Warum es so viel Freude macht, Erdbeeren auf dem Feld zu ernten
Rote Früchtchen selbst gepflückt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Erdbeerkuchen, Erdbeertiramisu, Vanilleeis mit Erdbeeren, Erdbeerbowle, Erdbeereis, oder unwiderstehliche Erdbeermarmelade. Alleine der Gedanke an diese verführerischen Köstlichkeiten lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Freitag, 19.06.2020, 06:00 Uhr
Nur für das Foto dürfen diese Familien beim Pflücken der Erdbeeren zusammenrücken. Ansonsten müssen die Corona-Abstandsregeln unbedingt eingehalten werden. Das wissen auch Celina, Joline, Kevin, Sabrina, Larissa und die kleine Nora. Foto: Manuela Fortmeier
Nur für das Foto dürfen diese Familien beim Pflücken der Erdbeeren zusammenrücken. Ansonsten müssen die Corona-Abstandsregeln unbedingt eingehalten werden. Das wissen auch Celina, Joline, Kevin, Sabrina, Larissa und die kleine Nora. Foto: Manuela Fortmeier

„Oma noch mehr Erdbeeren und ganz viel Erdbeersauce“, rufen die Kinder am Tisch im Chor in der Küche von Oma Helene. Erst kurz zuvor frisch auf dem Hof Aschof in Stukenbrock gepflückt, hat Oma Helene den Kindern aus den roten Früchten eine leckere Mahlzeit zubereitet. „Eines der Kinder hat immer Hunger und dann muss es schnell gehen,“ sagt die Großmutter von 21 Enkelkindern. Deshalb hat sie ganz schnell „faule Maultaschen“ zubereitet. „Man muss nur Nudeln kochen und dann gibt man darauf eine süße Sauce, die aus Creme fraiche, etwas Zucker und gestückelten oder pürierten Erdbeeren zubereitet wird“.

Saison läuft seit zwei Wochen

Seit gut zwei Wochen dürfen die beliebten Erdbeeren auch wieder auf vielen Feldern in der Region selbst gepflückt werden. Ein Erlebnis, auf das sich viele Menschen jedes Jahr freuen, Spaß haben und gerne nutzen. „Der Start in diese Saison war schon in vielerlei Hinsicht für uns von Ungewissheit geprägt und eine wirkliche Herausforderung. Zum einen die erschwerte Suche zum Saisonstart nach Erntehelfern auf Grund der Grenzschließungen, dann die strengen Auflagen und das Einhalten der Abstandspflicht“, sagt Gaby Aschof. Außerdem habe um die Eisheiligen herum auch der Frost den Erdbeerblüten etwas zugesetzt, aber zum Glück habe man schwere Schäden durch das Abdecken mit Folie verhindern können. „Jetzt ist alles gut und die neuen Regeln haben sich eingespielt“, zeigt sich Aschof mit dem Saisonverlauf zufrieden.

Was ist ein Sommer ohne Erdbeeren?

Maria Prozeria

„Was ist ein Sommer ohne Erdbeeren? Ich gehe jedes Jahr im Sommer mehrmals zum Erdbeeren pflücken. Das gehört für mich einfach dazu,“ sagt Maria Prozeria und trägt ihr prall mit Erdbeeren gefülltes Körbchen auf die Waage. Zusammen mit ihrer Freundin ist sie am Freitag auf das Erdbeerfeld der Familie Aschof in Stukenbrock gekommen, um die leckeren Früchte zu pflücken. „Die sind hier ganz besonders lecker“, geben die beiden nach der Kostprobe einer schönen Frucht ihr Urteil ab.

Dietmar Gertz hilft seit fünf Jahren

„Sehr gerne“ geht Brigitte Regh mit ihrer Enkelin zum Erdbeerpflücken. „Wir haben dabei immer so viel Spaß und aus den Erdbeeren bereite ich für uns einen tollen Kuchen mit Sahne zu, den wir uns als Familie später zusammen schmecken lassen. „Wir lieben das“, sagt Regh, bevor sie die Erdbeeren bei Dietmar Gertz im Wagen abwiegen lässt. Seit fast fünf Jahren unterstützt der humorige Senior die Familie Aschof stundenweise bei den Wiegearbeiten. „So kommt man noch etwas unter die Leute und hier auf den Feldern kommen so viele unterschiedliche Menschen zum Pflücken, das macht sehr viel Freude“.

Doch Erdbeeren werden selbst schon von den Kleinsten geliebt. Völlig entspannt sitzt die zweijährige Nora im Stroh. In der Hand eine kleine rote Schale mit zwei Erdbeeren und ihr kleiner Mund rundherum rot verschmiert. „Sie hat zwei Erdbeeren genascht und wollte die ganz ohne unsere Hilfe essen“, bleibt Mutter Larissa Gossen völlig entspannt. Mit dabei ist auch Tochter Celina, die beim Pflücken hilft. „Unsere Mama macht uns aus den Erdbeeren immer ganz leckeren Nachtisch“, freut sich die Zehnjährige schon auf die fruchtige Nachspeise. Zusammen mit ihrer Mutter und Ihrer Schwester ist sie zum Erdbeerfeld auf dem Hof Aschof in Stukenbrock gekommen. „Erdbeeren pflücken macht Spaß und Mama macht uns von den Erdbeeren leckeren Nachtisch“, sagt die große Schwester.

Erdbeeren kann man den ganzen Tag essen, doch leider ist die Saison immer so schnell wieder vorbei.

Maria Orlig

Ganz oft kommt auch Maria Orlig zum Pflücken auf das Feld und kann von den leckeren Früchten nicht genug bekommen. „Erdbeeren kann man den ganzen Tag essen, doch leider ist die Saison immer so schnell wieder vorbei“.

Tausche Erdbeeren gegen Bier

Seit „vielen Jahren“ ist es auch für Adelheid Bergmeier und ihren Mann Herbert eine Tradition, die Erdbeeren auf dem Feld selbst zu pflücken. „Das macht Spaß, das hält fit und man erlebt etwas. Viel besser, als wenn man nur zuhause sitzt und aus dem Fenster schaut“, sagt die 81-Jährige, der es nichts ausmacht, sich immer und immer wieder zu bücken. Auch Ehemann Herbert ist mit Eifer dabei und das aus gutem Grund: „Meine Frau kocht hervorragende Marmelade aus den Früchten und wenn die leckere Marmelade dann fertig ist, dann nehme ich immer ein Glas davon und gehe damit zu meinem Nachbarn Uwe Krusenotto. Bei dem gibt’s dann dafür immer ein oder manchmal auch zwei Bierchen. Das machen wir schon viele Jahre so“, lacht der Senior verschmitzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7456715?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Auf der hellen Seite der Macht?
Markus Söder, CSU-Chef und bayerischer Ministerpräsident, vor Beginn einer virtuellen Sitzung seines Kabinetts im Videoraum in der Staatskanzlei.
Nachrichten-Ticker