Ordnungsausschuss beschließt Bildung eines Arbeitskreises zur Verbesserung des ÖPNV in Schloß Holte-Stukenbrock
Nicht im Neandertal

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit Blick auf den gnadenlos tickenden Sekundenzeiger mahnt der Ausschussvorsitzende Stefan Burckardt immer wieder zur Eile. Doch es nützt nichts. Innerhalb des selbst gesteckten zeitlichen Rahmens können in der Sitzung des Ordnungsausschusses am Montagabend nur drei der acht Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden.

Mittwoch, 20.05.2020, 18:03 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 18:06 Uhr
Ein Arbeitskreis soll sich mit der Verbesserung des ÖPNV in Schloß Holte-Stukenbrock befassen. Foto: Dirk Heidemann
Ein Arbeitskreis soll sich mit der Verbesserung des ÖPNV in Schloß Holte-Stukenbrock befassen. Foto: Dirk Heidemann

Den größten Raum der 105 Minuten dauernden Versammlung nimmt das Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Heiko Rusche als Vertreter des Trägers Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) gibt einen Überblick über die Auslastung des bestehenden Liniennetzes und kann Volker Schimmel (CDU) auf seine Frage hin („Befinden wir uns in Schloß Holte-Stukenbrock im Neandertal oder in der Neuzeit?“) beruhigen. „Im Bezug auf den klassischen ÖPNV sind sie hier sehr gut aufgestellt. Das ein Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr von drei Buslinien bedient wird, ist nicht selbstverständlich. Darunter sind zwei Ortsbusse, das haben andere Kommunen nicht“, so Heiko Rusche.

Eine Zusammenarbeit auf OWL-Ebene ist ein Muss.

Volker Schimmel

Dennoch wird aus den Anträgen der CDU und des Jugendparlaments deutlich, dass für Schloß Holte-Stukenbrock eine weitere Verbesserung des ÖPNV nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig ist. Um alles dreht sich indes die zentrale Frage „Wie teuer wird das?“ Während sich Heike Boeckhaus (Bündnis 90/Die Grünen) einen „großen Schluck aus der Pulle“ gönnen möchte, wirft Volker Schimmel einen Blick über die Kreisgrenzen hinaus: „Eine Zusammenarbeit auf OWL-Ebene ist ein Muss. Alles andere macht keinen Sinn, sonst bekommen wir die Leute nicht in den Bus.“ Eine Kreis-Lösung bringe nichts, allerdings dürfte sich vor allem die Zusammenarbeit mit der Bielefelder Stadtwerke-Tochter Mobiel, die ihr eigenes Ding macht, als schwierig erweisen.

Bürgermeister schlägt Arbeitskreis vor

Heiko Rusche vertritt hingegen die Meinung, man solle sich erst einmal vor Ort darauf verständigen, wo der Bedarf am größten ist. „Einigen Sie sich auf dieser Ebene“, empfiehlt Rusche mit dem Hinweis: „Und wie weit machen Sie die Schatulle auf?“ Daraufhin regt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr die Bildung eines Arbeitskreises mit maximal neun Personen an, die Verbesserungsvorschläge für das bestehende Linienbusnetz zusammentragen sollen. Diesem Vorschlag folgen die Mitglieder des Ordnungsausschusses. Bis zur nächsten Ratssitzung soll jede Fraktion einen Teilnehmer benennen. Hinzu kommen ein Mitglied des Jugendparlaments und Stefan Burckardt. Heiko Rusche steht dem Gremium beratend zur Seite. Mit der Einführung einer App, mit der vor allem in ländlichen Gebieten des ÖPNV Kleinbusse oder Sammeltaxis eingesetzt werden können („On-Demand-Ridepooling“), wird im September gerechnet. Ein digitales Buchungssystem soll im kommenden Jahr machbar sein.

Andere Themen vertagt

Da die Zeit drängt, wird das 260 Seiten starke Papier zum integrierten Radverkehrskonzept für die Regiopolregion Bielefeld zurück in die Fraktionen gegeben und soll auf der nächsten Ratssitzung diskutiert werden. In den kommenden Ordnungsausschuss wird das Thema Anordnung von Tempo-30-Zonen verlagert. Ebenfalls nicht behandelt werden konnten die Themen Tempo 30 auf den Hauptverkehrsstraßen sowie die Temporeduzierung im Bereich der Ortsdurchfahrt Stukenbrock im Abschnitt zwischen Flugplatzstraße und Augustdorfer Straße.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7417875?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Als Curko den Fehdehandschuh warf
Der 20. Oktober 2000 war der Tag, an dem Goran Curko bei Arminia die Brocken hinwarf. Der damals 32 Jahre alte Serbe hatte sich mit den Fans angelegt. Weil er beim Spiel gegen Mannheim vorzeitig den Platz verließ, durfte Dennis Eilhoff ins Tor. Foto: Hörttrich
Nachrichten-Ticker