Do., 19.09.2019

Auch andere Werkzeuge stehen bei den Tieren im Safariland Stukenbrock hoch im Kurs Snoopy (47) genießt die Pflege mit der Flex

Mit tausenden Umdrehungen: Tierpfleger Marcel Krämer (42) entfernt beim Nashornbullen »Snoopy« mit einem Winkelschleifer Hautschuppen.

Mit tausenden Umdrehungen: Tierpfleger Marcel Krämer (42) entfernt beim Nashornbullen »Snoopy« mit einem Winkelschleifer Hautschuppen. Foto: Ralf Meier

Von Christian Bröder

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Eine tierisch harte Pediküre: Wenn beim Nashornbullen Snoopy die wöchentliche Fußpflege auf dem Programm steht, greift sein Tierpfleger Marcel Krämer (42) zur Schleifhexe.

Ein handelsüblicher Winkelschleifer ist jedoch nicht das einzige Heimwerker-Utensil, das bei den Tieren im Safariland Stukenbrock in Sachen Pflege und Wellness zum Einsatz kommt.

»Haut, Hörner, Hufe!«

Einmal »Haut, Hörner, Hufe«, bitte! Mindestens einmal wöchentlich wird für Nashorn Snoopy das gut 1500 Quadratmeter große Gehege zum kleinen Wellness-Tempel. Es gibt die immer wieder gleichen und wohltuenden Prozeduren. Mit einem Dampfreiniger weicht Marcel Krämer bei schonenden Wassertemperaturen um etwas über 40 Grad die Haut des 3,2 Tonnen schweren Breitmaulnashorns auf. Es folgt eine etwa zweistündige Ruhephase im Stall, ehe die trockenen Hautschuppen mit dem akkubetriebenen Winkelschleifer runtergebürstet werden. »Danach reiben wir den Körper noch mit Sonnenblumenöl ein«, verrät Jeanette Wurms (43). Eigentlich fehlen nur noch der Quark im Gesicht und die Gurken auf den Augen. Doch es geht weiter: Auch das Reinigen der zwei Hörner, die Rückenpflege und das Glattschleifen der Hufe nimmt der Fachmann mit tausenden Umdrehungen des Winkelschleifers eines japanischen Herstellers vor.

Das Reinigen der zwei Hörner nimmt der Fachmann mit tausenden Umdrehungen des Winkelschleifers eines japanischen Herstellers vor.

Die Prozedur schaut unangenehm aus, ist für den 47-jährigen Snoopy aber Entspannung pur. »Nashörner haben halt sehr harte Nägel und wir können die Maschine sehr sanft einstellen. Selbst wir Menschen könnten uns damit die Hornhaut runterflexen. Das funktioniert, wir haben es spaßeshalber schon getestet«, verrät Jeanette Wurms.

Die Mitgesellschafterin des Safarilands weiß als gelernte Tierpflegerin nur allzugut, wie hoch »Behandlungen« vom Tierpfleger bei einigen Bewohnern des Safarilands im Kurs stehen. Auch die vier afrikanischen Elefantendamen Didi (44), Mausi (37), Baby (37) und Benji (35) kommen bei der Pediküre immer wieder in den Genuss des Winkelschleifers von Marcel Krämer. »Seit er bei uns ist und das macht, haben wir die bravsten Elefanten überhaupt«, sagt Jeanette Wurms. Eine Leiter ist vonnöten, um die grauen Dickhäuter auch im Bereich der Rückenpartien zu säubern und zu pflegen. Auch hierbei kommt der Dampfreiniger zum Einsatz.

Beim harten Horn der Tiere sind Rosenscheren eben optimal«, so Wurms

Rosenscheren für das Horn

Weiter geht es mit dem Griff in den Werkzeugkasten: Auch beim Klauenschnitt der Ziegen und Alpakas behilft man sich in Stukenbrock mit Gerätschaften, die zum typischen Inventar eines Heimwerker-Marktes zählen. »Beim harten Horn der Tiere sind Rosenscheren eben optimal«, weiß Wurms. Handelsübliche Eisenfeilen sind hingegen das bewährte Mittel, um der großen Hufe der Zebras Herr zu werden. Unter anderem eine Säge wird in der kommenden Woche benötigt, wenn Giraffe Chaka unter Narkose die Hufe begradigt werden. Auch ein Hammer wird hier und dort schon einmal zweckentfremdet, wenn es um das Wohl der Tiere geht. Hauptsache es hilft!

Nashornbulle Snoopy, der einst aus Dortmund nach Schloß Holte-Stukenbrock gekommen ist und dort nach dem Tod von Nashorndame Buffy seit drei Jahren ohne Artgenossin lebt, hat mittlerweile das fast schon gesegnete Alter von 47 Jahren erreicht. »Als Mensch wäre er damit geschätzt etwa 80 Jahre alt«, sagt Jeanette Wurms, die den Charakter des Nashorns zu schätzen weiß: »Er ist super-verschmust und mag es, wenn man ihn unter dem Bauch krault.« Unverzichtbar ist für Snoopy aber auch eines geworden: die wöchentliche Pflege mit der Flex.

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