Fr., 20.03.2020

DRK hat keine Hinweise auf Übertragung des Coronavirus durch Blut Soll ich jetzt spenden? Ja, unbedingt!

Sabine Conrady spendet zum 51. Mal Blut. Hier wird sie von Pascal Klassen vom medizinischen Personal des DRK-Blutspendedienstes West versorgt. Im Hintergrund kümmert sich Birgit Sturhahn um eine weitere Spenderin.

Sabine Conrady spendet zum 51. Mal Blut. Hier wird sie von Pascal Klassen vom medizinischen Personal des DRK-Blutspendedienstes West versorgt. Im Hintergrund kümmert sich Birgit Sturhahn um eine weitere Spenderin. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Blut spenden in Zeiten des Coronavirus ? Ja, unbedingt – das ist ein dringender Appell des DRK-Blutspendedienstes. Positiv überrascht waren die Ehrenamtlichen des DRK-Ortsvereins Schloß Holte-Stukenbrock und die Hauptamtlichen des Blutspendedienstes West, dass sich die Spender nicht haben abschrecken lassen.

99 Spender waren am Dienstag in die Gesamtschule an die Jahnstraße gekommen, davon waren 17 Erstspender. „Das ist für diese Zeit ein großartiges Ergebnis“, sagt Jürgen Engelns, Geschäftsführer des DRK-Ortsvereins. „Super sind die 17 Erstspender. Das ist verantwortungsbewusst. Dafür sind der DRK-Ortsverein und auch der Blutspendedienst dankbar“, sagt Engelns. Die Woche zuvor waren es in der Gesamtschule am Standort Hallenbad 165 Spender. Die Blutspendebeauftragten für Stukenbrock, Frank Sauer, und für Schloß Holte, Timo Fürstenberg, sind selbst überrascht.

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Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich zur Blutspende gehe.

Stefanie Gerwin

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Stefanie Gerwin (53) ist dabei. „Ich habe tatsächlich überlegt, ob ich zur Blutspende gehe“, sagt sie. „Dann habe ich aber gedacht, dass bestimmt viele zögern, weil man ja viele Menschen meiden soll. Allerdings wenn jeder diese Zweifel hat, kommt nicht genug Blut zusammen.“ Sie hat bereits mehr als 25 Mal Blut gespendet. Auch Sabine Conrady (53) hat kurz gezögert, sich dann aber zur 51. Blutspende entschieden. „Ich finde es beruhigend, dass vorab Fieber gemessen wird.“

Erst wird Fieber gemessen, dann gespendet

In der Tat gibt es zusätzlich eine neue, erste Station bei der Blutspende. nach dem desinfizieren der Hände muss jeder erst mal Fieber messen lassen und einen Hämoglobin-Test (Eisengehalt der roten Blutkörperchen) machen lassen. Eine potenzielle Spenderin wird gleich nach Hause geschickt – sie hat 37,7 Grad, erhöhte Temperatur. Dr. Udo Püschel rät ihr, gleich am nächsten Tag zum Arzt zu gehen. Mit dem Unfallarzt im Ruhestand aus Horn-Bad Meinberg und seiner Kollegin führen die Spender, die diese erste Hürde bestanden haben, ein Gespräch. „Ich frage nach dem allgemeinen Gesundheitszustand und nach dem Wohlbefinden, ob sie im Ausland waren oder Kontakt mit Leuten hatten, von denen man annimmt, dass sie Kontakt zu Corona-Infizierten oder anderen ansteckend Kranken hatten“, sagt der Arzt. „Wer gerade in der Lombardei oder in Venetien war, wird automatisch vier Wochen zurückgestellt.“

Zwei-Meter-Abstand zum Vordermann in der Schlange

Bei Timo Fürstenberg und Jonas Klasfauseweh lassen sich die Spender dann registrieren. geachtet wird auf einen Zwei-Meter-Abstand zum Vordermann in der Schlange. Dann erst geht es in die Mensa, wo das medizinische Fachpersonal in Beuteln mit Registriernummern einen halben Liter Blut abnimmt. Bei Sabine Conrady hat das nicht mehr als fünf Minuten gedauert. „Es geht schnell, wenn man tagsüber viel getrunken hat“, sagt sie.

Das Küchenteam hat schon die Stärkung vorbereitet. Bis auf Alina Böckmann ist keiner der Helfer, die Kaffee kochen und belegte Brote, Brötchen, Häppchen und Süßigkeiten vorbereiten, Mitglied im Deutschen Roten Kreuz. „Wir machen das, weil Alina uns gefragt hat“, sagen Margot Chatzigeorgiou, Bianca Weber, Helga Brei, Manuela Höhle, Marianne und Uwe Thost. Den Imbiss brauchen die Spender, um wieder Energie aufzubauen. „Diese Geste bindet die Leute an die Blutspende. Man schätzt eben auch die nette Gesellschaft“, sagt Alina Böckmann, die die Tische dieses Mal weiter auseinander gestellt und alles noch mal extra desinfiziert hat. Höchstens zwei Personen sollten an einem Tisch sitzen – Corona fordert seinen Tribut.

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Für die Übertragbarkeit des Erregers durch Blut und Blutprodukte gibt es keine gesicherten Hinweise.

Blutspendedienst West

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Wie auch zu „normalen“ Zeiten gilt, Blut sollte nur der spenden, der sich gesund und fit fühlt. Bei einer Erkältung bleibt man zu Hause. Die Blutpräparate werden getestet, grundsätzlich gilt aber, dass sich für Transfusionsempfänger durch Covid-19 (Coronavirus) nichts ändert. „Für die Übertragbarkeit des Erregers durch Blut und Blutprodukte gibt es keine gesicherten Hinweise“, so der Blutspendedienst West.

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