Erstes Stadtgespräch per Videokonferenz mit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr
Und was ist mit Pollhans?

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Findet Pollhans statt? Wie übersteht die Wirtschaft das Coronavirus? Wenn man Schulunterricht zulässt, kann man dann nicht auch Training in Sportvereinen ermöglichen? Fragen, die die Bürger bewegen.

Samstag, 18.04.2020, 07:00 Uhr
Bürgermeister Hubert Erichlandwehr im Stadtgespräch mit 16 Bürgern auf Distanz über eine Videokonferenz. Foto: Monika Schönfeld
Bürgermeister Hubert Erichlandwehr im Stadtgespräch mit 16 Bürgern auf Distanz über eine Videokonferenz. Foto: Monika Schönfeld

Im ersten Stadtgespräch per Videokonferenz, das Jelena Jaissle von der „Partnerschaft für Demokratie“ der Volkshochschule mit Bürgermeister Hubert Erichlandwehr geführt hat, waren insgesamt 17 Teilnehmer. Solange es Kontaktbeschränkungen gibt, will sie Gespräche führen – mit wechselnden Ansprechpartnern.

Mehr als drei Wochen war Hubert Erichlandwehr in Quarantäne. Er hatte hartnäckigen Husten und Schnupfen, Kinder hielten sich im Haus auf Abstand. „Meine Frau musste leiden. Das hat mit der Isolation nicht so gut geklappt.“

„Ich empfand es als bedrückend. Es ist eine psychische Belastung, wenn man hört, was alles passieren kann.“ Er habe sich die Frage stellen müssen, wen er zwischen Ansteckung und positivem Befund getroffen habe. 100 Menschen seien es wohl gewesen, mit denen er Kontakt gehabt habe, auch Jubilare, denen er die Hand geschüttelt habe. Aber von denen habe er nach bisherigem Stand niemanden angesteckt.

Die Stadtverwaltung habe einen sofortigen Shutdown erlebt. „Es waren nur noch 30 Prozent der Mitarbeiter im Rathaus. Die anderen waren im Homeoffice, in Quarantäne, krank oder mit der Kinderbetreuung beschäftigt.“ Auch die Politik wurde heruntergefahren. „Eine kurze Ratssitzung hat stattgefunden, ohne Aussprachen. Wir hatten uns mit den Fraktionsvorsitzenden vorher verständigt.“ Erichlandwehr denkt, dass ab Mai wieder Ausschüsse und der Rat tagen können. „Damit werden wir das politische Leben wieder aktiver gestalten können.“ Die Infektionskurve werde immer flacher.

Ein großes Problem seien die wirtschaftlichen Folgen. „Wir merken das im Rathaus an den Stundungsanträgen für Gewerbesteuern. Das bedeutet finanzielle Einbußen für die Stadt. Mehr Kurzarbeit heißt für die Stadt weniger Einkommensteueranteil.“

Wilhelm Gunkel (Unternehmer, Verein Fortuna) sagte, er sei schockiert gewesen, als Wirtschaftsminister Peter Altmaier gesagt habe, die wegfallenden Minijobs sorgten ja nur für ein Zubrot. „Viele leben davon.“ Auch Lars Pankoke (Unternehmer und SW-Sende-Vorsitzender) sagt, „wirtschaftlich wird es uns hart treffen – bis hin zu Entlassungen in unserer Kernbranche Metall.“ Wenn im Mai die Schulen hochfahren, sollte auch wieder Training in kleinen Gruppen in den Vereine möglich sein.

Und was ist mit Pollhans, fragt Christian Hayk. Erichlandwehr: „Wie bisher wird es wohl nicht werden, vielleicht in kleinerer Variante oder Pollhans fällt aus. Wie bei Libori in Paderborn, wäre das für uns ein Stich ins Herz. Das wäre das dritte Mal in 370 Jahren, dass Pollhans ausfällt. Der Mensch braucht Unterhaltung.“

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