Fr., 20.03.2020

Sogenannte Heilmittelerbringer dürfen weiter mit ihren Patienten arbeiten Physiotherapie bleibt erlaubt

Hier darf noch gearbeitet werden: Ergotherapeutin Katharina Stöcker mit Patient Dieter Cichon und Physiopraxis-Inhaber Roland Schroth.

Hier darf noch gearbeitet werden: Ergotherapeutin Katharina Stöcker mit Patient Dieter Cichon und Physiopraxis-Inhaber Roland Schroth. Foto: Dirk Heidemann

Von Dirk Heidemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Rehasport nein, Physiotherapie ja. In den Zeiten der Corona-Krise sind Feinheiten entscheidend, wenn es darum geht, welche Angebote im Gesundheitsbereich durchgeführt werden. Generell gilt: Alle Heilmittelerbringer können derzeit noch weiterarbeiten. Dazu zählen Physiotherapeuten, Masseure, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapeuten (Logopäden), Ergotherapeuten und Podologen (medizinische Fußpfleger).

Natürlich sorgt sich auch diese Branche, wie lange sie ihre Tätigkeiten noch wird ausüben können. „Einige Patienten, die beispielsweise Risikopatienten aus ihren familiären Umfeld schützen wollen, brechen Therapien von sich aus ab. Patienten, bei denen wir Hausbesuche machen, werden vorher von uns gefragt, ob wir noch zu ihnen rauskommen dürfen“, sagt Roland Schroth, Inhaber der Praxis für Physiotherapie „Physio Balance“ in Stukenbrock.

Klare Vorschriften

In seinen Räumlichkeiten herrschen klare Vorschriften. „Wenn Dienstleistungen am Kunden erbracht werden, dann muss der hygienische Standard eingehalten werden. Dazu zählen intensives Händewaschen nach jedem Kundenkontakt, die Türklinken nicht anzufassen und die zur Verfügung stehenden Desinfektionsmittel zu nutzen“, sagt Roland Schroth, der schon seit einigen Jahren mehrere solcher Spender an seinem Standort aufgestellt hat.

Generell sei natürlich deutlich weniger los als noch vor der Coronavirus-Pandemie. „Sonst tobte hier das Leben, da kamen pro Tag mehrere hundert Kunden und Patienten“, sagt Roland Schroth, desen Fitnessbereich geschlossen ist und der auch die 35 Rehasport-Gruppen nicht mehr betreuen kann. „Wir leisten nicht einmal mehr 50 Prozent unserer sonstigen Arbeit. Früher hatten wir im Bereich der Physiotherapie lange Wartezeiten, jetzt werden aber auch von den Ärzten immer weniger Anwendungen verschrieben“, so Schroth. Volker Heiliger, Sprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe, kann das noch nicht bestätigen. „Dieses Thema ist bei uns noch nicht aufgeploppt.“ Roland Schroth sagt, er könne nur jedem in seiner Branche nur empfehlen, bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit anzumelden.

Mehr Tests gefordert

Er würde es außerdem für am sinnvollsten erachten, wenn es in der Bevölkerung flächendeckend Tests auf das Coronavirus gebe. „Jeder müsste jetzt getestet werden. Aber das ist wahrscheinlich nicht leistbar. Denn während einige extrem verständnisvoll sind, legen andere eine Trump-Mentalität an den Tag. Da zählen nur sie selbst und andere nichts“, sagt Schroth.

Verfolgen Sie die Entwicklung der Coronakrise in unserem Newsblog.

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