Vikar Andreas Mockenhaupts erste Messe in der „voll besetzten“ St.-Ursula-Kirche
Start mit Corona-Hindernissen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Was man mit den Menschen im Siegerland machen muss, um mit ihnen warm zu werden, weiß Andreas Mockenhaupt. „Einen Sack Salz fressen.“ Das bleibt dem neuen Vikar im Pastoralen Raum „Am Ölbach“ an seiner neuen Wirkungsstätte erspart.

Samstag, 30.05.2020, 05:00 Uhr
Andreas Mockenhaupt ist in Schloß Holte-Stukenbrock angekommen. In der (nach Corona-Bestimmungen) voll besetzten St.-Ursula-Kirche hat der Vikar seine erste Messe gehalten. Er hofft ab 7. Juni auf weitere Lockerungen. Foto: Monika Schönfeld
Andreas Mockenhaupt ist in Schloß Holte-Stukenbrock angekommen. In der (nach Corona-Bestimmungen) voll besetzten St.-Ursula-Kirche hat der Vikar seine erste Messe gehalten. Er hofft ab 7. Juni auf weitere Lockerungen. Foto: Monika Schönfeld

Anfang Mai hat der 39-Jährige die Räume im Pfarrhaus an der Kirchstraße bezogen, in der zuletzt Pfarrer Dieter Osthus gelebt hatte. „So langsam wird die Wohnung fertig, alle Möbel sind schon drin“, freut sich Mockenhaupt, der jetzt dabei ist, die Infrastruktur seiner neuen Umgebung zu entdecken. In dieser Woche ging es ins Rathaus. „Dann habe ich mich hier angemeldet.“

Nah am Menschen

Die Rahmenbedingungen stimmen also schon. Jetzt beginnt seine kirchliche Arbeit, immer nah am Menschen, auch mal als Seelsorger. Zwar hat Andreas Mockenhaupt bereits am 10. Mai seine erste Messe in der St.-Ursula-Kirche gehalten, doch in Zeiten des Coronavirus sei es eben nur eingeschränkt möglich, die Leute richtig kennenzulernen. „Sich nach der Kirche auf einen Schnaps zu treffen, geht derzeit eben nicht“, sagt Andreas Mockenhaupt, der zunächst einmal mit Pfarrer Karl-Josef Auris die acht Gemeinden in Verl und Schloß Holte-Stukenbrock besucht hat. „Nach dieser Woche werde ich alle Kirchen auch von innen gesehen haben.“

Da, wo er schon war, wurde ihm das Gefühl gegeben, herzlich willkommen zu sein. „Viel liegt aber auch an einem selbst. Wenn man sich vernünftig auf andere zubewegt, wird einem als Neuen viel Verständnis entgegengebracht.“ Seine Heiligen Messen waren bislang gut besucht („Die Anzahl an Gläubigen, die rein dürfen, war auch da“), ab dem 7. Juni erhofft er sich weitere Lockerungen. „Nach den Herbstferien kehrt dann in den Kirchen hoffentlich Normalität ein.“

Der Kreis schließt sich

Für Andreas Mockenhaupt schließt sich in Schloß Holte-Stukenbrock ein Kreis, denn „entdeckt“ wurde er im katholischen Bezirk Siegen-Eiserfeld von Pfarrer Hubert Berenbrinker – der aus Schloß Holte-Stukenbrock stammt. Nach seinem Studium in Paderborn und Würzburg („Einen Magister in Theologie habe ich nicht, damals reichte noch ein Diplom für die Kirchenlaufbahn“) arbeitete er zwischen 2007 und 2011 vier Jahre lang in Geseke und anschließend neun Jahre lang im Pastoralverbund Elsen-Wewer. „Eigentlich sollten es nur fünf Jahre werden. Aber besondere Umstände haben dazu geführt, dass es mehr wurden. Dann war mein Mindesthaltbarkeitsdatum aber abgelaufen“, scherzt Andreas Mockenhaupt, der selbst um seine Versetzung gebeten hatte. Den krönenden Abschluss sollte die Erstkommunion Ende April bilden, die die Jungen und Mädchen dort unter seiner Führung empfangen sollten. Doch die Corona-Pandemie kam dazwischen.

Die Jugendarbeit, auf die Andreas Mockenhaupt immer viel Wert gelegt hat, soll auch sein Wirken im Pastoralen Raum „Am Ölbach“ prägen. Dort ist er mit 39 Jahren der Jüngste im Pastoralteam, zweitjüngster ist Karl-Josef Auris – mit 57. Da stellt sich automatisch die Frage, ob Mockenhaupt nicht auch das Amt des Pfarrers anstrebe. „Dafür ist es viel zu früh. Ich möchte erst einmal in den acht Gemeinden Fuß fassen.“ Ein Nein hört sich anders an, zumal seine Hauptsorge, die viele Verwaltungsarbeit, in der katholischen Kirche schon bald der Vergangenheit angehören soll. Bis zum Jahr 2023 sollen alle 87 Pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn mit dafür ausgebildetem Fachpersonal bestückt werden.

Sein Zwilling ist arbeitet in der Softwarebranche

Vielleicht führt ja der 40. Geburtstag im kommenden Jahr eine weitere Wendung im Leben von Andreas Mockenhaupt herbei. Eine große Party wird es dann allerdings nicht geben. „Ich feiere lieber meinen Namenstag am 30. November, an dem haben mir meine Großeltern immer gratuliert, oder den Tag meiner Priesterweihe am 26. Mai“, verrät der leidenschaftliche Koch, der einen eineiigen Zwillingsbruder hat. Der hat zwar beruflich mit der Kirche gar nichts am Hut, sondern arbeitet in der Softwarebranche, sieht Andreas Mockenhaupt aber zum Verwechseln ähnlich. „Wer nur einen von uns kennt, der hat verloren.“

Für die Menschen im Pastoralen Raum „Am Ölbach“ soll es ein Gewinn werden, den „richtigen“ Mockenhaupt kennenzulernen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7429207?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
RKI dringt auf Senken der Fallzahlen - Sorgen um Pflegeheime
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), spricht bei einem Pressebriefing zur aktuellen Covid-19-Lage in Deutschland.
Nachrichten-Ticker