Sa., 12.10.2019

Springmaus-Improvisationstheater verblüfft 150 Zuschauer Krimi um einen Mähdrescher

Die Springmäuse sind Meister der spontanen Inszenierung. Vera Passy und Norbert Frieling inszenieren in diesem Moment einen Friedrichsdorf-Krimi um einen Mähdrescher.

Die Springmäuse sind Meister der spontanen Inszenierung. Vera Passy und Norbert Frieling inszenieren in diesem Moment einen Friedrichsdorf-Krimi um einen Mähdrescher. Foto: Uschi Mickley

Von Uschi Mickley

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Dass die Darsteller des Springmaus-Improvisationstheaters in jedem Ort das gleiche Programm abspulen, kann man ihnen wahrlich nicht vorwerfen. Mit ihrem Gastspiel »Total kollegial« haben die drei Bonner Akteure die Arbeitswelt gekonnt aufs Korn genommen und die Zuschauer in den Mittelpunkt ihres gut zweistündigen Programms gestellt.

Durch gezielte Fragen erfahren die »Springmäuse« zu Beginn, dass ein Gast bei einem großen Hersteller für landwirtschaftliche Maschinen arbeitet, und dass ein Friedrichsdorfer aus dem nahe gelegenen Stadtteil gekommen ist. Prompt werden Zurufe aus dem Publikum scheinbar mühelos zu pointierten Sketchen verarbeitet.

Stichwort Rollstuhl

Als das Stichwort »Rollstuhl« fällt, robbt Gilly Alfeo in Sekundenschnelle beschwingt auf einem Stuhl über die Bühne. »Wie gefällt Ihnen unser neuer Mähdrescher von Claas?«, ruft passend dazu Norbert Frieling.

Überhaupt muss sich das überwiegend weibliche Publikum angesichts der spontan inszenierten Kracher die ganze Zeit über vor Lachen die Bäuche halten. Die Interaktion mit dem Auditorium beherrschen die Schauspieler meisterlich.

Wie soll Norbert Frieling, der zuvor mit Zuschauerin Karolin die Aula verlassen musste, eine abstruse Geschichte mit Schlagwörtern aus den Reihen der Anwesenden erraten? Diese besagt, dass er als »Bürokauffrau« von der englischen Queen auf dem Eiffelturm mit einem Schlagbohrer ausgezeichnet wird. Unmöglich? Aber nicht für eine Springmaus. Einzig mithilfe von Gesten, die Zuschauerin Valentina am Rücken ihres Protagonisten vorgibt, tippt der zunächst irrtümlich auf einen Vibrator, kommt jedoch wenig später zum richtigen Ergebnis.

Einfach genial

Richtungsweisend für einen glamourösen Schlager sind die schlimmsten Beleidigungen von Arbeitskollegen. »Was hast Du denn da für einen Stuss gemacht, hast du denn gar nicht nachgedacht? A…«, schmettert Vera Passy im Stil von Helene Fischer überaus klanggewaltig von der Bühne, worauf die ganze Aula dröhnt. Die Zuschauer klatschen und singen den Refrain derart euphorisch mit, als hätten sie die echte Schlager-Queen vor sich.

Überaus beeindruckend auch, wie sich das Ensemble am inszenierten Schauplatz eines Kletterparks durch die Filmgenres spielt. Untermalt von Musik zeigen und tanzen sie alles, vom Horrorfilm über die Heimatschnulze bis hin zu Bollywood. So geht es in einem Friedrichsdorf-Krimi darum, einem Mähdrescher-Dieb auf die Spur zu kommen.

»Absolut sehenswert. Einfach genial, wie spontan sie mit Tanz, Gesang und Theater so viele Bereiche abdecken können«, sagt Zuschauerin Renate Heuwagen. »Sehr kreativ und unglaublich vielseitig«, meint Karolin Kronauer, die mit Norbert Frieling einen Smalltalk hielt.

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