Zahlreiche Geschäfte haben seit Montag ihre Türen wieder geöffnet
Eine Stadt blüht auf

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Dornröschenschlaf ist beendet. 35 Tage, nachdem sie ihre Geschäfte aufgrund der Corona-Krise schließen mussten, haben fast alle Einzelhändler sowie die Filialen der großen Unternehmensketten in Schloß Holte-Stukenbrock am Montag ihre Türen wieder geöffnet. Passend zum Frühling blüht die Stadt auf.

Dienstag, 21.04.2020, 06:00 Uhr
Im Geschenkehaus Antpöhler kann wieder nach Herzenslust gestöbert werden. Die Geschäftsführerinnen Elena (links) und Christine Antpöhler haben am Montagmorgen die Räumlichkeiten für den Kundenverkehr geöffnet. Foto: Dirk Heidemann
Im Geschenkehaus Antpöhler kann wieder nach Herzenslust gestöbert werden. Die Geschäftsführerinnen Elena (links) und Christine Antpöhler haben am Montagmorgen die Räumlichkeiten für den Kundenverkehr geöffnet. Foto: Dirk Heidemann

Hauptstraße

Im Geschenkehaus Antpöhler geht es noch etwas ruhig zu. „Ich hatte mir das schon gedacht. Einige unserer Kunden sind in Kurzarbeit. Da muss erst einmal geschaut werden, wie es in den Haushalten finanziell weitergeht“, sagt Elena Antpöhler (49), die mit ihre Mutter Christine (72) das Geschäft führt. „Viele rufen an und fragen, ob die Ware, die sie schon vor dem 17. März bestellt hatten, jetzt da ist und abgeholt werden kann“, sagt Christine Antpöhler, die ein wenig wehmütig auf die nicht verkauften Osterdekorations-Artikel blickt. Auch das ausgefallene Geschäft aufgrund der verschobenen Konfirmations- und Kommunionsfeiern hat für ein Loch in der Kasse gesorgt.

Im Damenmodengeschäft „Le Clou“ ging es am Montag gleich ab 9 Uhr richtig rund. „Ich hatte auch während unserer Schließung über die sozialen Medien Kontakt zu unseren Kunden. Das hat sich offenbar bewährt, ich habe schon eine ganze Menge verkauft“, sagt Beate Evers-Joachim (59). Vermutlich hatten sich viele Kunden aus dem neu dekorierten Schaufenster schon das eine oder andere Lieblingsstück ausgesucht und schlugen dann gleich zu. Der Clou im Le Clou: Es gibt einen separaten Ein- und Ausgang, der Laufweg ist mit Aufklebern markiert. Auf Wunsch erhalten Kunden von Beate Evers-Joachim einen Mundschutz – selbst genäht von Mitarbeiterin Annegret Heiner.

Holter Straße

Kik, Tedi, Takko, Ernsting’s Family oder Schuhpark – entlang der Holter Straße haben alle Filialisten geöffnet. Und natürlich auch das Zweiradgeschäft Fulland. „Unsere Werkstatt war ja nie geschlossen. Aber heute merkt man schon deutlich, dass auch der Verkaufsraum wieder offen ist. Die Leute geben sich hier die Klinke in die Hand“, sagt Mitarbeiterin Manuela Fulland (61), die maximal zwei Kunden gleichzeitig in den Laden lässt. Nachdem die umsatzstarken Monate März und April im Prinzip weggefallen sind („Eine Katastrophe“), blickt Manuela Fulland mit ihren zwei Kollegen und einem Auszubildenden wieder zuversichtlich in die Zukunft: „Ich hoffe, dass das Geschäft nun richtig anzieht.“ Vor allem E-Bikes seien weiterhin sehr begehrt.

Bahnhofstraße

Bei Wäsche Brok hat Inhaberin Lilo Brok am Kassentresen einen Spuckschutz aufbauen lassen, auch ein Desinfektionsmittel steht bereit. Nun fehlen nur noch die Kunden. „Die sind ein wenig zögerlich“, sagt Lilo Brok. Ein Grund könnte sein, dass sie bei der Beratung meist nah am Kunden sein müsse, dann aber natürlich einen Mundschutz trage. „Auf Distanz kann ich den Kunden zwar auch helfen, doch das ist schwierig“, sagt die 65-Jährige. Alles müsse sich erst wieder einspielen. Beispiele aus den Bereichen der Lebensmittelmärkte oder Bäckerein hätten jedoch gezeigt, dass „die Leute lernfähig“ seien.  Darauf setzt nun auch Lilo Brok – genau wie die benachbarten Geschäftsinhaberinnen Nicole Brinker-Ohmke (,,Esplanada“), Sabine Lakämper (,,Uschi’s Boutique’’) und Johannes Damsch („M&H Shoes“).

Ein paar Meter weiter warten vor der Buchhandlung von Gabriele Strathmann mehrere Kunden geduldig auf Einlass. „Es ist schon ein unbehagliches Gefühl, die Menschen dort stehen zu sehen“, sagt die Inhaberin, die immer nur zwei bis drei Kunden gleichzeitig in ihren Laden lässt. Gefragt seien derzeit vor allem Lektüren für Schüler, die ihren Unterrichtsstoff daheim durchnehmen müssen. Ihre Notlösung mit dem zwischenzeitigen Verkauf durch ein Fenster sei zwar sehr gut angekommen („Ein großes Lob an die Kunden“), doch Bücher müsse man eben vor dem Kauf anfassen und anschauen dürfen.

Holter Kirchplatz

Ob Action-Markt, Sport 2000 oder „La Crina“ – am Holter Kirchplatz herrscht wieder Leben in den Läden. Das gilt auch für „Copy & more“. „Das Geschäft ist gut angelaufen. Die Kunden sind froh, dass sie bei uns wieder Schnaps kaufen konnten“, sagt Margit Dierich (56), die mit ihrem Mann Peter das Geschäft führt, schmunzelnd. Sie selbst wie ihre Mitarbeiterin Lill Anna Pape müssten sich an die neuen Vorschriften aber noch gewöhnen und auch ein wenig improvisieren. Ein ehemaliger Halter für Kugelschreiber dient als Spuckschutz, die auf dem Boden angebrachten Klebestreifen tragen den Hinweis „Bruchgefahr! Nicht werfen!“. Bei den Kunden sei das Bewusstsein für ihr Verhalten in Corona-Zeiten indes längst vorhanden. „Sie sind sehr vorsichtig“, bestätigt Margit Dierich.

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