Plan für den Ortskern Stukenbrock-Sennes vom Forellkrug bis zum Ehrenfriedhof
Struktur für die gute Stube

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das geht besser: Die gute Stube Stukenbrock-Sennes hat es nötig, neu gegliedert und aufgeräumt zu werden. „Heute fahren Sie in den Ort rein und sind schon wieder draußen, ohne dass Sie den Ortskern bemerkt haben“, sagen Hartmut Lüdeling vom Planungsbüro Arge Dorfentwicklung und Christhard Ehrig, Geschäftsführer des Landschaftsarchitekturbüros Ehrig und Partner.

Donnerstag, 06.02.2020, 05:00 Uhr
Eine Menge Potenzial hat das Gebäude des ehemaligen Forellkrugs, das seit Jahren leer steht. Mit einem Umbau der Fassade und Verkleinerung und Aufwertung des Vorplatzes könnte es mit Kirche und der Fleischerei Austermeier gegenüber zum echten Ortskern werden, der auch sichtbar einer ist. Foto: Monika Schönfeld
Eine Menge Potenzial hat das Gebäude des ehemaligen Forellkrugs, das seit Jahren leer steht. Mit einem Umbau der Fassade und Verkleinerung und Aufwertung des Vorplatzes könnte es mit Kirche und der Fleischerei Austermeier gegenüber zum echten Ortskern werden, der auch sichtbar einer ist. Foto: Monika Schönfeld

Die beiden Büros sind beauftragt worden, den Bereich um den Jägergrund neu zu planen. Wichtig werde das auch deshalb, weil der Sowjetische Ehrenfriedhof als Teil der zu erwartenden Aufwertung der Gedenkstätte Stalag 326 künftig noch mehr in den Fokus der Besucher rücken wird. Ein geordneter Bereich mit festgelegten Parkplätzen, auch für Busse und Fahrräder sei deshalb notwendig und sinnvoll.

Das Wäldchen um die Friedhofskapelle soll gelichtet und zum Waldpark umgewandelt werden – eventuell mit Skulpturengarten.

Das Wäldchen um die Friedhofskapelle soll gelichtet und zum Waldpark umgewandelt werden – eventuell mit Skulpturengarten. Foto: Monika Schönfeld

Potenzial vorhanden

Momentan hat Stukenbrock-Senne fast alles, um einen gemütlichen Ortskern zu bilden: Die Ems-Erlebniswelt im alten Pfarrhaus als touristischen Anziehungspunkt, einen Dorfplatz mit Lebensmittelgeschäft, eine entzückende Kirche mit seltenem Zollingerdach, Spielplatz und BMX-Bahn, Parkplätze und den Sowjetischen Ehrenfriedhof. Aber alles nebeneinander bildet eben noch keine Einheit. Das lässt sich ändern, sagen die beiden Planer. Zumal der Besitzer des seit langem leer stehenden Forellkrugs plant, den Standort dieses Jahr zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt zu entwickeln. Er will dort Wohnungen bauen und einen Dorftreff einrichten – als Dorfbüro etwa. Dann sollte auch die Fassade zur Senner Straße dörflicher gestaltet werden. „Kein Flatsch, sondern ein bisschen gut gestaltet“, sagt Ehrig. Der „Dorfplatz“ sei zurzeit zu groß. Parkplätze für die neuen Wohnungen könnten teils vorn, teils aber auch hinter dem Gebäude angeordnet werden.

Die Beziehung zwischen dem Sowjetischen Ehrenfriedhof und der BMX-Dirtbahn soll harmonischer gestaltet werden. 

Die Beziehung zwischen dem Sowjetischen Ehrenfriedhof und der BMX-Dirtbahn soll harmonischer gestaltet werden.  Foto: Monika Schönfeld

Viel Gestrüpp

Vom Forellkrug aus gesehen ist die St.-Achatius-Kirche zu versteckt. An dem ersten Baum sollen die unteren Äste zurückgeschnitten werden. Dann sollte das „aufdringliche Parken“ an der Kirche verschoben werden, um der einzigartigen Kirche mit Zollingerdach mehr Raum und damit Beachtung zu geben. Der zentrale Parkplatz sollte mit Bäumen und Hecken gestaltet werden. 30 Parkplätze für Autos, eventuell erweiterbar um zwölf, zwei Reisebusse und zwei Wohnmobile sollen dort Platz finden, eventuell mit Ladesäule für E-Bikes. Dadurch könne auf den wilden Parkplatz vor dem Ehrenfriedhof verzichtet werden. Das Wäldchen um die Friedhofskapelle des Gemeindefriedhofs sollte ausgelichtet werden. Hier wächst viel wildes Gestrüpp. „Wir möchten daraus einen Waldpark machen, die guten Bäume zur Wirkung bringen, Wege anlegen und um die Friedhofskapelle Trockenrasen und blühende Wiesen mit sennetypischer Vegetation anlegen. Eventuell kann man Skulpturen oder wechselnde Ausstellung im Freien anbieten.“

„Aufgefüllter Haufen“

Der BMX-Parcours macht zurzeit den Eindruck eines „aufgefüllten Haufens“, was sich nicht ganz so gut als Entree zum Ehrenfriedhof macht. Der Parcours lasse sich einfach und mähbar gestalten. Der Kinderspielplatz könnte mit einem Wasserspielplatz wie im Garten der Ems-Erlebniswelt oder einem Seilzirkus aufgewertet werden. Der wilde Parkplatz sollte mit Ökotypensaatgut zum Heidebiotop werden, um den Fußweg Richtung Emsquellen passend einzuleiten. Platz genug sei für den vom Dorfverein angeregten Gedächtnisweg von der Dokumentationsstätte zum Sowjetischen Ehrenfriedhof.

Der Jägergrund in Stukenbrock-Senne: Ausgangspunkt für den sanften Tourismus, Freizeitvernügen auf Spielpaltz und BMX-Bahn und Ort des Gedenkens.

Der Jägergrund in Stukenbrock-Senne: Ausgangspunkt für den sanften Tourismus, Freizeitvernügen auf Spielpaltz und BMX-Bahn und Ort des Gedenkens. Foto: Monika Schönfeld

Ehrig und Lüdeling halten es für realistisch, dass der Kreis Tempo 30 auf dem Teilstück der Senner Straße zwischen Ehrenfriedhof und Fleischerei Austermeier zustimmen könnte. „Wir haben mit der Schulwegsicherung und dem Kindergarten schlagkräftige Argumente für einen Dorfpatt“, sagt Hartmut Lüdeling. Das sei nicht aufwendig und reduziere damit deutlich die Beitrage, die die Anlieger zahlen müssen. „Damit hätte man schon viel erreicht. Der Hauptwunsch ist, dort Tempo heraus zu nehmen“, sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr.

Die vorgestellte Bereichsplanung soll mit Dorfverein und Kirchenvorstand diskutiert werden und im April erneut auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses gesetzt werden.

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