Teile der Politik sehen Laptop-Zuschuss skeptisch
CDU-Fraktion setzt auf Leihgeräte

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Wegen der Corona-Pandemie ist der Unterricht ganz oder zum Großteil vom Klassenzimmer in die eigenen vier Wände verlegt worden. Kinder und Jugendliche, die zu Hause arbeiten, brauchen einen Computer, einen Laptop oder ein Tablet, um den Anforderungen gerecht zu werden. Bündnis 90/Die Grünen hatten beantragt, dass die Stadt zusätzlich zu den Landes- und Bundesmitteln einen Zuschuss zur Anschaffung in Höhe von 250 Euro pro Schüler im Sozialleistungsbezug zahlt. Der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss hat einstimmig beschlossen, erst einmal Rücksprache mit den Schulen zu halten, um zu sehen, was ihr Digitalisierungskonzept vorsieht.

Montag, 15.06.2020, 17:20 Uhr aktualisiert: 15.06.2020, 17:22 Uhr
In Zeiten des Coronavirus findet Unterricht auch daheim statt. Dafür werden Laptop oder Tablet benötigt. Foto: Stefan Puchner/dpa
In Zeiten des Coronavirus findet Unterricht auch daheim statt. Dafür werden Laptop oder Tablet benötigt. Foto: Stefan Puchner/dpa

„Bildung ist eine unserer wichtigsten Aufgaben“, sagte Bernd Eikelmann (Grüne) im Ausschuss. Die Chancen müssten für alle Schüler annähernd gleich sein. Maik Dück sagte, die CDU verfolge einen anderen Ansatz und wolle eine passende Lösung für alle Schüler. „Wir wollen nicht jeden Schüler mit Geld zur Anschaffung eines Gerätes unterstützen, sondern setzen eher auf Leihgeräte. Das muss man noch in der Absprache mit den Schulen prüfen.“ CDU-Fraktionschef Lars Pankoke betonte, dass der Grünen-Antrag grundsätzlich „charmant“ sei. „Wir müssen die Lehrer und die Lehre mitnehmen. Die Schule soll sagen: Wir wollen diese Geräte, die Stadt als Schulträger wird dann darauf regieren.“

Die Schulen sollten entscheiden, ob die Geräte verliehen werden oder von den Schülern geleast.

Britta Rusch (CSB)

Britta Rusch (CSB) stimmt dem zu. „Wir haben vor ein paar Monaten gehört, dass die Schulen mit dem Digitalisierungskonzept gut dabei sind. Die Schulen sollten entscheiden, ob die Geräte verliehen werden oder von den Schülern geleast.“

Die Stadtverwaltung hat dargelegt, dass in Schloß Holte-Stukenbrock aktuell 413 Kinder Sozialleistungen beziehen (zwei Hilfen zum Lebensunterhalt, 35 nach Asylbewerbergesetz, 250 beziehen Wohngeld, 126 Geld vom Jobcenter). Bei einem beantragten Zuschuss von 250 Euro ergebe sich insgesamt ein Betrag von 103.250 Euro, der von der Stadt aufzuwenden wäre.

500 Millionen Euro vom Bund

Der Koalitionsausschuss des Bundes hat Ende April ein Sofortausstattungsprogramm in Höhe von 500 Millionen Euro vereinbart, um Schulen in die Lage zu versetzen, bedürftige Schüler in der aktuellen Ausnahmesituation beim digitalen Unterricht zu Hause zu unterstützen.

Es soll außerdem die Ausstattung der Schulen gefördert werden, die für die Erstellung professioneller Online-Lehrangebote erforderlich ist. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung werde das Sofortausstattungsprogramm für die Schulen gemeinsam mit den Ländern umsetzen. Ziel sei es, schnell ein praktikables Modell zu finden, die 500 Millionen Euro zielgenau einzusetzen. Geplant ist ein Zuschuss von 150 Euro je Kind.

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