Jugendparlament hat kleine Lösungen für mehr Mobilität
Sicher vom Déjà-Vu nach Hause

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Klima bleibt ein Thema des Jugendparlaments – allerdings auch bezogen auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr und Tempo 30 auf den Straßen. Bei einem Workshop im Haus Neuland mit Unterstützung des Projekts „Demokratie leben“ haben neun Mitglieder des Jugendparlaments Anträge an den Rat formuliert.

Donnerstag, 30.01.2020, 05:00 Uhr
Die Vorsitzende des Jugendparlaments, Jennifer Kleinemas (Mitte), und ihre Mitstreiter Henri Lindner und Franka Fockel haben mit sechs weiteren Mitgliedern am Wochenende im Haus Neuland Anträge an den Rat formuliert und eingereicht. Foto: Monika Schönfeld
Die Vorsitzende des Jugendparlaments, Jennifer Kleinemas (Mitte), und ihre Mitstreiter Henri Lindner und Franka Fockel haben mit sechs weiteren Mitgliedern am Wochenende im Haus Neuland Anträge an den Rat formuliert und eingereicht. Foto: Monika Schönfeld

 

Disko-Taxi

Was es mit dem Zuschuss zum Disko-Taxi auf sich hat, haben sich die junge Leute erst mal erklären lassen. Als der Nachtbus abgeschafft worden war, wurde nach einem Ersatz gesucht. Wer an der Rathaus-Info für einen Euro eine Karte kauft, bekommt fünf Euro fürs Taxi von der Endhaltestelle der Stadtbahn in Sennestadt bis nach Schloß Holte-Stukenbrock erlassen. „Wir wussten davon nichts“, sagen die Vorsitzende des Jugendparlaments, Jennifer Kleine­mas, Franka Fockel und Henri Lindner. Andere übrigens auch nicht: 2018 wurde das Angebot drei Mal, 2019 ein Mal in Anspruch genommen. Das Jupa möchte das Angebot auf die Taxikosten vom Déjà-Vu an der Stadtgrenze zu Schloß Holte-Stukenbrock ausweiten und das Berechtigungsalter von 18 auf 16 Jahre senken. „Wenn man sich zu viert zusammentut, wird Taxifahren günstig. Sonst bleibt nur, Mutti fährt, man geht zu Fuß oder fährt Fahrrad. Dort ist’s aber dunkel und einsam.“ Bei 1000 Euro, die die Stadt jährlich zur Verfügung stellt, seien das 200 Fahrten.

Kleinbus auf Anforderung

Jennifer Kleinemas bezeichnet den „Kleinbus auf Anforderung“ als ihr Herzensprojekt. „Einige von uns leben im Außenbereich. Und was uns zugute kommt, ist auch für ältere Leute gut, die nicht mehr Auto fahren können.“ Es geht darum, die Busanbindung flächendeckend mit einem Kleinbus auf Anforderung zu gewährleisten (On-Demand-Ridepooling). Das basiert auf einer App, über die Fahrgäste angeben von wo bis wo sie wann fahren wollen. Die App errechnet aus allen Anforderungen den günstigsten Weg. Vorteil: Bushaltestellen werden nicht gebraucht. Es fahren Neunsitzer außerhalb der Schülerverkehrszeiten. „Die kleinen Busse fahren nur bei Bedarf. Es muss ein Umdenken stattfinden.“

Tempo 30

Das Jugendparlament beantragt, die Holter Straße vom Kreisverkehr Tenge-Rietberg- und Dechant-Brill-Straße bis zum Kreisverkehr am Rathaus mit der Geschwindigkeitsbegrenzung Tempo 30 zu belegen. Vor dem Altenzentrum Wiepeldoorn und dem Holtebrocker Spielhaus sei das schon der Fall. Das sollte bis zu den Schulen weitergeführt werden. Der Radweg an der Holter Straße (12.000 Fahrzeuge pro Tag) wird von Schülern mit dem Rad in beide Richtungen benutzt und ist wegen der vielen Einmündungen gefährlich. Tempo 30, so Henri Lindner, bedeute mehr Sicherheit, weniger Belastung durch Abgase und kaum Zeitverlust. Für die 1,7 Kilometer lange Strecke verlängere sich für Autofahrer die Fahrzeit von 3,6 auf 4,6 Minuten. 

Feinstaub, Open-Air und Wahl

Um weniger Feinstäube in die Luft zu blasen, Lärm einzuschränken und Tiere zu schützen, schlägt das Jugendparlament vor, das Feuerwerk am Pollhansmontag auf die halbe Zeit zu beschränken, also auf fünf Minuten. Ohne das Feuerwerk ganz abzuschaffen, das viele als lieb gewonnene Tradition schätzen, werde ein symbolisches Zeichen für den Klimaschutz gesetzt.

Nach dem Versuch vergangenes Jahr soll wieder ein Open-Air-Kino im Bürgerpark stattfinden. Dafür bittet das Jupa um 3000 Euro von der Stadt. Damit könne ein attraktiver Film gezeigt werden, ohne Bildungsauftrag, nur zur Unterhaltung.

Bei der nächsten Wahl sollte eine für alle gemeinsame Kandidatenliste greifen. Die Trennung nach Schulform sei überholt, die freie Liste komme nach bisheriger Praxis kaum zum Zuge.

 

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