erhalten über das Jugendleiter-Schulungsprogramm für Ehrenamtliche. Das Programm hat die Jugendpflege des Kreises mit den Jugendämtern der Städte Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück und Verl gemeinsam erarbeitet. Ferienspiele zum Beispiel mit 50 bis 80 Kindern wie in den heimischen Jugendhäusern, seien ohne Ehrenamtliche nicht durchführbar.

"

Jugend ist etwas, das es früher nicht gab.

Wencke Meiertoberens

"

Jugend ist etwas, das es früher nicht gab, sagte Wencke Meiertoberens. Damals war man Kind oder musste zur Arbeit und war damit im Erwachsenenstatus angekommen, in dem junge Menschen zum Unterhalt der Familie beitragen mussten. Heute kommt der offenen Jugendarbeit eine wichtige Rolle zu. Zu Hause hören Jugendliche meist Regelansagen, in der Schule werden sie überwiegend mit Anforderungen konfrontiert. Das, was im Kindergarten vermittelt wurde, dass Kinder mitbestimmen, mitgestalten und Ideen einbringen, gehe in Schule und Elternhaus oft verloren. Den Teufelskreis der Demoralisierung zu durchbrechen, komme den Jugendhäusern zu. »Hier werden sie ermutigt, sich zu engagieren und Ideen einzubringen. Sie lernen eine alternative Erwachsenenrolle und erleben Ziele, für die es sich zu engagieren lohnt.« 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6922352?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F