Fußgänger- und fahrradfreundlich: Stadt bewirbt sich um Mitgliedschaft in der AGFS
Viele Argumente auf 25 Seiten Papier

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock wird sich um eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen ( AGFS ) bewerben. Diesem einstimmigen Beschluss des Energie- und Umweltausschusses auf seiner Sitzung am Montagabend ging eine lebhafte Diskussion voraus, in der Bruno Reinke (Bündnis 90/Die Grünen) vom „Versagen der Politik“ sprach. Seiner Meinung nach seien vor allem in puncto Fahrradfreundlichkeit bereits in der Vergangenheit „viele Absichtserklärungen, aber wenig Maßnahmen“ getroffen worden.

Dienstag, 16.06.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 17:12 Uhr
Die Pollstraße ist eine von zwei Fahrradstraßen in Schloß Holte-Stukenbrock. Eine der durchgeführten Maßnahmen, die dem Antrag auf Mitgliedschaft in der AGFS „Fülle geben“, wie Melanie Becker aus dem Fachbereich Tiefbau und Umwelt meint. Foto: Dirk Heidemann
Die Pollstraße ist eine von zwei Fahrradstraßen in Schloß Holte-Stukenbrock. Eine der durchgeführten Maßnahmen, die dem Antrag auf Mitgliedschaft in der AGFS „Fülle geben“, wie Melanie Becker aus dem Fachbereich Tiefbau und Umwelt meint. Foto: Dirk Heidemann

Das betreffe auch den von der Verwaltung erarbeiteten Aufnahmeantrag, den Melanie Becker aus dem Fachbereich Tiefbau und Umwelt am Montagabend vorstellte. Nachdem es bereits 2013 seitens der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen Anträge auf eine Mitgliedschaft in der AGFS geben hatte, war das Vorhaben zunächst auf Eis gelegt worden.

Kriterien können erfüllt werden

„Die Kriterien konnten damals nicht so erfüllt werden, dass ein Vertrag sinnvoll erschien“, begründete Manfred Bonensteffen, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Umwelt, auf der Sitzung am Montagabend den Verzicht. Auch durch die Erstellung des Mobilitätskonzepts 2016 sei man jetzt aber an einem Punkt angelangt, an dem die Kriterien erfüllt werden könnten.

„Den Mitgliedsantrag zu erarbeiten, hat mich Zeit und Nerven gekostet“, sagte Melanie Becker über das 25 Seiten starke, mit Zahlen, Grafiken und Fotos aufgepeppte Papier. Sie habe sich an der Liste der geforderten Parameter „entlang gehangelt“ und die geforderten Daten zusammengestellt. Vor allem unter dem Punkt „Bisher durchgeführte Maßnahmen“ sei einiges hinzugekommen, unter anderem die zwei Fahrradstraßen in Schloß Holte-Stukenbrock. „Das hat dem Antrag Fülle gegeben, wir sind gut unterwegs. Die Chancen, Mitglied zu werden stehen besser als zuvor, die Mitgliedschaft ist sehr wahrscheinlich“, lautete das Fazit von Melanie Becker.

Exklusive Förderungen

Sollte der Aufnahmeantrag angenommen werden, stehen der Stadt exklusive Förderungen sowie kostenlose Teilnahmen an Seminaren zu. Wesentlicher Vorteil ist allerdings der Wissensaustausch über das Netzwerk der bereits in der Arbeitsgemeinschaft befindlichen Städte, Gemeinden und Kreise in NRW.

Bruno Reinke hingegen sieht den Antrag lediglich mit Grundsätzen gefüllt, Maßnahmen seien hingegen zu wenig ergriffen worden. „Viel ist nicht passiert. Wir eiern da an dieser Stelle“, so der Fraktionsvorsitzende des Bündnis 90/Die Grünen, der bei der abschließenden Abstimmung der Bewerbung dann aber doch seinen Segen gab.

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