Fr., 17.01.2020

Elli-Markt gibt nicht mehr ganz so ansehnliche Lebensmittel kostenlos ab Zu schade zum Wegwerfen

Eva Ilsen (links) und Anastasia Majcen bestücken das „Wir-retten-Lebensmittel“-Regal mit Lebensmitteln, deren Verpackung leicht eingedrückt ist, oder mit nicht mehr ansehnlichem Gemüse. Jeder kann kostenlos etwas mitnehmen.

Eva Ilsen (links) und Anastasia Majcen bestücken das „Wir-retten-Lebensmittel“-Regal mit Lebensmitteln, deren Verpackung leicht eingedrückt ist, oder mit nicht mehr ansehnlichem Gemüse. Jeder kann kostenlos etwas mitnehmen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Ich bin schon angesprochen worden. Die Kunden finden es toll, dass wir weniger Lebensmittel wegwerfen und stattdessen verschenken. Einer hat sich sogar bedankt.“ Das sagt Anastasia Majcen, stellvertretende Abteilungsleiterin für Obst und Gemüse im Elli-Markt an der Kaunitzer Straße. Seit drei Tagen steht neben der Leergutannahme ein Regal, aus dem Kunden Lebensmittel kostenlos mitnehmen können.

„Wir retten Lebensmittel“ ist der abgewandelte Slogan zu „Wir lieben Lebensmittel“ des Edeka-Handelskonzerns, der an der Lüning-Gruppe beteiligt ist. „Liebe auf den zweiten Blick“ soll den Lebensmitteln zuteil werden, die nicht mehr ganz so ansehnlich, aber trotzdem unverändert gut sind.

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Wir wollen das Bewusstsein dafür wecken, dass man nicht den ganzen Salatkopf wegwerfen muss, wenn ein Blatt ein bisschen welk ist.

Anastasia Majcen und Eva Ilsen

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„Wir wollen das Bewusstsein dafür wecken, dass man nicht den ganzen Salatkopf wegwerfen muss, wenn ein Blatt ein bisschen welk ist, oder eine Paprika, die eine kleine Druckstelle hat“, sagen Anastasia Majcen und Kollegin Eva Ilsen, die das Regal und Kühlregal bestücken. „Wir haben gesehen, was wir täglich wegwerfen müssen. Das ist wirklich schade. Mit der Idee, diese Lebensmittel zu verschenken, liegen wir offenbar richtig. Die Leute nehmen gerne etwas mit“, so Eva Ilsen.

Für alle, nicht nur für Bedürftige

Nicht nur Obst und Gemüse kommt ins Nimm-mich-mit-Regal, sondern auch Milchprodukte und Trockenware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum an dem Tag abläuft, an dem es ins Kostenlos-Regal gestellt wird. „Es werden keine Lebensmittel abgegeben, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Auch offene Verpackungen werden nicht weitergegeben. Allerdings haben wir manchmal zerrissene Cornflakes-Kartons, die Tüte, in der die Flocken sind, ist aber noch unversehrt. Das heißt, dass die Lebensmittel noch gut verpackt sind. Verkaufen könnten wir das nicht mehr, verschenken aber sehr wohl.“ Dies sei mit dem Gesundheitsamt so abgestimmt worden.

Menschen zum Nachdenken bringen

Eva Ilsen und Anastasia Majcen legen Wert darauf, dass nicht nur bedürftige Menschen die kostenlosen Lebensmittel mitnehmen dürfen, sondern alle. Noch sind die Produkte mit einem Aufkleber gekennzeichnet. „Diese Lebensmittel sollten nicht mit in den Laden genommen werden, weil wir später nicht mehr unterschieden können, ob es sich um Ware handelt, die bezahlt werden muss oder die kostenlos ist.“ Das Regal mit den kostenlosen Lebensmitteln steht an der Leergutannahme etwas abseits. „Das ist diskreter. Es muss niemandem peinlich sein, etwas mitzunehmen. Wir wollen erreichen, dass die Menschen sensibler und bewusster mit Lebensmitteln umgehen. Das ist unser Beitrag, nachhaltig zu handeln und die Menschen zum Nachdenken zu bringen.“

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