Mo., 09.03.2020

Bi-Cussion begeistert 250 Besucher im Stukenbrocker Gotteshaus „Beathoven“ in Barockkirche

Ungewöhnliche Klänge in der Stukenbrocker Barockkirche: Hier hat „Bi-Cussion“ eine ganz starke Aufführung gegeben. Mit dabei auch das jüngste Mitglied: Der siebenjährige Linus Kralemann (Bildmitte) darf seit einem Jahr in der Gruppe mitspielen.

Ungewöhnliche Klänge in der Stukenbrocker Barockkirche: Hier hat „Bi-Cussion“ eine ganz starke Aufführung gegeben. Mit dabei auch das jüngste Mitglied: Der siebenjährige Linus Kralemann (Bildmitte) darf seit einem Jahr in der Gruppe mitspielen. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es geht betulich los – mit Kompositionen von Giacomo Puccini und Evelyn Glennie. Zum Auftakt also sanfte Moll- statt härter klingende Dur-Töne. Doch als die mehr als 20 Protagonisten von „Bi-Cussion“ spätestens bei der flotten Mossada Suite angekommen sind, ist der Funke zum Publikum übergesprungen: Die rund 250 Besucher in der barocken Stukenbrocker St. Johannes Baptist-Kirche klatschen begeistert mit.

„Schön. dass trotz kleinerer Probleme doch noch so viele Leute gekommen sind“, spielt Erna Dransfeld vom ausrichtenden Kulturkreis (in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche) mit ihrer Aussage auch auf die gegenwärtige Corona-Epidemie an. Sie schwebt wie ein Damoklesschwert über jeder größeren Veranstaltung. Aber der Auftritt von Bi-Cussion mit Xylophonen, Vibraphonen, Marimbas, Glockenspiel und Schlagzeug, die allesamt vor dem prächtigen Altar aufgebaut sind, soll nicht gefährdet gewesen sein. Mehr als 20, sich ständig an den Instrumenten abwechselnde Musiker legen sich bei ihrer musikalischen Zeitreise mächtig ins Zeug. Manche Stücke erinnern ansatzweise an Mike Oldfields legendäre „Tubular Bells“-CDs.

Am Schlagzeug: der siebenjährige Linus Kralemann

Bi-Cussion-Chef und Musiklehrer Jörg Prignitz muss kurzfristig auf seinen etatmäßigen Drummer verzichten – er hat sich bei einem Sportunfall eine Augenverletzung zugezogen. Das jüngste Mitglied der klöppelnden Combo aus Bielefeld ist jedoch dabei: Der siebenjährige Linus Kralemann spielt seit einem Jahr mit und hat zuhause ein eigenes Schlagzeug. „Linus hat schon als Fünfjähriger mit dem Unterricht begonnen. Er ist stolz darauf, in der Gruppe mitmachen zu dürfen“, erzählt seine ihn begleitende Mutter Julia Kralemann. Ihr Filius macht sich noch auf andere Weise nützlich: Nach dem Konzert steht der Knirps mit einer Sammelbüchse am Kirchenportal – statt Eintritt können die Besucher eine individuelle Spende entrichten. Bi-Cussion ist zudem auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Sie stellen ihre Autos für den Transport der sperrigen Instrumente zur Verfügung.  „Ohne uns ginge es wohl nicht“, meint Julia Kralemann.

Jörg Prignitz muss immer wieder Lücken schließen

Und ohne den engagierten Jörg Prignitz schon gar nicht. Alljährlich muss er neue Lücken schließen, demnächst verlassen sechs Musiker aus Studien- oder Berufsgründen die Gruppe. Die Nachrücker dürfen sich schon beim Auftritt in Stukenbrock bewähren, Auf dem Programm stehen auch Klassiker von Ludwig van Beethoven, die Prignitz klanglich variiert hat. „Ich habe aus Beethoven einen Beathoven gemacht und hoffe, dass der Ludwig trotz meiner Bearbeitung weiter friedlich schlummern kann in seinem Grab“, merkt der Arrangeur scherzend an. Dass sein Mikro ausfällt, bereitet Prignitz dank seiner markanten Stimme keine Probleme.  Zum Abschluss kündigt er den „Rausschmeißer“ an: Ein fetziges Led Zeppelin-Medley.

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