Fr., 14.02.2020

Christlich-Soziale Bürgergemeinschaft leidet unter Personalmangel Politische „Aufpasser“ gesucht

Die CSB will nur zur Kommunalwahl antreten, wenn sich noch 15 Bürger finden, die die Stadt aktiv mitgestalten wollen. Britta Rusch würde gern weitermachen, Harald Laabs und Martin Wildemann (von links) treten im September nicht wieder an.

Die CSB will nur zur Kommunalwahl antreten, wenn sich noch 15 Bürger finden, die die Stadt aktiv mitgestalten wollen. Britta Rusch würde gern weitermachen, Harald Laabs und Martin Wildemann (von links) treten im September nicht wieder an. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Vor 28 Jahren hat sich die CSB von der CDU abgespalten und seitdem als Verein Politik gemacht – als Christlich-Soziale Bürgergemeinschaft. Jetzt fehlen der Bürgergemeinschaft Aktive, die bereit sind, sich als Bürger für Bürger in den Ausschüssen und im Rat einzusetzen. „Wenn wir bis zu den Osterferien nicht mindestens 15 Leute gefunden haben, die sich engagieren wollen, können wir nicht zur Kommunalwahl im September antreten“, sagt Fraktionsvorsitzende Britta Rusch.

Die CSB hat bei der Kommunalwahl 2014 drei Ratsmandate mit 7,8 Prozent der Wählerstimmen erreicht. Martin Wildemann (60) hatte damals angekündigt, das sei seine letzte Wahlperiode, Harald Laabs (59) muss aus beruflichen Gründen aufhören, weil seine Baustellen deutschlandweit seinen Einsatz erfordern.

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Ein Aufruf hat uns damals geholfen und aktive Mitstreiter beschert.

Martin Wildemann, Harald Laabs und Britta Rusch

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„Vor zehn Jahren hatten wir die gleiche Situation. Ein Aufruf hat uns damals geholfen und aktive Mitstreiter beschert“, sagt das Trio. Damals und 2014 hat die Bürgergemeinschaft sogar einen Bürgermeisterkandidaten gestellt. Das könnte sich Britta Rusch (53), die freiberuflich als Englischlehrerin arbeitet, wieder vorstellen, um politische Inhalte noch besser im Wahlkampf zu präsentieren. „Vorrang hat aber, die politische Arbeit überhaupt personell weiterführen zu können. Wenn sich genügend Aktive finden, entscheiden wir gemeinsam, ob und wer als Bürgermeisterkandidat antritt.“

Schwerpunkte sind die Sachthemen

Britta Rusch legt Wert darauf, dass die CSB keine Partei ist. Das bedeute, dass sich jeder Bürger aus Schloß Holte-Stukenbrock für die Belange der Stadt einsetzen kann. „Allerdings ist Nasenpolitik nicht möglich. Wer sich nur dafür einsetzen will, dass in seiner Straße ein Verkehrsschild aufgestellt wird, ist hier falsch. Wir sehen uns als Aufpasser in der politischen Landschaft, wir fragen nach“, sagt Martin Wildemann. Deshalb habe die CSB kein Wahlprogramm. „Wir beschäftigen uns mit Sachthemen, die in der Stadt anstehen. Wir fragen nach, um die bestmögliche Lösung zu finden, sei es bei der Gründung der Gesamtschule, sei es bei der Köster-Umfahrung.“

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Wenn Bürger möchten, dass es unabhängige Politik weiter in dieser Stadt gibt, sollten sie sich schnell bei mir melden.

Britta Rusch

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Britta Rusch wirbt dafür, dass sich Bürger einmischen. „Wenn Bürger möchten, dass es unabhängige Politik weiter in dieser Stadt gibt, sollten sie sich schnell bei mir melden.“ Britta Rusch ist erreichbar über Facebook (CSB Schloß Holte-Stukenbrock), übers Internet (www.csb-shs.de) und telefonisch unter der Nummer 05207/955530. Sie selbst arbeitet seit 2009 als sachkundige Bürgerin in Ausschüssen mit und ist 2016 in den Rat nachgerückt. Wer möchte, kann sich bei der Ehrenamtsmesse am Samstag, 29. Februar, von 10 bis 13 Uhr am CSB-Stand in der Aula am Gymnasium mit ihr unterhalten.

In der CSB gebe es viele Diskussionen, weil die Gemeinschaft Menschen mit ganz unterschiedlichen Ansichten vereine. Einen Fraktionszwang gebe es nicht, jeder entscheidet nach seinem Gewissen – und vor allem nach dem gesunden Menschenverstand. „Jeder hat die Freiheit, ohne Parteivorgaben denken zu können.“

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Die CSB ist seit Jahren der Stachel im Fleisch, fragt nach und geht manchem dabei ganz schön auf die Nerven. Man kann der Bürgergemeinschaft viel vorwerfen, nicht aber dass sie bequem oder angepasst sei.

Die Wählergemeinschaften, die nur in einem Ort, aber weder auf Landes- oder Bundesebene antreten, haben im Kreis Gütersloh Tradition. Die ältere FWG ist in dieser Stadt vor mehr als einem Jahrzehnt mit der CSB verschmolzen. Bürger ohne Parteibindung finden sich hier, Bürger, die sich um das in der Stadt kümmern, was anliegt.

Die CSB nimmt für sich in Anspruch, Stadtwerke, eigene Trinkwasserversorgung und Umbau des Hallenbads vor Jahren angestoßen zu haben. Ohne die Querdenker und Nachfrager würde im Rat etwas fehlen.

 

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