Kein Tanz und keine Party, aber Stumpf und Straßenlaterne
Oh Mai, oh Mai!

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt Ludwig Stall. Er wird am heutigen Mittwoch mit Konrad Pauleikhoff und Alfred Bories den Maibaum in Stukenbrock-Senne aufstellen – ohne Party, ohne Treffen, ohne Publikum, aber mit viel Abstand. „Vielleicht können wir beim Abbau des Maibaums im Herbst die Party nachholen“, sagt Stall.

Mittwoch, 29.04.2020, 05:00 Uhr
Ein Hingucker: Der Vorstand der Ortsgemeinschaft Stukenbrock mit Evelyn Antpöhler, Eva Neisens, Astrid Zellermann, Heinrich Sander jun., Siegfried Murke und Markus Krogmeier (von links) stellt den alten Stumpf statt eines Maibaums auf. Foto: Monika Schönfeld
Ein Hingucker: Der Vorstand der Ortsgemeinschaft Stukenbrock mit Evelyn Antpöhler, Eva Neisens, Astrid Zellermann, Heinrich Sander jun., Siegfried Murke und Markus Krogmeier (von links) stellt den alten Stumpf statt eines Maibaums auf. Foto: Monika Schönfeld

 

Stukenbrock-Senne

Der Tanz in den Mai ist allerorten wegen der Kontaktbeschränkungen während der Coronavirus-Pandemie abgeblasen. Das heißt aber nur, dass nicht öffentlich gefeiert werden darf. Einen Maibaum aufzustellen, ist nicht verboten. Vor einem Jahr hat Konrad Pauleikhoff seinen Hatz-Trecker von 1960 vor den restaurierten Trailer gespannt, den er von seinem Vater geerbt hat. Damit hat er die zehn Meter lange Straßenlaterne, die vor sieben Jahren zum Senner Maibaum wurde, zum Dorfplatz kutschiert. Zwei Kränze mit bunten Bändern und 14 Zunft- und Vereinszeichen zieren den Maibaum. Auf die Kiste Bier und das Bratwürstchen, das sonst gegen eine Spende verzehrt wurde, wird dieses Jahr verzichtet.

 

Stukenbrock

Eigentlich sollte der 2,40 Meter lange Stumpf des alten Maibaums schon zu Brennholz verarbeitet werden. Aber die Ortsgemeinschaft Stukenbrock konnte ihn gut brauchen, um bei der Ehrenamtsmesse am 29. Februar einen Hingucker in der Aula des Gymnasiums zu präsentieren. Und jetzt wird er als Maibaumstumpf im Zentrum Stukenbrocks darauf verweisen, dass es sich um ein ganz besonderes Jahr handelt.

Ein Maibaumfest wird es in Stukenbrock nicht geben, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgemeinschaft Stukenbrock, Siegfried Murke. „Wenn wir die Blumen haben, die den Ort schmücken werden, wollen wir den Maibaumstumpf als Blumenpyramide an die Stelle setzen, wo sonst der Maibaum steht“, sagt Murke. Allerdings will Ehrenvorsitzender Heinrich Sander die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) abwarten, damit die Blumen keinen Frost abbekommen. Unten, in der Mitte und oben in einer Schale sollen Blumen den Stumpf schmücken. „Der Wetterhahn wird nicht aufgesetzt“, sagt Murke. Der richtige Maibaum wird nicht aufgestellt. „Die Feuerwehr darf zurzeit nur Rettungseinsätze machen. Und ohne die Feuerwehr geht es nicht.“ Der Stumpf sei ein Behelf, aber „dann haben wir wenigstens etwas. Und wir weisen damit auf die besondere Situation hin.“

 

Liemke

„Wir haben lange überlegt, ob wir den Maibaum ohne Tanz in den Mai aufstellen. Das würde aber einen erheblichen Aufwand darstellen, den wir nicht leisten können“, sagt der Brudermeister der Schützenbruderschaft St. Michael Liemke, Michael Blumenthal. „Es wäre auch ein schönes Symbol der Gemeinschaft gewesen.“ Allerdings werden jedes Jahr die Kränze von der Throngesellschaft bei Adolf und Helga Köhler neu gebunden – das geht zurzeit nicht. „Die Vorbereitungen laufen normalerweise schon im März an“, sagt Blumenthal. Die Schützen halten zurzeit Kontakt über ­WhatsApp. In der Gruppe sind 180 Teilnehmer. „Wir tauschen dort nur Informationen aus.“ Zu Ostern seien die Schützenfahnen geflaggt gewesen und das werde vermutlich für der Termin des Schützenfestes um das Wochenende am 21. Juni auch gelten. „Offiziell haben wir es noch nicht abgesagt. Aber wir sind unser eigener Festwirt und können uns damit Zeit lassen.“ Private Veranstaltungen in der Schützenhalle haben die Interessenten selbst abgesagt. „Jetzt kommen Anfragen für den Herbst. Wir nehmen die Buchungen erst mal an – unter Vorbehalt.“

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