Blumen für Stukenbrock mahnt
„Hanau war ein Anschlag auf die Demokratie“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ regt angesichts der aktuellen rassistischen Anschläge an, den 8. Mai, den Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus, zum gesetzlichen Feiertag in Deutschland zu machen. Das sagt der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hubert Kniesburges.

Dienstag, 25.02.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 18:34 Uhr
Hubert Kniesburges (links), Vorsitzender Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock. Foto:
Hubert Kniesburges (links), Vorsitzender Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock.

„Im Aufruf der Gedenkstätte Buchenwald zum 75. Jahrestag der Befreiung dieses Konzentrationslagers wird bezogen auf die aktuelle Lage 2020 gefragt: ‚Endlich alles vorbei?‘ Dazu sagen wir: Der jüngste neofaschistische Anschlag in Hanau zeigt, dass die Gefahren für die Demokratie durch Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus nicht vorbei sind.“

Fragen stellen sich

Kniesburges und der Arbeitskreis „Blumen für Stukenbrock“ stellen Fragen. „Warum wurde nach den furchtbaren Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Leid, das durch deutsche Schuld den Menschen Russlands zugefügt wurde, die Freundschaft zu den Menschen in Russland und den Staaten der ehemaligen UdSSR nicht zu einer Staatsdoktrin unseres Landes, wie das nach den Morden an sechs Millionen Juden durch Deutsche im Falle Israels zu Recht geschah? Warum dürfen Neonazis frei durch unsere Städte marschieren und ihren Hass verbreiten, wie das unter anderem am 9. November 2019 in Bielefeld mit Hilfe eines Gerichtsbeschlusses geschah? Warum war es möglich, dass wie im Thüringer Landtag geschehen, durch die Zusammenarbeit von CDU- und FDP-Abgeordneten mit Hilfe der von einem Faschisten geführten AfD, ein Ministerpräsident gewählt werden konnte?“

Kritik an Großmanöver

Hubert Kniesburges erinnert an den 75. Jahrestag der Befreiung des Stammlagers 326 Stukenbrock-Senne am 2. April. „Am 2. April 1945 erreichten die Soldaten der US-Armee das Stalag 326 VI/K in Stukenbrock. Rund 10.000 sowjetische Kriegsgefangene wurden von ihnen aus der Versklavung befreit. Mit ihrer Befreiung fand auch die grausame Nazi-Herrschaft und der Zweite Weltkrieg in Ostwestfalen-Lippe ihr Ende. Maßloses Elend, Flucht und die Zerstörung ganzer Städte und Dörfer waren das Ergebnis dieses Krieges.“

Hubert Kniesburges kritisiert, dass an der Westgrenze Russlands ein NATO-Großmanöver unter der Bezeichnung „Defender Europe 2020“ mit 37.000 Soldaten beginnt. „Deutsche Soldaten sind auch daran beteiligt. Wieder wird der Feind im Osten ausgemacht.“ Kniesburges warnt davor, dass Kriege immer mit Lügen, Hetze und Verachtung anderer Menschen begannen.

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