Sa., 16.05.2020

Verkauf von Country- und Westernartikeln funktioniert nur, wenn es Feste gibt Saison komplett weggebrochen

Thorsten Niebel ist in der Saison auf 30 Veranstaltungen europaweit vertreten – alles weggebrochen.

Thorsten Niebel ist in der Saison auf 30 Veranstaltungen europaweit vertreten – alles weggebrochen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Während die Geschäfte wieder verkaufen, die Gastwirte eingeschränkt Speisen und Getränke servieren, Freizeitparks und Fitness-Studios öffnen, weiß Thorsten Niebel nicht, wann für ihn die Krise beendet sein wird. Cowboy-Hüte, Westernstiefel, Hemden und Blusen im Country-Stil – die werden gekauft, wenn entsprechende Veranstaltungen nach einem neuen Outfit verlangen. Für Thorsten Niebel wird wohl die komplette Saison wegbrechen.

„Die Soforthilfe ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich hoffe, dass ich Unterstützung aus dem geplanten Fonds für Messeveranstalter bekomme“, sagt der Inhaber des Truck Stores an der Hauptstraße. „Unsere Situation hat sich seit März zugespitzt. Uns sind sämtliche Einnahmen aus verschiedenen Vertriebswegen weggebrochen“, sagt Niebel. „Unser Kerngeschäft ist der Verkauf von Westernbekleidung auf nationalen und internationalen Veranstaltungen, Festivals und Messen, die seit Ende März teilweise bis Ende des Jahres abgesagt wurden.“

Szene hart getroffen

Das Veranstaltungsverbot betrifft auch den in der Westernszene seit mehr als 30 Jahren bekannten Truck Treff in Kaunitz. Veranstalter Thorsten Niebel ist gezwungen, seine jährliche Großveranstaltung in und um die Ostwestfalenhalle ausfallen zu lassen und steckt alle Energie in die Vorbereitungen für 2021. Die Trucker, Countryfreunde und Westernfans sind enttäuscht. Die Westernszene leidet am Entzug der Gemeinschaft und Musik.

Für Niebel bedeutet diese Festivalabsage einen weiteren Einbruch. Auch der vor kurzen erst komplett überarbeitete Onlineshop bringt keinen nennenswerten Umsatz ein. „Da unsere Kunden ja nun auch keine Gelegenheit bekommen, weder bei kleineren Line-Dance-Partys, noch auf größeren Festivals, Blusen, Hüte, Stiefel oder Accessoires zu präsentieren, ist für uns nun auch der Warenverkauf über unseren Onlineshop zusammengebrochen.“

Perspektive fehlt

Um in diesen Zeiten der Wirtschaftskrise dennoch alle Möglichkeiten zu ergreifen, einige wenige Einnahmen zum Erhalt des Familienunternehmens zu sichern, sind im Outlet Store des Truck Stores an der Hauptstraße 65 neben Bandana-Tüchern, die als Gesichtsschutz beim Einkaufen zugelassen sind, auch Schutzmasken zu erwerben. Seine Transporter und Anhänger bietet Thorsten Niebel für Transport- und Logistikservices an.

Niebel kritisiert, dass Bund, Land und Kommunen keine Perspektive geben können. „Ich habe schon Grundsicherung für Kleinunternehmer beantragt“, sagt er. Die drei Angestellten seien in Kurzarbeit, für die Aushilfen für große Veranstaltungen fallen Einkünfte weg.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7411549?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F