Auf dem Hügel wachsen Blumen, die Gisela Hochmuth nie gesät hat
Aus Dornröschenschlaf erwacht

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mohnblumen in Pink, in Korallenrot, mit gelbem Stempel, in Lila und Flieder marmoriert oder pinkfarbene gefüllte Nelken: Seit gut fünf Wochen ziehen sie die Blicke von Gisela Hochmuth, ihrer Familie und Besuchern auf sich.

Donnerstag, 02.07.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 05:01 Uhr
Gisela Hochmuth staunt über die vielen Blumen, die sie nie ausgesät hat. Foto: Manuela Fortmeier
Gisela Hochmuth staunt über die vielen Blumen, die sie nie ausgesät hat. Foto: Manuela Fortmeier

Jeden Tag versetzt ein üppig blühendes, sich täglich wechselndes Blütenmeer auf dem schwarzen Sandhügel am neu errichteten Wohnhaus die Betrachter ins Staunen und Schwärmen.

Die kräftigen Blüten sind einzigartig.

Die kräftigen Blüten sind einzigartig. Foto: Maunuela Fortmeier

Dabei hat die Familie nicht eine der ausgefallenen Blüten dort jemals ausgesät oder gepflanzt. „Wie von Zauberhand haben die Blumen dort über Nacht angefangen, auf unserem Sandhügel zu blühen“, sagt Gisela Hochmuth. Vor gut zwei Jahren hatte die Familie den Sand bei Bauvorbereitungen von einem Gartenbau-Unternehmen zu diesem Hügel geschoben. Bis zu diesem Frühjahr habe er dort „geruht“ und nur das Unkraut habe sich darauf richtig ausgebreitet. „In diesem Frühjahr haben wir das Unkraut größtenteils gezupft, weil wir den Sand jetzt für unseren neuen Garten nutzen möchten und so verhindern wollen, dass sich das Unkraut gleich zu Anfang überall aussät.“ Vor gut vier Wochen traute Gisela Hochmuth jedoch kaum ihren Augen. „Nach den üppigen Regenschauern bin ich wie jeden Morgen mit unseren Hunden früh in den Garten gegangen. Dort blühten plötzlich auf dem Sandhügel Blumen in ihrer ganzen Pracht. Jeden Tag seien neue Sorten hinzukommen. „Solche Mohnblüten habe ich zuvor noch nie gesehen. Auch die Nelke ist ein Wunder der Natur.“

Welches Phänomen sich hinter diesen blühenden Wundern verbergen könnte, darauf hat Manfred Jürgenliemke vom Senner Garten- und Landschaftsbau in Stukenbrock-Senne eine Vermutung. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Samenkörner geschlafen haben und erst jetzt durch die Verlagerung und den veränderten Bedingungen zu blühen beginnen. Allein der Regen in den vergangenen Wochen hat sich auch bei unseren Pflanzen sehr positiv ausgewirkt“, sagt Jürgenliemke. Manchmal könnten Samenkörner Jahre oder gar Jahrzehnte in der Erde verharren, um plötzlich bei optimalen Bedingungen zu erwachen. Ebenso könnte auch der Frost um die Eisheiligen und die anschließend einsetzende Wärme der Anstoß für die Samenkörner gewesen sein, sich zu öffnen.

Wie dem auch sei. „Wir haben uns jeden Tag aufs Neue darüber gefreut, welche Wunder die Natur für uns bereit hält. Selbst mein Vater, der gebürtig aus dem Kreis Höxter kommt und schon fast siebzig Jahre hier lebt, kann sich nicht erinnern, jemals solche schönen Blumen hier im Garten gesehen zu haben“, sagt Gisela Hochmuth und zupft vorsichtig eine Blüte ab, um sie zu trocknen und den Samen für das nächste Jahr aufzubewahren.

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