André Schulze aus Schloß Holte-Stukenbrock verkauft Süßigkeiten und Crêpes vor seinem Haus am Hellweg 206
Schausteller geht auf die Straße

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Super, eine tolle Idee! Wir kommen nachher mal vorbei.“ Die Nachbarn am Hellweg haben schon bemerkt, dass sich vor der Hausnummer 206 etwas tut. André Schulze (28) hat seinen Süßigkeiten-Stand vor die Halle an die Straße gestellt. Seine Tante Bärbel Schulze steht mit ihren Crêpes-Stand daneben. Bis zum 31. August wird es landesweit keine Kirmes und kein Schützenfest geben, auf dem sie verkaufen können. Deshalb machen sie jetzt einen Straßenverkauf.

Freitag, 17.04.2020, 05:00 Uhr
André Schulze verkauft am Hellweg 206 neben dem Restaurant Casa Nostra jetzt Süßigkeiten, seine Tante Bärbel Schulze Crêpes. Das hat das Ordnungsamt unter Auflagen genehmigt. Schützen- und Volksfeste fallen bis Ende August aus. Foto: Monika Schönfeld
André Schulze verkauft am Hellweg 206 neben dem Restaurant Casa Nostra jetzt Süßigkeiten, seine Tante Bärbel Schulze Crêpes. Das hat das Ordnungsamt unter Auflagen genehmigt. Schützen- und Volksfeste fallen bis Ende August aus. Foto: Monika Schönfeld
Um den Menschen eine Freude zu bereiten und zumindest einen kleinen Teil der laufenden Kosten zu decken, haben André Schulze und seine Tante Bärbel Schulze den Verkauf vor ihrem Haus am Hellweg 206 verlegt.

Um den Menschen eine Freude zu bereiten und zumindest einen kleinen Teil der laufenden Kosten zu decken, haben André Schulze und seine Tante Bärbel Schulze den Verkauf vor ihrem Haus am Hellweg 206 verlegt. Foto: Monika Schönfeld

Mit „Süßes vom Grinch“ (benannt nach einem Familienfilm mit einer grünen Kreatur) wollen die Schulzes Nachbarn und Freunden ein Kirmes-Gefühl bieten. Gestern hat der Verkauf begonnen. Täglich von 11 bis 19 Uhr gibt es hier gebrannte Mandeln, Schokofrüchte, Softeis, Crêpes und andere Zuckerwaren. „Die Lebkuchenherzen mit Zuckerschrift kann man ja nur auf einer Kirmes kaufen“, will André Schulze vermeiden, dass die Menschen in Zeiten der Beschränkungen durch das Coronavirus Entzug erleben.

Genehmigung eingeholt

André Schulze hat natürlich die Genehmigung der Stadt eingeholt und ist sich sicher, dass alle Schausteller, sofern sie Süßes verkaufen, eine ähnliche Nische suchen werden. „Ich werde mich genau an die Auflagen halten, habe die Laufrichtung und Ein- und Ausgang auf dem Boden markiert, die Abstände sind noch mal auf dem Aushang beschrieben. Alle Süßigkeiten sind nur zum Mitnehmen, nicht zum Verzehr an der Bude“, betont Schulze. Er bietet auch einen Lieferservice bei einem Bestellwert ab 15 Euro an – in der Umgebung des Stadtteils Sende.

Wer an den beiden Buden etwas kaufen möchte, muss die Abstände wahren und die Süßigkeiten nicht vor den Buden, sondern zu Hause naschen.

Wer an den beiden Buden etwas kaufen möchte, muss die Abstände wahren und die Süßigkeiten nicht vor den Buden, sondern zu Hause naschen. Foto: Monika Schönfeld

„Irgendwas muss man ja machen. Da kann ich auch ein bisschen Freude verbreiten“, sagt André Schulze, der das Familienunternehmen in fünfter Generation führt. Er lebt mit seiner Oma Elisabeth Schulze am Hellweg. Sie ist eine geborene Dorenkamp und schon ihre Großeltern waren Schausteller. André Schulze und seine Familie betreiben zehn Verkaufswagen mit Süßwaren, Softeis, Dosenwerfen und Enten angeln. „Vergangenes Jahr war ich 160 Tage im Einsatz – auf Schützenfesten, Stadtfesten wie Verler Leben, Pollhans, Pfingst- und Michaeliskirmes in Gütersloh, Weihnachtsmärkten oder auf dem Send in Münster. Dieses Jahr wollte ich zur Frühlingskirmes in Halle gerade losfahren um aufzubauen, als ich die Nachricht bekam, dass die Kirmes abgesagt ist. Viele hatten schon aufgebaut. In Münster stand ich schon, als abgesagt wurde.“

Direktverkauf und Lieferung

Der Straßenverkauf in Sende sei erst mal ein Testlauf. Er denkt aber, dass die Menschen mal wieder ein Ziel brauchen. „Viele Schausteller fangen jetzt an, Alternativen zu suchen. Die Soforthilfe des Staates ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich erwartete ein schwieriges Jahr ohne Einkommen.“ Mit dem Straßenverkauf seien zumindest ein paar kleine Kosten zu decken.

André Schulze ist persönlich direkt neben dem Restaurant Casa Nostra erreichbar, auf Facebook unter dem Namen „Eis mit Toppings – Schulze’s Softeis“ und unter der Mobilnummer 0157/85605570.

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