Fr., 13.03.2020

Coronavirus: Stadt untersagt bis Ende April Versammlungen ab 50 Personen Veranstaltungen verboten

In die Apotheke am Holter Kirchplatz dürfen nur vier Kunden gleichzeitig eintreten. Wie hier Doris Kiener müssen alle die Hände desinfizieren. Mit voller Wucht trifft die Gefahr des Coronavirus jetzt auch die Stadt, Veranstaltungen sind abgesagt, Schulen geschlossen.

In die Apotheke am Holter Kirchplatz dürfen nur vier Kunden gleichzeitig eintreten. Wie hier Doris Kiener müssen alle die Hände desinfizieren. Mit voller Wucht trifft die Gefahr des Coronavirus jetzt auch die Stadt, Veranstaltungen sind abgesagt, Schulen geschlossen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Jetzt ist auch in Schloß Holte-Stukenbrock eine Verfügung getroffen worden, wie mit der Gefahr durch das Coronavirus umgegangen wird: Die Stadt hat ab Montag, 16. März, bis Ende April alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Besuchern in geschlossenen Räumen und im Freien untersagt. „Damit nehmen wir den Veranstaltern die Entscheidung ab“, sagt Egon Henkenjohann, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice und Ordnung.

Inzwischen gibt es drei Infizierte in Schloß Holte-Stukenbrock (Stand Freitag, 14 Uhr). Mit einer so genannten Allgemeinverfügung hat der Krisenstab der Stadtverwaltung am Freitag auf die aktuelle Situation reagiert. Betroffen sind alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, auch der Sport. Nur der private Bereich ist ausgenommen – ob die Menschen sich in Kneipen, Diskotheken, im Restaurant oder im privaten Umfeld treffen, liegt in ihrer eigenen Verantwortung.

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Der Bürgermeister weist darauf hin, dass er bis Ende April keine Senioren besucht, die einen runden Geburtstag feiern.

Egon Henkenjohann

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„Der Bürgermeister weist darauf hin, dass er bis Ende April keine Senioren besucht, die einen runden Geburtstag feiern. Sie bekommen ein Gratulationsschreiben. Die Gefahr, die Senioren zu infizieren ist zu groß“, sagt Egon Henkenjohann.

Notbetreuung in den Schulen

Nicht überraschend kam die Meldung der Landesregierung am Freitag, dass ab Montag bis zu den Osterferien die Schulen geschlossen sind. „Wir haben die Eltern mit einem Schreiben auf diese Möglichkeit vorbereitet und die Kinder mit Arbeitsmaterialien versorgt. Die Eltern werden über die Homepage der Schule ständig mit den neuesten Entwicklungen versorgt“, sagt Christine Weiß, Leiterin der Katholischen Grundschule Stukenbrock. Auch der Grundschulverbund Grauthoff-Elbrachtschule ist gerüstet. „Am Montag und Dienstag wird es eine Übergangsregelung geben mit einer Notbetreuung. Wir sind da, haben die Eltern aber vorbereitet, dass sie sich um eine Betreuung kümmern müssen“, so die Schulleitung.

Die Gesamtschule bietet an, dass Eltern ihre Kinder am Montag und Dienstag, 16. und 17. März, aus eigener Entscheidung zur Schule schicken können. „Wir bieten an beiden Tagen Unterricht oder Betreuung an. Ab Mittwoch, 18. März, wird es für die Jahrgänge 5 und 6 ein Not-Betreuungsangebot geben“, sagt Schulleiterin Christel Kuch.

Ähnliches gilt fürs Gymnasium. Am Montag und Dienstag wird während der üblichen Unterrichtszeit eine Betreuung sichergestellt. Die Einstellung des Schulbetriebes soll nicht dazu führen, dass Erziehungsberechtigte, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen – insbesondere im Gesundheitswesen – arbeiten, wegen der Betreuung ihrer Kinder im Dienst ausfallen. Deshalb wird das Gymnasium während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein Betreuungsangebot insbesondere für die Klassen 5 und 6 vorhalten.

Altenheime vorbereitet

Vorkehrungen gibt es im Altenzentrum Wiepeldoorn, wo die Bewohner in ihrem Wohnbereich bleiben. Die Angehörigen sind per Anschreiben informiert. Externe Dienstleister wie Physio, Ergo oder Krankengymnastik, Fußpflegen und Friseur kommen bis Ostern nicht in die Einrichtung. Der Speisesaal wird geschlossen, alle geplanten Feste sind abgesagt. „Die Maßnahmen wurden mit der Heimaufsicht abgestimmt“, sagt Wertkreis-Sprecher Steffen Gerz.

Kindertagesstätten ab Montag geschlossen

Auch die Kindertagesstätten sind ab Montag geschlossen. „Das war nur eine Frage der Zeit“, sagt der Leiter des Familienzentrums und der Kita „Der Spatz“, Stefan Schmied. Die Mitarbeiter sind sensibilisiert, den Kindern wurde das richtige Händewaschen beigebracht.

Es gibt erste Initiativen von Privatleuten, die helfen wollen. Melanie Müller aus dem Dreigestirn der Weiberfastnacht bietet einen Einkaufsdienst für ältere Menschen an. „Ich kaufe auch für meine Mutter ein, die im Betreuten Wohnen lebt. Die älteren Menschen, die zur Risikogruppe gehören, brauchen sich doch nicht noch beim Einkaufen ins Getümmel stürzen. Wenn das jeder Zweite macht, ist doch schon allen geholfen“, sagt sie. Erreichbar ist sie über Facebook/Messenger. „Ich zeige meinen Ausweis vor“, betont Melanie Müller.

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