Unternehmer im Unruhestand: Ulrich Suermann aus Schloß Holte-Stukenbrock traf Helmut Kohl und Angela Merkel
Politik, Kunst, Kultur und viel Humor

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Viele Jahre führte Ulrich Suermann , der ein bekennender „großer Pollhans-Fan“ ist, die Gruppe beim Eröffnungsrundgang als Pollhansbürgermeister an. Mit dem ehemaligen EU-Parlamentarier Elmar Brok, den er seit Kindheitstagen kennt, pflegt er von Jugend an ein freundschaftliches Verhältnis. Zu einem für Suermann unvergesslichen Erlebnis seien die Dreharbeiten mit Hans Albers zum Film „Der tolle Bomberg“ auf dem Schloß Vinsebeck geworden, zu denen Suermann als Gast vom Schlossherrn Wolfgang Graf Wolff Metternich eingeladen worden war und zu dem Suermann bis zu dessen Tod ein „mehr als gutes Verhältnis mit großem Vertrauen“ aufrechterhalten hat.

Montag, 25.05.2020, 06:00 Uhr
Ulrich Suermann (Mitte) wird 2015 für 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt: Carsten Linnemann (MdB/von links), Klaus Dirks (Stadtverbandsvorsitzender), Ralph Brinkhaus (MdB) und André Kuper (MdL, jetzt Landtagspräsident). Foto: Monika Schönfeld
Ulrich Suermann (Mitte) wird 2015 für 50-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt: Carsten Linnemann (MdB/von links), Klaus Dirks (Stadtverbandsvorsitzender), Ralph Brinkhaus (MdB) und André Kuper (MdL, jetzt Landtagspräsident). Foto: Monika Schönfeld

Doch auch an diese Anekdote, als Suermann als junger Mann im Sicherheitsbereich der Security ein Autogramm von Helmut Kohl mit den Worten „Los Junge, komm her, das machen wir doch eben“, ergattert hat und die Sicherheitsbeamten mit der Aktion ganz schön ins Schwitzen gebracht hatte, denkt der Senior gerne zurück. Unvergessen ist auch der Besuch der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Delbrück-Steinhorst, wo der ehemalige Kommunalpolitiker Suermann die heutige Bundesskanzlerin Merkel einmal aus der Nähe sehen konnte.

Vieles in der Stadt maßgeblich mitgeprägt

Wer den Namen Ulrich Suermann hier im Ort hört, der verbindet diesen auf Anhieb nicht nur ausschließlich mit der Kommunalpolitik der Stadt. Man bringt ihn fast zeitgleich mit den Bereichen Kunst, Kultur und dem ehemaligen Baustoffgroßhandel an der Heller, dessen Immobilie noch immer in seinem Besitz ist, in Verbindung. Überhaupt gibt es in der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock Vieles, was Suermann durch sein Engagement und sein Zutun maßgeblich mitgeprägt hat.

Mit einem langen Gesicht und wenn wir stets mit dem Kopf durch die Wand wollen, kann man die Zukunft nicht bezwingen.

Ulrich Suermann

„Zuhören, Geduld praktizieren, Zurückhaltung zeigen und Lüge und Wahrheit voneinander unterscheiden“, das sind nur einige von vielen Lebensweisheiten, die den dreifachen Familienvater und vierfachen Großvater so erfolgreich durch sein spannendes Leben getragen haben, dass er morgens immer „mit gutem Gewissen in den Spiegel“ schauen kann. „Mit einem langen Gesicht und wenn wir stets mit dem Kopf durch die Wand wollen, kann man die Zukunft nicht bezwingen“, sagt Suermann. Klüger sei es, sich stets kooperativ und geistig beweglich zu zeigen. Das sei „für alle Beteiligten von Vorteil“.

Alle Höhen und Tiefen im Leben erfahren

In den nun fast neun Lebensjahrzehnten hat der Naturfreund, der im Juni 1931 in Paderborn das Licht der Welt erblickte und in Schloß Holte aufgewachsen ist, alle Höhen und Tiefen im Leben erfahren und viel daraus mitgenommen. Mit einem Schmunzeln schaut der ehemalige Kommunalpolitiker rückblickend auf die Zeit der Zusammenlegung der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock. Schließlich sei die Namensfindung „damals keine wirklich leichte gewesen“.

Auf vielen Ebenen durch vielseitige Erlebnisse und Erfahrungen geprägt, beschäftigen ihn noch immer die künftigen Verkehrsplanungen und Zukunftsfragen der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock und deren Finanzlage. Interessiert richtet er den Blick regelmäßig auch auf das globale Weltgeschehen mit all seinen positiven wie negativen Veränderungen.

Ich habe als junger Mensch die Kriegsjahre mit all seinen Facetten miterlebt.

Ulrich Suermann

„Ich habe als junger Mensch die Kriegsjahre mit all seinen Facetten miterlebt und bei mir haben sich Bilder vom Lager in Stukenbrock-Senne beim Vorbeifahren auf unseren Fahrrädern mit bis heute für mich unbegreiflichen Situationen im Kopf manifestiert. Bilder die mich bis heute noch in Gedanken begleiten und mich in jedem Jahr beim Volkstrauertag dazu veranlassen, der Verstorbenen zu gedenken“, sagt Suermann.

Jungenstreich in der Kirche

Jedoch prägen nicht nur traurige Geschehnisse, sondern auch viele fröhliche Begebenheiten und Anekdoten seine zahlreichen Erinnerungen. Auch die Geschichte, als Suermann damals mit musikbegeisterten Freunden aus der Katholischen Jugend heimlich sonntags in die Kirche gegangen ist, um auf der Orgel zu spielen und dabei von der Haushälterin des Priesters erwischt wurde, lässt ihn heute noch Lächeln. „Wir haben uns versteckt und sie hat uns eingeschlossen, sodass wir mühsam über das Gewölbe die Kirche verlassen und uns über eine Tanne hinunterhangeln mussten“, denkt Suermann an den Jungenstreich zurück.

Gerne blickt Suermann, der seit 1964 CDU-Mitglied ist und sich selbst „als Kämpfer für die heutige Stadt Schloß Holte-Stukenbrock“ bezeichnet, auch auf das Jahr 1964 zurück. In das Jahr, als er dem damaligen Ministerpräsidenten des Landes NRW Dr. Franz Meyes, der stellvertretend für den damaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard zum Schloß Holter Schützenfest gekommen war und der zuvor mit Suermann und einigen Wegbegleitern einen Gedankenaustausch im Holter Schloßkrug hatte.

Gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann

Als gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann hat Ulrich Suermann bereits 1951 nach dem Tod seines Vaters mit seinem Bruder Franz Josef die Belange der Geschäftsführung des Baustoffgroßhandels übernommen. Nach dessen Tod im Jahr 1972 führte er das Unternehmen als alleiniger Geschäftsführer bis 2012 zum Beginn seines Ruhestandes weiter. Heute ist die Immobilie noch immer in seinem Besitz, aber seit seinem Ruhestand verpachtet.

Familieninteressen stehen im Vordergrund

In seiner Freizeit haben schon immer vordergründig die Familieninteressen gestanden. Mit Freude hat Suermann zusammen mit seiner Frau Renate, die er bereits aus Kindertagen kennt, das Tanzbein geschwungen. Geheiratet wurde im Jahr 1968 in der Herz-Jesu in Brackwede, weil die Kirche in St. Ursula umgebaut wurde. „Das Tanzen war immer sehr schön. Hier traf man Teilnehmer aus allen gesellschaftlichen Schichten, vom Uni-Professor zum Handwerker und alle waren gleich und lustig“, blickt er zurück. Überhaupt hat der Humor für Suermann einen besonderen Stellenwert und dafür gibt es einen guten Grund. „Damals musste ich meiner Tante Therese aus Ennigerloh zum 90. Geburtstag versprechen, nie den Humor zu verlieren. Das Versprechen habe ich eingelöst und es hat so manche Lebenssituation einfacher gemacht“.

Gott erhalte uns unser Leben und unsere Natur.

Ulrich Suermann

Zur aktuellen Corona-Krise nimmt Suermann auf seine Weise Stellung. „Dank und Hochachtung allen Verantwortlichen, egal in welcher Position. Das Miteinander ist ebenso wichtig, wie das Füreinander. Glaube, Liebe und Hoffnung seien die christliche Botschaft und das Fundament einer Krisenbewältigung. So schwer diese aktuelle Situation auch ist: Gott erhalte uns unser Leben und unsere Natur.“

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