Ehrenamtsmesse bezeugt Energie und Empathie der Menschen für Menschen
Ein Stück Lebensqualität

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Man spürt die Energie, die dahinter steckt. Ehrenamt ist auch in Zukunft unser Thema.“ Das sagt Christiane Vornholt, Leiterin des Fachbereichs Soziales in der Stadtverwaltung. Sie und ihr Team haben die erste Ehrenamtsmesse am Samstag in der Aula am Gymnasium organisiert. Auf Anregung der FDP war diese Messe auf die Beine gestellt worden. Und 50 Aussteller aus der ganzen Stadt haben sich präsentiert.

Sonntag, 01.03.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 17:30 Uhr
Jona Altemeier, Emina Jusic und Carolin Broeker vom Jugendparlament fragen die Besucher nach ihren Wünschen. Foto: Monika Schönfeld
Jona Altemeier, Emina Jusic und Carolin Broeker vom Jugendparlament fragen die Besucher nach ihren Wünschen. Foto: Monika Schönfeld

Ehrenamtsmesse in Schloß Holte-Stukenbrock

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Anfangs waren einige skeptisch, ob an einem Samstagvormittag überhaupt Besucher kommen. Aber die Messe lockte. So konnten sich die Aussteller gegenseitig kennenlernen und fanden neue Interessierte. Viele haben sogar Mitstreiter und Unterstützer gewonnen.

Das Hauptamt kann das Ehrenamt nicht ersetzen.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr sagte zur Begrüßung, dass er nicht überrascht sei von der Vielfalt des ehernamtlichen Engagements. „Der 29. Februar ist ein zusätzlicher Tag, der uns geschenkt worden ist. So wie das Ehrenamt, das nicht danach fragt, was es für seine Arbeit bekommt.“ Ein Blick durch den Saal zeigte, was der Bürgermeister meinte: „Das Hauptamt kann das Ehrenamt nicht ersetzen.“

Es bewahrheitete sich, dass Menschen durchaus auch heute noch bereit sind, sich zu engagieren. Allerdings wollen sie nicht gleich Mitglied in einem Verein werden, sondern für eine gewisse Zeit ein bestimmtes Projekt unterstützen. Das sieht auch die Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist so. „Wir haben einige gefunden, die mal Kindern bei Schularbeiten zu helfen wollen, auf Anfrage mit den Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen fahren oder Kinder betreuen, während die Mütter nebenan Deutsch lernen“, sagt Giesela Hörster.

„Gut gelaufen“, ist die Aktion der Ortsgemeinschaft Stukenbrock, die Blumenpaten – teils sogar für zwei Jahre – gewonnen hat. „Die Leute übernehmen das gerne, wollen sich aber nicht gleich an den Verein binden“, sagt Astrid Zellermann.

Britta Rusch, die Aktive für die Christlich-Soziale Bürgergemeinschaft sucht, ist „positiv überrascht von der Resonanz der Messe“. Und dass sich die Aussteller untereinander kennenlernen, hat auch positive Effekte. Sven Witte, zuständig für die Caritas-Reisen, möchte gerne bei den Stadtführern mitmachen, Christa Labudda, neue Ehrenamtliche im Förderverein Stalag, würde gern bei der Archivgruppe des Fördervereins Industriemuseum die alte Schrift Sütterlin lesen lernen. Der Kulturkreis meldet einen neuen Aktiven.

Es gibt keine Zahlen, die bestätigen, dass das ehrenamtliche Engagement nachlässt.

Stephanie Krause, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen in NRW

„Es gibt keine Zahlen, die bestätigen, dass das ehrenamtliche Engagement nachlässt“, sagt Stephanie Krause, Geschäftsführerin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligen-Agenturen in NRW, die aus Hagen angereist ist. „Jugendliche wollen mitmachen, sich engagieren. Es kommt immer darauf an, was wir einem jungen Menschen zugestehen.“ Wie um diese Aussage zu beweisen, zeigt der Verein für Jugend und Kultur seinen Stand zwischen zwei Traversen und Filmausschnitte des Holter Meetings, des Umsonst-und-Draußen-Festivals, das ausschließlich vom ehrenamtlichen Engagement getragen wird. Sie haben den Heimatpreis gewonnen, wie auch der Heimat- und Verkehrsverein zwei Stände weiter, der mit einer Wanderausrüstung und einem Bienenkorb die Blicke auf sich zieht. Rücken an Rücken stehen sie mit dem Stukenbrocker Karnevalsverein, der mit seinem Engagement für die Kinder Platz 2 des Heimatpreises erreicht hat, und mit dem Jugendparlament. Die jungen Leute dort engagieren sich für „Fridays for Future“ und haben eine Fülle an Anträgen eingebracht, die diese Woche in den politischen Gremien diskutiert werden.

Jung und Alt ergänzen sich. Die Caritas bietet einen Kurs „Kochen für Kinder“ an und sucht jetzt Leute, die Spaß daran haben, mit Kindern zu spielen. „Wir wollen das in Zusammenarbeit mit dem Jugendcafé anbieten“, sagt Ruth Sondermann, Vorsitzende der Caritas-Konferenz St. Ursula.

Junge Leute erhalten Wertschätzung und wachsen so in die Verantwortung als Übungsleiter hinein.

Maren Schirmer von der DLRG

Der komplette Sportbereich läge wie die Kultur ohne das Ehrenamt brach. Die DLRG bietet schon 14-Jährigen aktive Mitarbeit am Beckenrand an. „Junge Leute erhalten Wertschätzung und wachsen so in die Verantwortung als Übungsleiter hinein“, sagt die stellvertretende Vorsitzende, Maren Schirmer. Und dann kommt noch das „Baywatch“-Gefühl dazu. In den Sommerferien sind Rettungsschwimmer an der Lübecker Bucht in Pelzerhaken im Einsatz, aber auch beim Triathlon in Verl oder beim Neujahrsschwimmen im Sennesee.

Markus Priesterath, zuständig für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement im Bundesinnenministerium, war aus Berlin gekommen. „Das ist eine Prima-Veranstaltung. Toll, welche Fülle von Initiativen es hier gibt. Das ist ein Stück Lebensqualität. Wo es nichts gibt, bleiben die Leute nicht. Das Ehrenamt kann sich nur dort entwickeln, wo Kindergärten, Schulen und ÖPNV gut erreichbar sind. Dann bleibt Zeit und Lust, sich zu engagieren.“

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