Mi., 11.12.2019

Alexander Brock und Markus Landmann zurück von der BrauBeviale in Nürnberg Bob entert die internationale Bühne

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Bob“ hat die internationale Bühne betreten und schlägt sich als Newcomer richtig gut. Der Erfinder Alexander Brock , sein Sohn Jan-Lucas und Markus Landmann sind zurück von der Getränkemesse BrauBeviale in Nürnberg. Nach zwei Jahren nacheinander im Pollhans-Wirtschaftszelt wagten die ostwestfälischen Macher jetzt den Schritt auf die Investitionsgütermesse der Getränkewirtschaft mit 1100 Ausstellern in neun Hallen.

„Wir waren 2018 als Besucher auf der Messe und haben dort einen Verler Hersteller von Gastronomiezubehör auf einem Gemeinschaftsstand getroffen“, berichten Brock und Landmann. „Wir haben die Messeleitung angeschrieben, die uns gleich die Unterlagen geschickt hat für den Gemeinschaftsstand des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Kleine Start-Ups erhalten Förderung, damit sie die Standgebühren bezahlen können. Trotzdem blieben 3000 Euro Eigenanteil.“ Sollten sie es tun oder nicht? Lohnt sich das? Denn die BrauBeviale ist eine reine Messe für Fachbesucher, nicht für Endverbraucher. „Wir haben uns ein Wohnmobil geliehen und das voller Bobs und Messestand gestopft und haben auf einem Campingplatz übernachtet, um die Kosten gering zu halten“, sagen Brock und Landmann.

Nach dem hektischen Aufbau am Ankunftstag gönnten sich die beiden Männer im Wohnmobil einen Schluck Sekt aus Pappbechern. Am nächsten Morgen sahen sie dann, dass ihr Stand in der Nähe einer Craft-Bier-Verköstigung stand. „Bob musst du erleben. Wir haben ihn den Leuten in die Hand gedrückt und selbst ausprobieren lassen. Die Leute meinten, die Bobs seien zum Mitnehmen. Da mussten wir erst mal auf die Bremse treten. Wir hatten nur 150 dabei.“

Der erste Tag war der für kleinere Braufirmen aus Russland, Belarus, Lettland, Italien, Südamerika und Israel. Die haben sofort erkannt, dass sich Bob zum Umpacken von Flaschen eignet. Der Stand war umlagert. „Die Messe-Organisatoren staunten und sagten, das hätten sie an einem Start-Up-Stand noch nie erlebt.“ Direkt am nächsten Tag standen sie in Nürnberg in der Zeitung. Der zweite Tag war der der Global Player. „Bob ist ein nachhaltiges Produkt. Europas größter Verpackungshersteller ist an einer Tragevorrichtung für PET-Flaschen interessiert. Wenn wir aus diesen Gesprächen nur zehn Prozent mit Leben erfüllen können, geht Bob auf eine große Reise.“

Die Zeit am Messestand ging schnell rum. „Wir hatten nicht mal Zeit für ein Mittagessen oder eine Zigarette.“ Einen riesigen Stapel Visitenkarten mit Kontakten und Ideen haben die Väter von Bob mitgenommen. „Viele fragten nach einem Träger für Halbliterflaschen, Dosen und nach Recycling-Kunststoff aus Bambus oder Rohrzucker. Gerade zum Umpacken von Flaschen ist Bob ideal. Aber auch als Marketinginstrument. Einer will ein neues Bier auf den Markt bringen, weiß aber nicht, wie er sich abheben soll. Mit Bob kann er das. Wer den Träger kauft, probiert das Sixpack Bier, das dranhängt“, denkt Brock Marketing mal andersherum.

„Bob – The Bottle Buddy”

„Bob – The Bottle Buddy” ist ein Flaschenträger, den Alexander Brock entwickelt und mit Markus Landmann im Start-Up-Unternehmen „Click-It-Systems“ vermarktet. Bob hat dieses Jahr den Pro-K-Award in Gold des Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff gewonnen. Der Flaschenträger ist einfach zu bedienen: Man muss ihn bis zum „Klick” auf die Flaschen setzen und kann sie so sicher mit einer Hand transportieren. Auf einem festen Untergrund (oder in einem Kasten) kann man mit einer Hand die Flaschen entriegeln. Brock stellte sein Produkt erstmals 2018 in der Erfindershow „Das Ding des Jahres” von Pro Sieben vor.

Der gelernte Werkzeugmacher konstruiert hauptberuflich Spritzgusswerkzeuge für die kunststoffverarbeitende Industrie. Seit 2001 ist er als freier Entwickler und Konstrukteur tätig. „Bob” ist inzwischen über das Europapatent gesichert. Er ist ausgelegt für Glasflaschen mit einem Kronkorkenverschluss, die aufgrund ihres Durchmessers in einen 24er-Kasten passen.

 

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