Landtagspräsident möchte Lagerkirche zur Gedenkstätte umsetzen
Kuper hegt einen Traum

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Landtagspräsident André Kuper unterstützt den Wunsch des Fördervereins Gedenkstätte Stalag 326 nach Verdoppelung der Zuschüsse. »Es ist wichtig, den Verein in der Übergangszeit auf sichere Füße zu stellen.«

Montag, 16.09.2019, 06:00 Uhr
André Kuper, Klaus Dirks und Oliver Nickel (von rechts) führen die CDU-Mitglieder durch die Gedenkstätten-Visionen. Foto: Monika Schönfeld
André Kuper, Klaus Dirks und Oliver Nickel (von rechts) führen die CDU-Mitglieder durch die Gedenkstätten-Visionen. Foto: Monika Schönfeld

André Kuper ist Leiter des Lenkungskreises, der die Gedenkstätte zu internationaler Bedeutung entwickeln will. Dabei geht es nicht nur um die Zeit von 1941 bis 1945, in der von hier aus 300.000 Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter in den Ruhrbergbau und in die Landwirtschaft geschickt wurden. Es geht auch um die Folgenutzung als Internierungslager und nach 1947 als Sozialwerk, in dem geschätzt 200.000 aus den Ostgebieten Vertriebene eine vorläufige neue Heimat fanden. 70.000 der 96.000 elternlosen Jugendlichen sind hier aufgenommen worden. »Es ist wichtig, immer wieder zu betonen: Es gibt keinen Krieg in dieser Welt, der nicht Flucht und Vertreibung zur Folge hat«, sagte Kuper, prominenter Gast des CDU-Sommerfestes, das mit der Besichtigung der Visionen von Studenten für eine Gedenkstätte begann.

Visionen

Die Varianten für die Gedenkstätte sind von der Technischen Universität OWL erstellt worden. Die Studenten waren so begeistert von dem Thema, dass sie im »Urban Lab« für die 9,3 Hektar Fläche in 23 Arbeiten Visionen entwickelt haben, wie eine Gedenkstätte mit Ausstellung, Besucherzentrum mit Shop aussehen könnte. Die Ausstellung war im Entlausungshaus zu sehen. »Das war der schlimmste Gewaltraum der Gefangenen. Die Hölle in der Hölle. Hier musste jeder mehrfach durch. Deshalb ist es ein wichtiger Raum für die Angehörigen«, sagt Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte.

Kuper berichtete, dass bis 2020 die Machbarkeitsstudie fertig sein soll. Im August 2020 wird der Antrag an den Bund abgegeben. Im Idealfall könnten 2021 die Ausschreibungen laufen. Benötigt wird auch ein Trägermodell.

»Allein dies, was Sie hier sehen, kostet Millionen. Aber man darf ja mal träumen: Wenn alles fertig ist, wäre es schön, wenn die Lagerkirche, die schon einmal transloziert worden ist, in das Gedenkstätten-Gelände umgesetzt wird.«

Gedächtnispfad

Eingebunden wird die Gedenkstätte an den Gedächtnispfad, den der Dorfverein Stukenbrock-Senne ins Gespräch gebracht hat. Der Sowjetische Ehrenfriedhof, Russenpatt und Lorenbahn können einbezogen werden mit Staumühle und der Wäschestelle an der Ems. Kuper wünscht sich außerdem ein wetterfestes Gebäude auf dem Ehrenfriedhof und ein digitales Kataster, an dem die Angehörigen ablesen können, in welcher Reihe an welcher Stelle ihr Angehöriger begraben ist. 

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