Mo., 30.09.2019

Feuerwehrübung: Löschwasser aus 1500 Metern Entfernung aus dem Bach geholt Was ‘ne lange Leitung!

Übung am Hellweg: Florian Brandt ist Einsatzleiter, für die Menschenrettung ist Florian Johann-vor-der-Brüggen verantwortlich, für die Menschenrettung via Drehleiter Daniel Kammertöns und für die Wasserversorgung Stefan Grauthoff.

Übung am Hellweg: Florian Brandt ist Einsatzleiter, für die Menschenrettung ist Florian Johann-vor-der-Brüggen verantwortlich, für die Menschenrettung via Drehleiter Daniel Kammertöns und für die Wasserversorgung Stefan Grauthoff. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es passiert, dass es brennt, aber kein Hydrant in unmittelbarer Nähe ist. In diesem Fall müssen die Feuerwehrleute einen Pendelverkehr einrichten – oder eine richtig lange Leitung legen, um Löschwasser aus einem Bach oder einem Teich zu gewinnen. Das haben die Aktiven bei einer Übung gemacht. 

Im Einsatzleitwagen sitzen Thorsten Hano, Werner Erich-Reineke und Sven Glasneck. Sie haben die Pläne der Maschinenfabrik Menzel am Hellweg vor sich – als laminierten Papierplan und im Computer. Hier laufen alle Informationen und Kommandos zusammen, von hier aus wird mit der Kreis-Leitstelle kommuniziert, um im Notfall weitere Kräfte anzufordern. Die drei Männer dokumentieren jeden Schritt.

Das Szenario: In der Maschinenfabrik Menzel am Hellweg ist ein Feuer ausgebrochen. »Vier Personen werden vermisst, zwei davon müssen wir über die Drehleiter aus dem ersten Stock holen, zwei weitere sind in der Produktionshalle verschollen.« Die Halle ist verqualmt, so dass man mit bloßem Auge nichts sehen kann. Die Wärmebildkamera kommt zum Einsatz.

 

Schikanen eingebaut

Außerdem werden Schikanen eingebaut, damit alle der 80 Leute aus den Löschzügen Schloß Holte und Stukenbrock gut beschäftigt sind und Probleme lösen, die spontan auftreten. So geht die Trage kaputt, so dass improvisiert eine mit einer Leiter gebaut wird. Die Puppen sind befreit und werden zum Rettungswagen gebracht. Einer ist wirklich vor Ort, vier weitere und zwei Notärzte sind virtuell da. Ebenso virtuell ist der Löschzug Verl mit zwei Fahrzeugen im Standby, in Wirklichkeit muss der eingreifen, wenn während der Übung tatsächlich etwas in Schloß Holte-Stukenbrock passiert.

Das Löschwasser wird aus dem Menkebach hinter dem benachbarten Unternehmen Medi-Seal geholt. 1500 Meter gilt es zu überbrücken. Dazu sind 75 Schläuche à 20 Meter nötig, die aneinander gekoppelt werden. Der Geschäftsführer der Maschinenfabrik, Peter Menzel, sieht beruhigt, dass alles reibungslos klappt. Nachbarn meinen aber schmunzelnd, der Wald nebenan müsste bald gelöscht sein. Das Löschwasser wurde bei der Übung natürlich nicht in die Fabrik geleitet, wo es ja großen Schaden angerichtet hätte.

Schaulustige erwünscht

Während Schaulustige bei echten Einsätzen stören und sich respektlos verhalten, wenn sie das Elend anderer mit dem Handy filmen, sind sie bei der Übung willkommen. Allen voran Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und der Vorsitzende des Ordnungsausschusses, Stefan Burckardt, aber auch die Alters- und Ehrenabteilung mit den Ehrenwehrführen Bernhard Meier und Hermann-Dieter Sonnet an der Spitze.

Und dann sind da noch die acht Feuerwehrleute aus Schloß Holte-Stukenbrocks ehemaliger Patenstadt Ostritz an der Neiße. Matthias Franke ist Wehrleiter in Ostritz. »Wir machen hier heute den Supervisor«, sagt er.

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