Staatssekretär Klaus Kaiser besucht Gedenkstätte Stalag
320.000 Euro im Gepäck

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Die Arbeit, die hier geleistet wird, ist so wichtig.« Das sagte Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, bei seinem Besuch der Gedenkstätte Stalag 326 in Stukenbrock-Senne.

Samstag, 09.11.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 09.11.2019, 07:01 Uhr
Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte (links) zeigt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, im Entlausungsgebäude alte Fotos. Kaiser besuchte die Gedenkstätte zum ersten Mal. Foto: Bernd Steinbacher
Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte (links) zeigt Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft, im Entlausungsgebäude alte Fotos. Kaiser besuchte die Gedenkstätte zum ersten Mal. Foto: Bernd Steinbacher

Die Entwicklung der Gedenkstätte nimmt konkretere Züge an. Dazu fließt aus Düsseldorf dringend benötigtes Geld. Für die Jahre 2019 und 2020 gibt es insgesamt 320.000 Euro. Das meiste davon geht an den Landesverband Westfalen-Lippe (LWL). Eine Fachagentur wird derzeit ausgewählt, die in Zusammenarbeit mit Historikern des LWL und dem Förderverein der Gedenkstätte Stalag ein Konzept erstellt. Dieses ist wiederum notwendig, damit im August 2020 Fördermittel beim Bund beantragt werden können.

Landtagspräsident André Kuper, er ist Vorsitzender des Lenkungskreises zur weiteren Entwicklung der Gedenkstätte, dankte, dass das Land diese Mittel zur Verfügung stellt. Er hob ebenfalls die Bedeutung der Gedenkstätte hervor.

Auch der Förderverein erhält finanzielle Unterstützung vom Land

Auch der Förderverein erhält finanzielle Unterstützung vom Land. »Das sind künftig jährlich 42.500 Euro«, sagte Hans Wupper-Tewes von der Landeszentrale für politische Bildung. Damit könne der Verein arbeiten. »Der Verein betreut Angehörige von Opfern. Das ist wichtig und wird wichtig bleiben.« Jede der 29 Gedenkstätten habe einen Förderverein für die Arbeit vor Ort.

Zuvor hatte Klaus Kaiser ausdrücklich dem Förderverein für seinen langjährigen Einsatz hier gedankt. »Wir müssen an die Opfer denken, angesichts der populistischen rechtsextremen Tendenzen aber nicht mit dem Zeigefinger drohen, sondern über die Opfer und Täter reden.«

»Wir engagieren uns und bringen unser Wissen und unsere Sammlungen gerne ein«, sagte Burkhard Poste, selbst Historiker, Gründungsmitglied und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins.

Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte, führte die Gruppe durch die Gebäude und über den Sowjetischen Ehrenfriedhof. Er berichtet, wie wichtig es Menschen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ist, etwas über das Schicksal ihrer Angehörigen zu erfahren. »Wir haben etwa 100 Anfragen jedes Jahr.« Etwa 180.000 sowjetische Gefangene sind hier registriert worden. Geschätzt wird aber, dass durch dieses »zentralen Lager für Zwangsarbeit«, etwa 340.000 Gefangenen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, dazu noch Italiener, Franzosen und Belgier gegangen sind.

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